"Uriges Dorf" mit toller Gemeinschaft

"Uriges Dorf" mit toller Gemeinschaft

Weierweiler. Der Liebe wegen ist Tina Schmitt vor 14 Jahren nach Weierweiler gezogen. Ihr Mann ist Landwirt in dem kleinsten Ortsteil von Weiskirchen. "Weierweiler hat mich vor 14 Jahren super gut aufgenommen", freut sich die 36-Jährige. Noch mehr freut sich die Friseurmeisterin darüber, dass sie "ihr" Weierweiler nicht einmal verlassen muss, wenn sie zur Arbeit will

Weierweiler. Der Liebe wegen ist Tina Schmitt vor 14 Jahren nach Weierweiler gezogen. Ihr Mann ist Landwirt in dem kleinsten Ortsteil von Weiskirchen. "Weierweiler hat mich vor 14 Jahren super gut aufgenommen", freut sich die 36-Jährige. Noch mehr freut sich die Friseurmeisterin darüber, dass sie "ihr" Weierweiler nicht einmal verlassen muss, wenn sie zur Arbeit will. Denn ihr eigenes Friseurgeschäft ist direkt unter der Wohnung der Familie. Frisieren in der Scheune "Unser ganzes Wohnhaus war mal eine Scheune", erzählt sie. Vor zwei Jahren hat ihr Mann ihr im Erdgeschoss der Scheune den Laden eingerichtet. "Das ist alles in Eigenregie passiert", erklärt die 36-Jährige stolz. Deshalb heißt das Geschäft auch "Tina's Haarscheune".Auf der Meisterschule hätten sie viele für verrückt erklärt, dass sie in einem so kleinen Ort einen eigenen Laden aufmachen wollte. Aber Tina Schmitt hat sich von ihrem Plan nicht abbringen lassen. "Über die Hälfte der Weierweiler kommt hierhin zum Haare schneiden", sagt sie.Die 36-Jährige mag Weierweiler sehr gern. "Das ist ein kleines uriges Dorf." Die Weierweiler Feste im Herbst gefallen ihr besonders. "Da kommen ganz viele ehemalige Weierweiler", sagt sie. Das Erntedankfest, der Hubertusritt und das Kartoffelfeuer seien echte Besuchermagnete. "Da treffe ich viele ehemalige Schulkollegen." Der Zusammenhalt im Dorf sei toll. R und 210 Einwohnern zählt der kleinste Ortsteil von Weiskirchen zurzeit. "Wir müssen aufpassen, dass wir die Selbstständigkeit nicht verlieren", sagt Schmitt. "Noch haben wir unseren eigenen Ortsvorsteher."Die Einheimischen findet sie offen und freundlich. "Wenn ich abends nach der Arbeit spazieren gehe, brauche ich immer länger, vor jeder Tür sitzen Leute und unterhalten sich", sagt die Friseurmeisterin. Nur den Dialekt der Alteingesessenen versteht sie nicht immer. "Wenn die ganz Alten miteinander reden, muss ich schon aufpassen, dass ich alles verstehe." In jedem Ortsteil von Weiskirchen gebe es einen anderen Dialekt. "Statt Scheune sagen wir hier zum Beispiel Scheier", erklärt die 36-Jährige. Wie viele Menschen in Weiskirchen ist auch Tina Schmitt ehrenamtlich engagiert. Sie ist im Weierweiler Pfarrgemeinderat aktiv. "Vor Weihnachten habe ich Spenden für die renovierte Kirche in Weierweiler gesammelt", erzählt sie. Der Grund dafür, warum sie sich neben ihrem Laden und ihrer Familie noch ehrenamtlich betätigt, liegt für sie auf der Hand: "Es ist nicht selbstverständlich, dass wir eine Kirche haben, deshalb musste ich das einfach unterstützen." Die Weierweiler Kirche Maria Königin war im Sommer nach mehrmonatiger Renovierung und Sanierung wieder in Betrieb genommen worden.Aus Weierweiler wegzuziehen kommt für die 36-Jährige nicht in Frage. "Man kennt hier ja jeden", sagt sie.

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