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Weiskirchen
Hübschen übernimmt das Amt von Hero

Der scheidende Weiskircher Bürgermeister Werner Hero (rechts) überreichte beim Festakt am Freitag seinem Nachfolger Wolfgang Hübschen symbolisch den Schlüssel fürs Rathaus.
Der scheidende Weiskircher Bürgermeister Werner Hero (rechts) überreichte beim Festakt am Freitag seinem Nachfolger Wolfgang Hübschen symbolisch den Schlüssel fürs Rathaus. FOTO: Erich Brücker
Weiskirchen. Weiskirchen: Wolfgang Hübschen hat die Nachfolge von Werner Hero als Bürgermeister der Kurgemeinde angetreten.

Mit einem Festakt in der Hochwaldhalle ist am Freitagabend der Wechsel im Amt des Bürgermeisters der Kur- und Touristikgemeinde Weiskirchen vollzogen worden. Nach 16-jähriger Amtszeit ist Werner Hero (CDU) in den Ruhestand verabschiedet und mit Wolfgang Hübschen (CDU) der Gewinner der Bürgermeisterwahl vom 17. Juli neu in das Amt des Verwaltungschefs eingeführt worden. Der bisherige Hauptamtsleiter rückt ab heute im Rathaus eine Tür weiter und nimmt für die nächsten sechs Jahre auf dem Chefsessel Platz.


„Heute ist ein bedeutender Tag für unsere Gemeinde. Es wird ein neues Kapitel aufgeschlagen auf dem Weg in eine spannende Zukunft“, begrüßte Helma Kuhn-Theis, erste Beigeordnete der Hochwaldkommune, die unzähligen Weggefährten von Werner Hero aus der Landes-, Kreis- und Gemeindepolitik, aus der Bevölkerung sowie aus Verwaltungen, Wirtschaft und Gesellschaft. „Als Mann aus der Wirtschaft hast du mit deinem Sachverstand den Grundstein gelegt, dass unsere Gemeinde trotz schwieriger Rahmenbedingungen eine echte Zukunftsperspektive hat“, betonte Kuhn-Theis. Mit unermüdlichem Kampfgeist, gepaart mit Hartnäckigkeit und Unverdrossenheit sei Hero eine starke Stimme gewesen. Als Mann mit Ecken und Kanten, wenig geschmeidig, nicht angepasst habe der Verwaltungschef keine Auseinandersetzung zum Wohle der Kommune und seiner Bürgerschaft gescheut. „Dafür gilt dir unser allergrößter Respekt und unsere Anerkennung“, lobte die Beigeordnete. Sie wünschte von Herzen für den neuen Lebensabschnitt, vornehmlich im Kreise der Familie mit Ehefrau Rosi, den Kindern und Enkelkindern, viele schöne Momente des Glücks, der Zufriedenheit und Gesundheit.

Die Tugenden und Charakteristika des scheidenden Bürgermeisters zogen sich wie ein roter Faden durch die Grußworte der Ehrengäste, deren Reigen die heutige Sozial- und frühere Innenministerin Monika Bachmann anführte. „Als agierender, aufgrund der schwierigen Finanzlage und eingeengtem Handlungsspielraum für die Landesregierung zuweilen auch ein unbequemer Bürgermeister, der keine Kontroversen gescheut hatte, übergibt Hero eine zukunftsfähige Gemeinde mit Perspektiven“, sagte die Ministerin. Seinem Nachfolger Wolfgang Hübschen gab sie mit auf den Weg, dass die Herausforderungen aber damit nicht geringer würden. Er werde wohl wissen, worauf er sich eingelassen habe. Sie wünschte ihm, ein Aktivposten zu sein, Standhaftigkeit und Rückgrat zu haben, um mit Kraft und Freude, sowie Glück und Mut, die Kurgemeinde in eine gute Zukunft führen zu können. Landrätin Daniela Schlegel-Friedrich sagte, Hero habe die Rolle des Bürgermeisters sehr ernst genommen, sei dadurch auch nicht immer Freund mit jedem geworden. Sie wünschte, dass sowohl Hero in seine neue Rolle als Ruheständler hineinwachsen möge und dass der neue Verwaltungschef Hübschen die Herausforderungen als neuer erster Mann in der Gemeinde bewältigen werde. „Werner Hero verkörpert 40 Jahre Berufsleben und kann mit einem gutem Gewissen in den Ruhestand gehen“, bescheinigte Hermann Josef Schmidt, Bürgermeister der Gemeinde Tholey und stellvertretender Präsident des Saarländischen Städte- und Gemeindetages, seinem Kollegen eine gute Arbeit. Gemeinsam habe man viele Schlachten geschlagen, stets für die kommunale Sache gekämpft und vieles auf den Weg gebracht. Den neuen Bürgermeister Hübschen hieß er im Städte- und Gemeindetag willkommen, wünschte ihm Begeisterung, Elan und Augenmaß, das Machbare zu schaffen.



