Weiskirchen erhält 69 000 Euro für die Bekämpfung des Borkenkäfers

Geld für Weiskirchen : 69 000 Euro für Kampf gegen Borkenkäfer

1500 Festmeter Holz sind nach Angaben des Gemeindeförsters in Weiskirchen durch den Schädling bislang verloren gegangen.

„Im Saarland wurde die naturnahe Waldwirtschaft bereits vor 30 Jahren eingeführt“, und bei seinem Besuch im Wild- und Wanderpark von Weiskirchen unterstrich Umweltminister Reinhold Jost ferner, dass der Landesregierung der Schutz des Waldes nach wie vor ein zentrales Anliegen ist, für das man – sofern Not am Forst ist – auch viel Geld in die Hand nimmt. Und weil er seinen Worten gerne Taten folgen lässt, hatte er gleich einen Förderbescheid über 69 000 Euro im Gepäck, den er Bürgermeister Wolfgang Hübschen zur Bekämpfung der aktuellen Borkenkäferplage sowie deren Folgen im Gemeindewald überreichte.

Grundsätzlich sei zu sagen, dass der Waldanteil an der Saar weder volumen- noch flächenmäßig zurück gehe. Aber insbesondere durch die große Trockenheit der letzten beiden Sommer seien vor allem die Fichtenbestände so gestresst worden, dass sie dem Borkenkäfer gleich reihenweise zum Opfer fallen. Jost: „Hier geht es um Millionenbeträge!“ Und er fuhr fort: „Wir machen jetzt nicht den Fehler, verstärkt in die Buchen- und Eichenbestände einzugreifen, um die Verluste zu kompensieren. Im Gegenteil – wir nehmen uns in unserer ökonomischen Erwartungshaltung zurück.“ Mit Blick auf Helma Kuhn-Theis (Mitglied im Ausschuss Umwelt und Verbraucherschutz des Landtags) bedankte sich der Minister für den politischen Rückhalt dieser Haltung durch die Fraktionen.

Allein im Staatswald des Saarlandes würden jetzt vor allem infolge der Borkenkäferplage rund 300 Hektar Wiederaufforstung erforderlich. „Und die kosten uns im Schnitt pro Hektar 5000 bis 7000 Euro, wobei die Folgekosten durch Schutzgatter und Pflege noch nicht mal eingerechnet sind.“ Damit kam Jost auf die durch die vergangenen Extremwetterverhältnisse bedingten Forstarbeiten in Weiskirchen zu sprechen. „Dafür bringe ich euch einen Förderbescheid über 69 000 Euro“, und er fuhr fort, „dieser Betrag ist nur für die hier erforderlichen Arbeiten infolge der Borkenkäfer-Kalamität bestimmt. Über unsere Hilfe bei den später erforderlichen Wiederaufforstungen müssen wir uns dann noch mal unterhalten.“

Den Dank des Ministers für das lokale Engagement gegen den Borkenkäferfraß nahm Gemeindeförster Tobias Misczyk gleich zum Anlass, auf eine Besonderheit des Gemeindewaldes hinzuweisen. „Wir mussten schon vor dem Förderprogramm mit als erste im Saarland bereits im März und April den Käfer bekämpfen. Können wir dafür noch nachträglich mit finanziellen Hilfen aus Saarbrücken rechnen?“ Jost schüttelte bedächtig den Kopf: „Das wird aus haushaltstechnischen Gründen schwierig. Aber lasst uns später noch mal darüber reden. Vielleicht können wir die entstanden Kosten bei den nötigen Nachpflanzarbeiten irgendwie kompensieren. Mit Blick auf die entstandene Notsituation sehen wir uns das Ganze dann noch einmal an.“

Anschließend fuhr die Teilnehmerrunde noch zu einem Randbereich des Wild- und Wanderparks, wo Misczyk darauf hinwies, dass dort der Borkenkäfer im Frühjahr gleich viermal bekämpft werden musste, was im ganzen Gemeindewald zu einem Verlust von 1500 Festmetern Holz geführt habe. Besonders ärgerlich habe der Förster dort feststellen müssen, dass der benachbarte private Waldbesitzer gegen den unübersehbaren Käferfraß nichts unternommen habe. „So war es kein Wunder, dass der Schädling über den trennenden Waldweg hinweg auch unsere Bäume heimsuchte.“

Auf seine Frage, ob gegen solche Tatenlosigkeit angesichts der Käfergefahr nichts unternommen werden könne, zuckte Jost zunächst mit den Schultern: „Auch darüber müssen wir uns noch mal unterhalten – notfalls muss man einem solchen Nachbarn tatsächlich auf die Finger klopfen.“ Der Gemeindeförster: „Wir hatten in unserem Gemeindewald 48 Schadbereiche mit dem Käfer. Und da, wo er mit seinen Fraßgängen auffällt, muss er zum Schutz gegen sein weiteres Vordringen unbedingt sofort bekämpft werden!“ Mit dieser Einschätzung durfte er sich der Zustimmung des Ministers sicher sein. Abschließend überreichte Jost dem Bürgermeister Wolfgang Hübschen den Förderbescheid und nahm dafür umgehend den Dank der Weiskircher entgegen.

Umweltminister Reinhold Jost überbrachte der Gemeinde Weiskirchen einen Förderbescheid über 69 000 Euro für die Bekämpfung von Schadorganismen in diversen Fichtenbeständen gemäß Forsteinrichtungswerk im Gemeindewald Weiskirchen.

Darin heißt es: „Zuwendungsfähig sind die Bekämpfung von Schadorganismen durch das Auffinden und die Aufarbeitung von befallenem Holz oder sonstigen Maßnahmen, die die Bruttauglichkeit von Holz, Restholz oder Reisig soweit herabsetzen, dass keine Gefährdungen mehr von diesem Material ausgehen oder gar nicht erst entstehen.“

Die für den Gemeindewald von Weiskirchen zur Verfügung gestellten 69 000 Euro teilen sich der Bund (41 400 Euro) und das Saarland (27 600 Euro).

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