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Was sich durch den Atmosphärencheck in der Gemeinde Weiskirchen ändern soll

Weiskirchen : Atmosphär-Check liefert neue Ideen

Tourismus-Expertin Heike Glatzel regte die Kommunen an, bei der Aufbesserung ihrer Ortsbilder die Bürger mitzunehmen.

Die jüngsten Rundreisen einer kleinen Delegation um Dr. Heike Glatzel von der Münchener Agentur Futour nach Orscholz, Nennig, Weiskirchen, Noswendel, Beckingen, Merzig und Losheim am See dienten dem Ziel, in den Ortschaften die jeweilige Atmosphäre zu checken. Das Land stellt dafür Geld zur Verfügung und winkt den beteiligten Kommunen mit einer anteiligen Förderung bei der Umsetzung der gemeinsam herausgefundenen Maßnahmen, die sie nicht zuletzt aus Sicht ihrer touristischen Besucher besser aussehen lassen sollen. Das ganze Projekt sah nach diesen Rundreisen konkrete Gespräche in Arbeitsgruppen der beteiligten Städte und Gemeinden vor. Die Tourismus-Expertin Dr. Heike Glatzel schilderte der SZ, was bei diesen Einzelgesprächen am Beispiel von Weiskirchen herausgekommen ist.

Schon bei der dortigen Ortsbegehung am 22. Oktober vergangenen Jahres seien sich alle Beteiligten darüber einig gewesen, dass der dortige Schilder- und Transparentwald dringend „durchforstet“ werden muss, soll die Atmosphäre im Ortsbild wirklich aufgehübscht werden. „In unserer letzten Gesprächsrunde hat sich die Kreisverwaltung des Hochwaldkreises bereit erklärt, die in ihrer Verantwortung stehende braune Beschilderung zu überprüfen“, sagte Glatzel und fügte hinzu, dass auch die kommunale wie die private Beschilderung reduziert und möglichst zugleich informativer gestaltet werden soll.

Dabei dürfe es allerdings nicht bleiben. „Sowohl für die Einheimischen als auch für die Besucher müssen beispielsweise die Wegeverbindungen etwa vom Kurpark zu den Hochwaldkliniken oder vom Ortskern zum Wild- und Wanderpark attraktiver gestaltet werden.“ Gerade der großartige Kurpark habe es ihr angetan: „Der muss unbedingt barrierefrei überarbeitet werden, und dabei denke ich nicht nur gehbehinderte Menschen.“ So regte die Tourismus-Expertin unter anderem für Sehbehinderte weiße Wegränder an. Und für Senioren wären aus ihrer Sicht höhere Bänke zum leichteren Aufstehen hilfreich.

Als langfristiges und nicht leicht zu realisierendes Projekt schlägt sie Weiskirchen vor, im Umfeld der Kliniken oder des Wild- und Wanderparks einen Heil- und Kurwald zu gestalten, der dem aktuellen Trend zum gesunden Walderleben Rechnung tragen könnte. „An attraktiv gestalteten Wanderstartpunkten könnten ferner lesenswerte Geschichten etwa über die Geschichte dieser Strecken die Aufenthaltsqualität steigern.“ Und sie regte zusätzlich an, an reizvollen Panorama-Ausblicken wie etwa bei der Wildparkalm große Rahmen mit Infos aufzustellen, die den Blick des Wanderers auf die Schönheit des vor ihnen liegenden Hochwaldes fokussieren könnten.

Glatzel regte aber auch die teilnehmenden Kommunen an, bei der atmosphärischen Aufbesserung ihrer Ortsbilder die eigenen Bürger unbedingt mitzunehmen. So könnten nach ihren Vorstellungen die zu vielen Papierkörbe im Dorfkern reduziert werden. „Und wenn die Bürger dann noch beim Sauberhalten mit anfassen, dann würde auch dies zum Aufhübschen beitragen.“ Eine ähnliche Bürgerbeteiligung schwebt ihr bei der Gestaltung des aktuell eher tristen Marktplatzes vor. „Da könnten beispielsweise in Kooperation mit der angrenzen Schule mobile Hochbeete aufgestellt werden. Die dort wachsenden Kräuter, Obst oder Gemüse dürften als kleines Dankeschön von den Nachbarn selbst geerntet werden.“

Sowohl in Weiskirchen als auch in den übrigen teilnehmenden Kommunen des Grünen Kreises habe sie jedenfalls bei den bereits gelaufenen Aktionen vor Ort eine große Bereitschaft der Menschen erkennen können, zu einer atmosphärischen Verbesserung ihrer Orte beitragen zu wollen. In diesem Sinne sieht die Tourismus-Expertin das ganze Projekt auch als eine reizvolle Daueraufgabe, bei der sich Kreis, Kommunen und nicht zuletzt deren Bürger selber immer wieder mit guten Ideen einbringen können. Jede beteiligte Gemeinde bekomme jetzt in nächster Zeit von ihr einen Abschlussbericht mit konkreten Vorschlägen, über die bei der für den 29. April geplanten Abschlussveranstaltung diskutiert werden kann. Darüber hinaus schlägt Glatzel vor, dass in Zukunft vielleicht einmal pro Jahr bei weiteren Treffen dieses Kreises das Für und Wider neuer Ideen abgewogen werden könnte.