Lothar Christ, mit 25 Jahren dienstältester Bürgermeister im Grünen Kreis, nannte Hero einen Freund der offenen Worte, für den es kein Zurück mehr gab, wenn er von einer Sache überzeugt war. Mit der Errichtung der Windräder auf dem Schimmelkopf habe er Weitblick bewiesen und für notwendiges Geld in der klammen Gemeindekasse gesorgt. „Wir werden dich vermissen, auch den Kollegen, der stets ein lustiges Wort gepflegt hat und Meister des Erzählens vieler Anekdoten war“, sagte Christ, der Hero demnächst in den Ruhestand folgen werde. Aus der französischen Partnergemeinde Bourbonne Les Bains war der Vorsitzende Alain Barel des Partnerschaftskomitees gekommen. Auch im Namen von Bürgermeister Noiret dankte er Hero für eine gute und einvernehmliche Zusammenarbeit. Man werde die vielen Begegnungen mit ihm in guter Erinnerung behalten. Er  sprach die Hoffnung aus, dass auch der neue Rathauschef Hübschen der Partnerschaft weiter wohlwollend gegenüber stehe.

„Das Meiste hat gestimmt“, dankte Noch-Bürgermeister Werner Hero den Ehrengästen für ihre wohlwollenden Worte. Er gehe mit einem weinenden und lachenden Auge. Ein wichtiger Lebensabschnitt gehe zu Ende, der Abschied falle schwer, auch deshalb, weil er sich von vielen Menschen, die ihn in 16 Jahren im Amt des Bürgermeisters begleitet haben, verabschieden müsse. „Ich kann von mir behaupten, dass ich nichts unversucht gelassen habe, Weiskirchen weiterzuentwickeln und voranzubringen. Kontinuität war Trumpf, wie ich es beim Amtsantritt versprochen hatte“, sagte Hero. Das Gemeinwohl und das Wohl der Bürger war das große Ziel. „Ihr wart ein super Team“, dankte er allen Mitarbeitern der Verwaltung für ihre Loyalität und tatkräftige Unterstützung. Ebenso galt sein Dank den gemeindlichen Hilfseinrichtungen und Vereinen, die sich mit Engagement und Jugendarbeit um das Gemeinwohl verdient gemacht haben, den Firmen und Betrieben, die einer Vielzahl von Menschen Lohn und Brot sowie der Gemeinde die Gewerbesteuern gesichert haben, den Bürgermeisterkollegen, Kreis und Land für eine faire und konstruktive Zusammenarbeit. Ein „Vergelt’s Gott“ richtete er an die Vertreter von Kirche und Schulen sowie an alle Mitbürger für das entgegengebrachte Vertrauen. Letztendlich dankte er auch der eigenen Familie, die ihn oftmals entbehren musste, aber zukünftig mehr mit ihm erleben werde.

Seinem Nachfolger Wolfgang Hübschen wünschte er eine glückliche Hand bei der Bewältigung der anstehenden Herausforderungen und schwierigen Aufgabe, damit Weiskirchen weiterhin eine lebens- und liebenswerte Gemeinde im Schwarzwälder Hochwald bleibe. „Ich war gerne euer Bürgermeister“, verabschiedete sich Hero. Als letzte Amtshandlung nahm er die Ernennung und Vereidigung des neuen Bürgermeisters Wolfgang Hübschen vor und überreichte die entsprechende Urkunde, sowie symbolisch den Rathausschlüssel. In der Urkunde wurde festgeschrieben, dass der neue Bürgermeister getreu seinem Diensteid seine Amtspflichten gewissenhaft zu verrichten habe, um das Vertrauen zu rechtfertigen, das ihm durch die Ernennung erwiesen wird.Für Hero selbst gab es zum Ende des Festaktes, der vom Blech-Bläser Ensemble „quellblech“ musikalisch umrahmt wurde, eine letzte Ehrenurkunde, nämlich die Versetzungsurkunde in den wohlverdienten Ruhestand.