Sitzung in Weiskirchen: Von Wunderlampen und Grumber-Preisen

Kostenpflichtiger Inhalt: Sitzung in Weiskirchen : Von Wunderlampen und Grumber-Preisen

Tanzende Männer und einige Seitenhiebe gegen die Nachbarorte standen bei der Kappensitzung der Weiskircher Narren auf dem Programm.

Fast jeder Karnevalsverein hat heutzutage ein Männerballett, aber in Weiskirchen betätigen sich die Herren der Schöpfung auch in diversen Schautanzgruppen – und das mit großer Eleganz und vollem Körpereinsatz. Bestes Beispiel dafür bot „Das Prinzenpaar im Zauberwald“. Schon alleine die Kulisse dafür war sehenswert. Auf große Leinwände hatte ein künstlerisch begabter Mensch Bäume, Tiere und sogar ein ganzes Schloss gemalt. Davor hatten Tobias I. und Bianca I. Begegnungen mit Feen, Elfen und Einhörnern – eine wahrhaft verzauberte Welt.

Auch die Ladies und Gentlemen in ihren Sherlock-Holmes-Kostümen wurden begeistert gefeiert, und die Masculinos, die Aladins Wunderlampe zum Leuchten brachten, lieferten vor dem großen Finale einen grandiosen Höhepunkt. Natürlich waren auch die Garden aktiv und erfreuten mit ihren flotten Tänzen.

Präsident „Gussi“ hatte alles gut im Griff und war nie um ein Späßchen zwischendurch verlegen. Der „Praktikant von Bunja Heinz“, Frau Knackig und die „White Church Space Agency“ hielten das Publikum ebenso in Atem wie der Kinderelferrat und das Ro-Mo-Team mit ihrem KVW-Lied und Georg Grasmück mit seiner „Moralepistel“.

Großartig auch Mr. Guitar, der Sänger aus Bergen. Mit seinem Bekenntnis zur Mittelmäßigkeit holte er sofort alle Anwesenden ins Boot. Wer will schon Marathon laufen, wenn es doch genug Verkehrsmittel gibt? Und ist es nicht aufreizend, dass es Leute gibt, die fünf Sprachen beherrschen, während man selber Probleme hat, sich mit einem Wahlener zu unterhalten? „Oh Goddöh!“

Der Barde hatte für sich selbst ein Unwort des Jahres gefunden: Gartenparty. Gartenpartys sind Horror pur, weil jeder den tollsten Salat und den leckersten Braten mitbringt – natürlich ohne das Rezept zu verraten. In seiner Not hat sich der Sänger zum „King aller Muffinbäcker“ gemausert, obwohl das mit dem Teig auch nicht immer klappen will.

Vom Publikum schon sehnlichst erwartet, kamen die beiden „Dummschwätzer“ Gussi und Schlumpf auf die Bühne. Vor den beiden ist wirklich niemand sicher. So erzählten sie von einem Gastwirt, dem von Greta Thunberg und Angela Merkel das Bundesverdienstkreuz am Bande verliehen wurde, weil er der einzige Mensch auf der Welt ist, der absolut nichts mit der Erderwärmung zu tun hat.

Auch die Nachbardörfer bekamen bei der Sitzung ihr Fett weg. Im vergangenen Jahr kostete ein Sack Kartoffeln noch 25 Euro. Heute muss man 35 dafür hinlegen. Aus diesem Tatbestand kann man sehr gut Mathematikaufgaben machen. Für die Weiskircher: „Berechne den Preisunterschied in Prozent!“ Für die Thailener: „Um wie viel Euro sind die Kartoffeln teurer geworden?“ Und für die Konfelder: „Male ein Bild von den Grumberen!“ Aber egal, wie spitz die Pfeile waren – sie gingen immer nur so tief, dass die Betroffenen noch mitlachen konnten, und so nahm auch diese Kappensitzung ein friedliches und fröhliches Ende.

Mehr zum Thema Fastnacht finden Sie online unter:

www.saarbruecker-zeitung.de/fastnacht