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Studentin Helen Göbel aus Weiskirchen arbeitet an Studie zu Elektromobilität

Kostenpflichtiger Inhalt: Studie läuft : Studentin aus Weiskirchen nimmt Elektromobilität unter der Lupe

Die Weiskircher Studentin Helen Göbel sammelt für ihre Masterarbeit Stimmen von Menschen aus dem Grünen Kreis.

Nachdem Corona-Restriktionen die harmonische Nachbarschaft in der Straße Zum Boxpfad in Weiskirchen wochenlang auseinander dividiert hatten, lockte die warme Abendsonne jetzt dort erstmals wieder zwei Familien zum gemütlichen Plausch vor die Haustür – mit dem immer noch erforderlichen Abstand, versteht sich. Die Kinder spielten, die Frauen unterhielten sich, und die beiden Männer schraubten eine neue Tischtennisplatte zusammen. Da gesellte sich unvermittelt Helen Göbel mit ihrer Mutter hinzu. Die junge Frau studiert an der Uni Koblenz-Landau und bereitet sich dort gerade im Fachbereich Geografie auf ihre Masterarbeit vor.

Dazu erstellt sie eine Studie mit dem Thema „Elektromobilität in strukturschwachen Regionen“. Und weil sich Weiskircher untereinander zumindest weitläufig kennen, hatte sie von Bäckermeister Alexander Louis erfahren, dass dieser mit einem von wenigen Elektromobilen im heilklimatischen Kurort unterwegs ist.

Mit diesem Wissen bat die junge Studentin jetzt die überraschten Nachbarn, ihr einige mitgebrachte Fragebögen – „völlig anonym natürlich“ – auszufüllen. Helen Göbel sagt, warum: „Im Rahmen meiner Masterarbeit ist es mein Ziel, im Zuge der Debatte um die Förderung der Elektromobilität neue Erkenntnisse zur Akzeptanz und zur Wahrnehmung von Elektrofahrzeugen zu erlangen.“ Da ließen sich die Nachbarn nicht lange bitten, zumal das Ausfüllen der Fragebögen ganze zehn bis 15 Minuten in Anspruch nehmen sollte. Und der Nachbar mit der „Lizenz zur Elektromobilität“ ließ prompt von der neuen, mobilen Tischtennisplatte ab und erläuterte der jungen Frau erst mal sein gleich nebenan geparktes Elektromobil.

Für ihre Masterarbeit hofft die Studentin auf vielleicht 300 ausgefüllte Fragebögen. Dabei sei sie heilfroh, dass die inzwischen gelockerte Kontaktsperre trotz noch längst nicht ausgestandener Corona-Pandemie ihr dieses Zugehen auf fremde Menschen überhaupt erst ermöglicht habe. Ihr zweiseitiger, beidseitig gedruckter Fragebogen umfasst ein breitgefächertes Fragenspektrum. Da finden sich Aussagen wie „Die Politik muss Produkte, die die Umwelt schonen, stärker fördern“ oder Fragen wie „Was ist Ihnen bei der Anschaffung eines Fahrzeugs besonders wichtig?“ Meist stehen dabei vier Antworten zur Auswahl. Alle Daten würden selbstverständlich anonym und vertraulich behandelt und nicht an Dritte weitergegeben.

Aufgrund der bislang gemachten Erfahrungen zeigte sich Helen Göbel zuversichtlich, die ins Auge gefasste Zahl von mindestens 300 ausgefüllten Fragebögen zusammenzubekommen: „Bisher haben sich die meisten angesprochenen Weiskircher bereit erklärt, meiner Bitte zu entsprechen.“

Die Nachbarn in der Straße „Zum Boxpfad“ erklärten sich jedenfalls spontan bereit, die junge Weiskircherin bei ihrer Fleißarbeit zu unterstützen. Alexander Louis freute sich insbesondere darüber, dass in dieser Studie auch mal die Abhängigkeiten von Menschen beziehungsweise deren Fahrzeugen in einer strukturschwachen Region wie dem grünen Kreis wissenschaftlich untersucht werden: „Ganz gleich ob Elektro-, Benzin- oder Dieselmotor, wir sind in unserer Region auf solche Fahrzeuge angewiesen. Wenn die große Politik in Berlin immer wieder von großartigen Alternativen wie dem öffentlichen Nahverkehr schwärmt, müssen wir uns gelegentlich fragen, wo denn die U-Bahnen, Busse oder Zugverbindungen rund um Weiskirchen sein sollen.“ Gleichzeitig versicherte er der Studentin aber auch, dass er mit seinem Elektrofahrzeug durchaus sehr zufrieden sei.

Helen Göbel verabschiedete sich schließlich von der auskunftsfreudigen Nachbarschaft mit einem herzlichen Dank für die konstruktive Mitarbeit. Dann machte sie sich mit ihrer Mutter wieder auf den Weg, um noch weitere Unterstützer ihrer wissenschaftlichen Studie für die Masterarbeit zu suchen.

Wer sich im Grünen Kreis Merzig-Wadern noch für die Masterarbeit und die Fragebögen interessiert, erreicht Helen Göbel per E-Mail an: goeb4398@uni-landau.de.