Trost spenden und Schmerzen lindern

An einem Samstagnachmittag entstanden in dem Stoffgeschäft „Kleine PatchWorkWelt“ die bunten Herzkissen. Initiiert wurde die Aktion von Heike März; 20 Frauen waren spontan bereit, mitzuhelfen.

"Mit Herzen gegen Schmerzen " - dieser wohltätigen Aktion haben sich 20 Frauen in Rappweiler in der "Kleinen PatchWorkWelt" für einen Tag verschrieben. Sie haben vier Stunden lang stattliche 130 Herzkissen genäht für das Brustzentrum im Klinikum Mutterhaus der Borromäerinnen in Trier. Dort werden jährlich etwa 300 Neuerkrankungen behandelt.

"Mit einem Herzkissen werden Brustkrebspatientinnen getröstet und für ihren Weg ermutigt. Das Kissen wird von Menschen genäht, die eine Portion Güte und Herzenswärme den erkrankten Frauen schenken möchten. Freiwillig, von Herzen einfach so, um die Welt ein Stückchen besser zu machen", klärt Heike März auf. Zusammen mit ihrer Mutter Sonja hatte sie diese Aktion an einem Samstagnachmittag organisiert. Diese Herzkissen haben zudem eine doppelte Funktion. Sie werden von den Patientinnen nach Brustkrebsoperationen unter der Achsel getragen, um den Druck von der OP-Narbe zu nehmen, den Wundschmerz zu lindern und mögliche Blockaden des Lymphflusses zu verhindern. Weiter transportiert das Herz als Symbol der Liebe die warme Anteilnahme derer, die das Kissen genäht haben, zu den Patientinnen.

Erstmals hatten Heike und Sonja im April des Jahres mit der Aktion "Herzkissen Trier" unter der Leitung von Gaby Korfmann Kontakt aufgenommen. Dort lernten sie, wie Herzkissen geschnitten, genäht, gestopft und letztendlich fertig gestellt werden. Und einig war man sich sofort: "Das können wir auch in Rappweiler machen." Anfang September startete Heike den Aufruf zum Mitmachen. 20 Frauen erklärten sich auf Anhieb bereit, kamen in ihrem kleinen Stoffgeschäft in Rappweiler zusammen, um mitzuhelfen.

Ein Samstagnachmittag wurde vier Stunden lang gearbeitet. Vier Teams mit unterschiedlichen Aufgaben waren gebildet worden. Die erste Gruppe schnitt die Muster aus, eine zweite musste nähen und wenden. Während die dritte Gruppe die Kissen stopfte, hat die letzte Gruppe die Kissen von Hand zugenäht. Stoff und Füllmaterial wurde von den Teilnehmerinnen und der "Kleinen PatchWorkWelt" gespendet. Zum Ende der Aktion waren stattliche 130 Kissen fertiggestellt worden. "Das ist der Wahnsinn", bedankte sich die eigens aus Trier angereiste Gaby Korfmann, "mit so vielen Herzenskissen hätte ich niemals gerechnet". Hinzu kamen noch weitere 50 Kissen, die bereits im Vorfeld von den Näherinnen angefertigt wurden. So konnte Korfmann mit 180 Herzkissen im Gepäck den Heimweg nach Trier antreten.