Weiskircher Vakanz hat ein Ende

Weiskirchen · In Weiskirchen gab es Grund zur Freude. Nach 14-monatiger Vakanz hat die Gemeinde nun wieder einen Seelsorger. Im Rahmen eines festlichen Gottesdienstes führte Dechant Hans Jürgen Bier Pastor Leo Koch am Sonntag in sein neues Amt ein und übergab ihm den Schlüssel der Kirche (wir berichteten bereits kurz).

 Pastor Leo Koch (Mitte) bei der Einführungsmesse in der Pfarrkirche Weiskirchen. Mit am Altar (von links): Dechant Hans-Jürgen Bier, Diakon Wolfgang Drehmann, Gemeindereferent Jörg Mann und Pastor Achim Heider. FOTO : WERNER KREWER

Pastor Leo Koch (Mitte) bei der Einführungsmesse in der Pfarrkirche Weiskirchen. Mit am Altar (von links): Dechant Hans-Jürgen Bier, Diakon Wolfgang Drehmann, Gemeindereferent Jörg Mann und Pastor Achim Heider. FOTO : WERNER KREWER

"Möge dieser Schlüssel nicht nur das Kirchengebäude öffnen, sondern auch und vor allem die Herzen der Menschen", wünschte sich der neue Weiskircher Pastor Leo Koch, nachdem er zu seiner Amtseinführung am Sonntag auch die Schlüssel zur Kirche erhalten hatte. Koch hatte zuvor 20 Jahre lang eine Gemeinde in der Eifel betreut. Im Hochwald ist er für die Pfarrgemeinden Weiskirchen , Konfeld, Rappweiler und Thailen mit der Filiale Weierweiler zuständig.

Pastor hat Sinn für Humor

Der neue Seelsorger ist Hundebesitzer, kocht gerne und verfügt offenbar auch über eine gesunde Portion Humor. Bürgermeister Werner Hero , der ihn in seinem neuen Wirkungskreis willkommen hieß, bot er eine gute Zusammenarbeit an, bemerkte jedoch warnend, er könne im Notfall auch zum Don Camillo werden. Vor der Hochwaldhalle, wo im Anschluss an die Messe zum Empfang geladen war, standen auch etliche Autos mit Wittlicher Nummernschild. Offenbar fiel es den ehemaligen Schäfchen nicht leicht, ihren Seelsorger loszulassen.

Manfred Barth, der Vorsitzende des Kirchengemeinderates, begrüßte Leo Koch und seine Gäste in der Halle und bedankte sich noch einmal bei allen Haupt- und Ehrenamtlichen, die es in der Zeit der Vakanz gemeinsam geschafft hatten, "den Laden am Laufen zu halten". Während das Gemeinschaftsorchester Weiskirchen-Steinberg die Halle mit flotten Klängen erfüllte, saß oder stand man gemütlich beisammen und feierte den neuen Pastor.

Vom Heimweh gepackt

Was veranlasst nun einen Geistlichen, sich nach 20 Jahren Eifel in den Hochwald versetzen zu lassen? Die Erklärung ist einfach: Leo Koch ist Saarländer und stammt aus Limbach. Als nun die Stelle in Weiskirchen ausgeschrieben wurde, packte ihn wie jeden braven Saarländer das Heimweh, und er nutzte die Gelegenheit, zu seinen Wurzeln zurückzukehren.

Geben die zahlreichen Kirchenaustritte der letzten Zeit Anlass zur Besorgnis? Das will Pastor Koch nicht so stehen lassen: "Es gibt durchaus auch Kircheneintritte, aber davon redet kaum jemand", meinte er optimistisch. Er habe gerade bei der Jugend das Gefühl, dass ein Umbruch stattfindet und die jungen Leute wieder verstärkt auf der Suche sind. Darin sieht er eine Chance, die Schar der Gläubigen zu verjüngen und zu vermehren. Wo sieht die Kirche ihre Aufgabe bezüglich der Flüchtlinge, die in unser Land kommen? "Die Kirche öffnet ihre Häuser schon seit geraumer Zeit für die Flüchtlinge", erklärte Koch. "Was wären wir für Christen, wenn wir vor diesen Menschen unsere Türen verschließen würden?"

Der Weihespruch des Geistlichen lautet: "Weise mir Herr, deinen Weg. Ich will ihn gehen in Treue zu dir." Für Leo Koch hat ein neuer, spannender und hoffentlich guter Abschnitt dieses Weges begonnen.

Meistgelesen
Neueste Artikel
Zum Thema
Aus dem Ressort