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Wandern im Hochwald in Zeiten von Corona: Welche Regeln gelten?

Kostenpflichtiger Inhalt: Erholung in Corona-Zeiten : Wanderer genießen weiter den Hochwald

Der Besuch in der Natur ist auch in Corona-Zeiten grundsätzlich erlaubt. Was es dabei zu beachten gibt, erläutert Weiskirchens Gemeindeförster.

Das Wetter lässt sich aktuell nur als traumhaft bezeichnen – kalt zwar, aber die Sonne lacht. Dabei ist vielen Menschen angesichts der Corona-Pandemie alles andere als zum Lachen zumute. Schulen und Kindergärten sind dicht, viele Eltern mussten ins Home-Office wechseln und die von der Politik verordnete weitgehende Ausgangsbeschränkung lässt auch den Saarländern bereits die Decke auf den Kopf fallen. Da stellt sich manchem die Frage: Wie sieht es eigentlich mit dem Wandern durch die weitläufigen Wälder unserer Region aus? Ist das noch erlaubt? Bringt man sich bei dieser sonst so geschätzten Freizeitbeschäftigung aktuell gar in virale Gefahr? Die SZ wandte sich mit diesen Fragen an einen, der es eigentlich wissen müsste. Und Tobias Misczyk, der Gemeindeförster von Weiskirchen, hatte die passenden Antworten parat.

„Spaziergänger, Jogger und Hundebesitzer dürfen im Saarland auch weiterhin in den Wald. Dabei sollten sie allerdings zusätzlich zu den vertrauten Spielregeln einige Dinge beachten, die der aktuellen Corona-Gefahr geschuldet sind.“ Misczyk fuhr fort: „Die Wanderer sollten aktuell auch beim Wandern auf den von den Virologen angeratenen Mindestabstand von anderthalb bis zwei Metern achten.“ Diese Regelung gelte derzeit für maximal zwei Personen – oder Menschen aus einem Haushalt –, die sich gemeinsam auf den Weg ins Grüne machen, um so dem Frust über geschlossene Läden, Restaurants, Kultur- und Freizeiteinrichtungen irgendwie Paroli bieten zu können.

In diesem Zusammenhang verweist der Förster auch auf die Homepage des Naturparks Saar-Hunsrück, auf der es heißt: „Aufgrund der aktuellen Situation bezüglich des Coronavirus werden alle Veranstaltungen des Naturparks Saar-Hunsrück bis auf Weiteres abgesagt.“ Dies treffe auch praktisch für alle geführten Wanderungen des Saarwaldvereins und organisierte IVV-Wanderungen der im Deutschen Volkssportverband (DVV) zusammengeschlossenen über 30 Wander- und Sportvereine im Land zu.

„Aber zum Glück stehen den Menschen die traumhaften Wanderwege im Hochwald, sofern sie diese einzeln oder mit ihren Familien nutzen möchten, auch in Corona-Zeiten zur Verfügung.“ Und der Förster weiß aus eigener Anschauung zu berichten, dass diese Angebote weiterhin vielfach genutzt werden. Dennoch gebe es unbelehrbare Naturfreunde, die auch den Wild- und Wanderpark trotz der Absperrung und der angebrachten entsprechenden Hinweisschilder besuchen. „Dies geschieht meist außerhalb der üblichen Betriebsstunden und ist somit nicht kontrollierbar.“ So sei der attraktive Park zwar aktuell wie die meisten öffentlichen Einrichtungen des Freizeitbereichs offiziell gesperrt, aber viele Spaziergänger nutzten dessen Wege trotzdem.

Und wann immer er aufgrund seiner dienstlichen Revierarbeiten die Wanderwege kreuzt, begegneten ihm Wanderer, die das aktuelle tolle Wetter zu schönen Spaziergängen nutzten. Menschen mit Schutzmasken seien ihm dabei noch nicht begegnet, „aber selbst, wenn ich zurzeit in der Natur mir bekannte Menschen treffe, verzichte ich angesichts der Corona-Gefahr auf den sonst üblichen Handschlag, dann muss halt der bloße Gruß mal reichen“.

Tobias Misczyk Foto: a-n

Auch wandernde Hundebesitzer müssten aktuell ihre Vierbeiner nicht daheim lassen. Der Förster: „Für diese Waldbesucher gelten im Übrigen die üblichen gesetzlichen Vorgaben. Die Hunde sollten von ihren Besitzern angeleint über die Wanderwege geführt werden, wie das auch in Zeiten ohne die derzeitigen Corona-Einschränkungen üblich und richtig ist.“ Und im Allgemeinen würden sich Spaziergänger mit vierbeiniger Begleitung nach seinen Beobachtungen auch an diese Vorschriften halten. Misczyk: „Manchem Spaziergänger erschließt sich erst jetzt in dieser schwierigen Zeit die große Bedeutung des Waldes und der intakten Natur als wohltuender Ausgleich für die zwangsläufigen Einschränkungen des täglichen Lebens, die sich aus der viralen Corona-Bedrohung ergeben.“