Trotz Klatsche ein Höhepunkt

Der SV Weiskirchen gab am Dienstag im Saarlandpokal-Achtelfinale alles, gegen den turmhohen Favoriten 1. FC Saarbrücken war für den Fußball-Landesligisten aber kein Kraut gewachsen. Am Ende setzten sich die Saarbrücker vor 1000 Zuschauern mit 8:0 durch.

Für die Landesliga-Kicker des SV Weiskirchen war es ein Höhepunkt ihrer Fußballer-Laufbahn, für den Verein das Spiel des Jahres. Erstmals seit 1978 stand der SVW am Dienstagabend wieder im Achtelfinale des Saarlandpokals, dazu noch gegen den saarländischen Traditionsverein schlechthin, den 1. FC Saarbrücken . Rund 1000 Zuschauer wollten sich dieses Ereignis im Weiskircher Holzbachtalstadion nicht entgehen lassen. Wenn sie auf einen Pokal-Patzer des Favoriten gehofft hatten, wurden sie enttäuscht. Dafür bekamen sie einen konzentrierten Auftritt des Regionalligisten zu sehen.

Bereits nach einer halben Stunde lag der FCS mit 5:0 vorne, am Ende musste Weiskirchens Torwart Marc Lauer den Ball acht Mal aus dem Kasten holen. "Sportlich hatten wir heute zwar wenig zu bestellen", sagte der 28-jährige Schlussmann. "Von der Kulisse her war es aber ein wirklich schönes Erlebnis, auch wenn wir uns das eine oder andere Gegentor ziemlich dumm gefangen haben."

So auch nach gerade mal 80 Sekunden, als eine Saarbrücker Ecke durch die komplette SVW-Abwehr rauschte und Steffen Schäfer am langen Pfosten nur noch eindrücken musste. Zehn Minuten später kam auch Weiskirchen zu einer Torchance: Kapitän Steen Sinast verlangte David Salfeld im FCS-Kasten bei einem Freistoß alles ab (13.). Dann aber machten die "Molschder" richtig ernst: Binnen zehn Minuten sorgten erneut Schäfer (19.), Christian Sauter (22.), Rufat Dadachov (24.) und Marius Willsch (29.) für eine 5:0-Führung. Mit dem Pausenpfiff machte Aleksandar Pranjes das halbe Dutzend voll. Zuvor war Sinast erneut mit einem Freistoß nur knapp an Salfeld gescheitert (39.).

Weiskirchens Spielführer zeigte sich trotz der hohen Schlappe aber nicht allzu enttäuscht: "Für so einen kleinen Verein war das einfach eine tolle Sache. Wir haben aus unseren Möglichkeiten das Beste gemacht. Schade nur, dass wir so früh die Gegentore bekommen haben."

Nach der Pause schaltete der FCS zurück, Willsch (62.) und Pranjes (87.) trafen zum Endstand. "Das war für uns definitiv ein Highlight", meinte auch Weiskirchens Vorsitzender Patrick Barth. "Mit dem Besuch sind wir sehr zufrieden. Vom Ablauf her hat alles so funktioniert." Somit konnte er auch einen Graffiti-Anschlag auf das Clubheim in der Nacht zuvor halbwegs vergessen.

Bis Winter neuer Trainer

Nicht vergessen wird Barth dagegen die Suche nach einem neuen Trainer. Bis zur Winterpause soll ein Nachfolger für das Interims-Duo Steffen Schommer und Björn Orth, das vor drei Wochen den zurückgetretenen Stephan Mertes ersetzte, gefunden sein. Für den Ex-Trainer fand Kapitän Steen Sinast übrigens lobende Worte: "Ich möchte mich ausdrücklich bei Stephan Mertes für seine Arbeit bedanken."

In der Landesliga geht es für Weiskirchen nun darum, den enttäuschenden 15. Platz zu korrigieren. Am besten schon an diesem Sonntag im Heimspiel gegen den FSV Saarwellingen (14.30 Uhr) - auch wenn die Gegensätze gegen den Tabellenletzten nach dem Pokalhöhepunkt kaum größer sein könnten.