1. Saarland
  2. Merzig-Wadern
  3. Weiskirchen

Weiskircher Erlebniszentrum wird wieder auf- und ausgebaut

Einblick in das Erlebniszentrum : Naturerlebnis statt verstaubter Tierpräparate

Die Gemeinde Weiskirchen sucht Partner, die mit ihr und dem Naturpark Saar-Hunsrück das neue Erlebniszentrum mit Leben füllen.

Der Erlebniswert des Infocenters am Eingang des Wild- und Wanderparks Weiskirchen wurde zuletzt von vielen Besuchern eher als enttäuschend wahrgenommen und entsprechend bewertet. Verstaubte Tierpräparate, ganze Stapel von Prospektmaterial und kaum einmal interessante Veranstaltungen. Aber das soll sich – wie vieles im Wild- und Wanderpark – möglichst bald ändern. Als Hausherr beauftragte Bürgermeister Wolfgang Hübschen den Gemeindeförster Tobias Misczyk, sich in Abstimmung mit dem Naturpark Saar-Hunsrück partnerschaftlich Gedanken darüber zu machen, wie das in die Jahre gekommene Gebäude demnächst seinem neuen Namen „Weiskircher Erlebniszentrum“ (WEZ) wirklich gerecht werden kann. Der machte sich seither nicht nur Gedanken, sondern sucht bereits die Partner, mit denen dieses Projekt zu einem echten Anziehungspunkt für die ganze Hochwaldregion aufgewertet werden kann.

Im Gespräch mit der SZ umriss Misczyk seine Ideen, die einerseits dem Auftrag entsprechend effektiv sein sollen, andererseits angesichts der klammen Gemeindekasse nicht viel Geld kosten dürfen. „Die ersten Schritte der Umgestaltung wurden bereits umgesetzt“, und der Förster fuhr fort: „Gleich im Eingangsbereich soll jetzt ein großer Infopoint her, der den Besuchern in Interaktion mit dem Bildschirm alle gewünschten Informationen bieten soll.“ Älteren Gästen, die sich auf solche IT-Anwendungen nicht so gerne einlassen möchten, werde natürlich weiter ausgewähltes Prospektmaterial an die Hand gegeben.

In einem Verkaufsraum können dann nach den Plänen Misczyks von ausgewählten Partnern regionale Produkte wie zum Beispiel Wildbret oder Honig angeboten werden, wobei sich auch die Regionalinitiative „Ebbes von Hei“ engagieren wolle. Überhaupt verweist er gerne auf die Idee „man rückt näher“, womit die Zusammenarbeit mit möglichst vielen Partnern gemeint sei. Diese Kooperation solle auch die beiden Räume der zukünftigen Waldwerkstatt beleben, in der beispielsweise demnächst Jugendgruppen aus der benachbarten Jugendherberge Nistkästen für Fledermäuse oder alle möglichen Vögel basteln könnten, die anschließend im Wild- und Wanderpark der Natur zugutekommen würden.

Der große – bislang weitgehend ungenutzte – Seminarraum soll in Zukunft nach den Überlegungen des Försters für Fortbildungsangebote von Unternehmen oder familiäre Geburtstagsfeiern, um nur einige Nutzungsmöglichkeiten zu nennen, mit neuem Leben gefüllt werden. Das gelte freilich auch und erst recht für den Multifunktionsraum, der über einen kleinen Steg erreicht werden kann. Misczyk: „Da muss überall Leben rein, für das wir dringend noch interessierte Partner suchen – man rückt eben zusammen!“ Kleinere Räume sollen dann genau diesen Partnern zur Verfügung gestellt werden. Eine barrierefreie Toilette mit Babywickelraum ergänze die ebenfalls bereits vorhandenen Toilettenräume. Eher beiläufig erwähnte der Förster außerdem die rund 400 kostenlosen Stellplätze in unmittelbarer Nachbarschaft des WEZ, die ohnehin allen Besuchern des Wild- und Wanderparks zur Verfügung stehen.

Jetzt müssen halt nur noch die Partner her, die neben dem Hausherrn, der Gemeinde Weiskirchen, und dem Naturpark Saar-Hunsrück das neue WEZ mit Leben füllen sollen. Um ihnen bei der Überlegung, wie sie sich dort einbringen können, auf die Sprünge zu helfen, listete der Förster im SZ-Gespräch nur einige von vielen Möglichkeiten auf. Dabei sprach er vom Wandern, von Meditation oder Yoga als aktives Naturerleben, von Fitness in der Natur und Themenwanderungen, von einem Heimwerker-Campus auch für die handwerkliche Fortbildung, von themenbezogener Gastronomie und nicht zuletzt von Mitarbeiterschulung sowie Teambildung für Führungskräfte.

Von 55 angeschriebenen potenziellen Partner folgten letztlich immerhin 31 der Einladung zu einer Infoveranstaltung, in der es genau um diese Möglichkeiten ging. Dabei spielten natürlich auch die Kosten eine Rolle, die für solche Angebote von der Gemeinde Weiskirchen voraussichtlich erhoben werden müssen. Misczyk denkt bei gewerblichen Veranstaltungen an vom Rathaus noch festzulegende Raumnutzungsgebühren, wogegen für Angebote, die dem Gemeinwohl dienen, voraussichtlich keine Gebühren erhoben werden sollen.

„Man rückt näher“: Dieses Motto sollte nach Einschätzung des Gemeindeförsters viele zukünftige Partner darüber nachdenken lassen, wie sie für ihre ureigenen Pläne das Gebäude des WEZ und die umgebende Natur des Wild- und Wanderparks nutzen könnten. Die Fachleute sprechen bei solchen Projekten gerne von „Private-Public-Partnership“ – Misczyk: „Und genau die brauchen wir hier in Weiskirchen, um das neue WEZ im Kombination mit dem Wild- und Wanderpark zu einem lebendigen Leuchtturmprojekt für die ganze Hochwaldregion aufwerten zu können, von dem unsere Hochwaldgemeinde und der Naturpark Saar-Hunsrück nur profitieren kann.“

Der Multifunktionsraum des Zentrums, der etwa 163 Quadratmeter groß ist, soll möglichst bald von den neuen Partnern in vielfältiger Weise genutzt werden. Foto: a-n
Im Eingangsbereich des Erlebniszentrums soll schon bald ein IT-Infopoint den Besuchern in auf einem Bildschirm alle gewünschten Informationen bieten. Foto: a-n
Das neue WEZ soll in Kombination mit dem Wild- und Wanderpark Weiskirchen zu einem lebendigen Leuchtturmprojekt für die ganze Hochwald-Region aufgewertet werden, von dem die Hochwaldgemeinde und der Naturpark Saar-Hunsrück nur profitieren können. Foto: a-n
Der große Seminarraum des Erlebniszentrums soll den neuen Partnern vielfältige Veranstaltungsmöglichkeiten geben. Foto: a-n

Alle Serienteile finden sich im Netz: www.saarbruecker-zeitung.de/museen-im-saarland">Alle Serienteile finden sich im Netz: www.saarbruecker-zeitung.de/museen-im-saarland