Verkehrserziehung mit dem ADAC an der Grundschule Weiskirchen in Konfeld

Verkehrserziehung in Konfeld : Wer abbremst, steht noch lange nicht

„Achtung Auto“ hieß es kürzlich in Konfeld. Dabei haben Grundschüler gelernt, die Risiken des Straßenverkehrs besser einzuschätzen.

Unsere Kinder wachsen in einer mobilen Welt auf, in der das Auto ein wesentlicher Bestandteil ihres Alltags ist. Fast täglich sitzen die Kinder in Autos, begegnen ihnen auf dem Schulweg oder in ihrer Freizeit. Doch die Risiken, die damit verbunden sind, können die Kinder oft nur unzureichend einschätzen.

Daher hat es sich der ADAC Saarland zur Aufgabe gemacht, die Verkehrssicherheit unserer Kinder zu fördern und hat deshalb mit „Achtung Auto“ ein Programm zur schulischen Verkehrserziehung für Viert-bis Siebtklässler eingeführt. Da es den Kindern erfahrungsgemäß aber schwer fällt, theoretisch vermitteltes Wissen in der Praxis anzuwenden, zieht der ADAC Saarland über Land und schult die Kinder unmittelbar vor Ort auf ihren Schulhöfen.

Kürzlich erfolgte die Verkehrserziehung auf dem Schulhof in Konfeld (Grundschule Weiskirchen). „Mit ‚Achtung Auto’ wird ein Stück Verkehrsrealität in die Schulen gebracht und eine persönliche Erfahrung vermittelt, die möglicherweise Leben retten kann“, klärt ADAC-Moderator Albert Port auf. Diese Verkehrserziehung wird vom saarländischen Kultusministerium unterstützt und leistet einen wertvollen Beitrag zur Hebung der Verkehrssicherheit für die Schwächsten auf unseren Straßen.

Für zwei Schulstunden wurde das Klassenzimmer auf den Schulhof verlegt. ADAC-Moderator Port bringt den Jungen und Mädchen der vierten Klasse zusammen mit den Lehrerinnen Hanna Reinheimer und Jenny Klein ein sicheres Verhalten im Straßenverkehr bei. Die Schüler lernen den Zusammenhang zwischen Geschwindigkeit, Reaktionsweg, Bremsweg, Fahrbahnbeschaffenheit und dem daraus resultierenden Anhalteweg. Sie erleben unmittelbar Situationen aus der Sicht der Verkehrsteilnehmer als Fußgänger, Radfahrer und Mitfahrer im Auto.

Zu Beginn sind die Jungen und Mädchen selbst aktiv. Sie stoppen aus vollem Lauf und müssen erkennen, dass sie nicht sofort stehen bleiben können. Noch länger dauert es dann, wenn sie auf ein Zeichen hin sofort anhalten sollen. Aus dieser Erkenntnis wird dann die Lehrformel „Reaktionsweg + Bremsweg = Anhalteweg“ erarbeitet, die sich wie ein roter Faden durch die weiteren Übungen zieht.

Die zunächst selbst erlaufene und anschließend auf einem Fahrrad – natürlich mit Helmpflicht – erfahrene Regel wird abschließend auf das Auto übertragen. Jedes Kind stellt an der zu befahrenden Straße einen Pylonen an der Stelle auf, an der es das Anhalten des bremsenden Fahrzeuges erwartet. „Da haben viele ganz schön schief gelegen“, erzählte Lehrerin Reinheimer, und die Kinder erkannten unisono, was passiert wäre, wenn sie an der Stelle des Pylonen gestanden hätten. „Wir wären jetzt überfahren worden“, so die Antwort. Simon (neun Jahre) erklärt: „Wir haben gelernt, dass der Fahrer eine Sekunde braucht, um zu reagieren. In der Zeit fährt das Auto aber noch weiter. Es gibt also den Reaktionsweg und den Bremsweg. Beides zusammen nennt man Anhalteweg.“

Aber mit zunehmenden Versuchen, auch bei nasser Fahrbahn, wurden die Ergebnisse besser und die Entfernungen sicherer geschätzt. Noah (zehn): „Wir haben gelernt, wie lange die Reaktions- und Bremswege sind, damit wir wissen, wie lange das Auto braucht, um anzuhalten. Ich fand besonders interessant, dass wir auch mit dem Fahrrad Vollbremsungen machen konnten.“ Abschließend erlebten die Kinder bei Vollbremsungen des Autos noch, wie wichtig es ist, sich im Auto richtig zu sichern. „Das war mal ein toller Unterricht“, waren alle Kinder nach dem Programm um einige Erfahrungen reicher.

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