1. Saarland
  2. Merzig-Wadern
  3. Weiskirchen

Sperrmüll wird künftig nur auf Abruf abgefahren

Sperrmüll wird künftig nur auf Abruf abgefahren

Merzig-Wadern. Auch in den übrigen Kommunen im Kreis ändert sich zum Jahreswechsel in Sachen Müllabfuhr einiges. Die Stadt Wadern sowie die Gemeinden Beckingen, Weiskirchen und Perl sind im Entsorgungsverband Saar (EVS) geblieben und führen zum 1. Januar das Leerungs- oder Identsystem ein, bei dem die Zahl der Mülltonnen-Leerungen die Höhe der Gebühr bestimmt (siehe Infokasten 1)

Merzig-Wadern. Auch in den übrigen Kommunen im Kreis ändert sich zum Jahreswechsel in Sachen Müllabfuhr einiges. Die Stadt Wadern sowie die Gemeinden Beckingen, Weiskirchen und Perl sind im Entsorgungsverband Saar (EVS) geblieben und führen zum 1. Januar das Leerungs- oder Identsystem ein, bei dem die Zahl der Mülltonnen-Leerungen die Höhe der Gebühr bestimmt (siehe Infokasten 1). Auch die Gemeinde Losheim ist weiterhin EVS-Mitglied, hat sich allerdings für das Verwiegen des Mülls nach dem Modell des Verbandes entschieden (siehe Infokasten 2).

Aus EVS ausgestiegen

Eines ist in allen EVS-Kommunen gleich: Dort wird der Sperrmüll künftig nur noch auf Abruf abgefahren, wobei je Abholung eine Gebühr von 15 Euro fällig wird. Dabei gilt eine Höchstmenge von vier Kubikmetern. Kostenlos kann jeder seinen Sperrmüll in den Wertstoffhöfen abgeben (bis zu zwei Kubikmetern), neben den bereits bestehenden in Losheim und Rehlingen (für Beckingen) kommt noch einer in Wadern hinzu. Allerdings muss er den Transport dorthin dann selbst übernehmen beziehungsweise organisieren.

An der Organisation der Müllabfuhr ändert sich gr undsätzlich nichts: Wie bislang fahren die Müllautos jede Woche durch die Orte, um die bereitegstellten Restmüll- oder Biomülltonnen zu leeren. Es muss nur jeder Haushalt zukünftig gut überlegen, ob er seine Tonne zur Abholung bereitstellt oder lieber noch stehen lässt. Beim Leerungssystem wird die Tendenz dahin gehen, dass nur Tonnen zur Abfuhr an die Straße gestellt sind, die ziemlich komplett gefüllt sind. Beim Verwiegesystem spielt der Füllzustand weniger eine Rolle, weil dort ja das exakte Gewicht des Mülls erfasst wird.

Die Gemeinde Mettlach hingegen ist aus dem EVS ausgestiegen und möchte künftig die Müllabfuhr in Eigenregie organisieren. Weil aber die grundsätzliche Entscheidung darüber, wie dies in Zukunft organisiert sein soll, noch aussteht, gilt in Mettlach ab 1. Januar eine Übergangsregelung: Dort bleibt es bei dem bisherigen System, wonach Rest- und Biomüll in wöchentlichem Wechsel abgefahren werden. Das heißt, für die meisten Haushalte gibt es wie bislang 26 Abfuhrtermine für den Rest- und Biomüll.

Gebühren steigen

Allerdings steigen die Gebühren hierfür um zehn Prozent gegenüber den bisherigen, vom EVS übernommenen Sätze an. So fällt für eine 120-Liter-Tonne bei 14-täglicher Leerung eine Monatsgebühr von 16,41 Euro an, für die 240-Liter-Tonne werden bei 14-täglicher Leerung 25,71 Euro im Monat fällig. Die Biotonne schlägt in Mettlach künftig mit 3,39 Euro monatlich zu Buche. Aufs Jahr hochgerechnet, bedeutet dies für Haushalte mit 120-Liter-Tonne einer Jahresgebühr von 237,60 Euro (inklusive Biotonne), bei den großen 240-Liter-Gefäßen beträgt die jährliche Müllgebühr 349,20 Euro. Wer seinen Restmüll nur alle vier Wochen abholen lässt, zahlt in Mettlach ab 1. Januar 11,42 Euro im Monat für die 120-Liter-Tonne (Jahresgebühr: 177,72 Euro inklusive Biotonne).

In Mettlach bleibt es im Hinblick auf Sperrmüll auch vorerst bei der kostenlosen Abfuhr an vier festgelegten Abfuhrterminen im Jahr pro Ort.

Auf einen blick

Wenn die Haushalte in Kürze ihre neuen Gebührenbescheide erhalten (ab 2011 übrigens nicht mehr über die Gemeinden, sondern direkt vom EVS), werden viele erst mal nach Luft schnappen: Denn bei der Vorberechnung der Gebühren für 2011 legt der EVS beim Leerungssystem die Zahl der Leerungen nach dem bisherigen System zu Grunde - in den meisten Fällen also 26 im Jahr (14-tägliche Leerung). Bei den Kommunen mit Verwiegesystem wird anhand eines Durchschnittswertes aus den Vorjahren eine angenommene Müllmenge vorausberechnet.

Das bedeutet, dass zunächst einmal jeder Gebührenzahler eine üppige Vorauszahlung an den Verband leisten muss, die erst im Jahr darauf erstattet wird. Denn der EVS vergleicht erst am Ende des Jahres, ob die von ihm angenommene Leerungszahl oder die Müllmenge mit der tatsächlichen übereinstimmt. In den Folgejahren werden dann die "tatsächlichen" Leerungen beziehungsweise das tatsächliche Gewicht bei der Gebührenberechnung als Grundlage genommen. cbe