SPD durfte noch nicht nachzählen

Weiskirchen. Nachdem die Sozialdemokraten dem Ergebnis der Briefwahl in Thailen bei der Bürgermeisterwahl vom Sonntag nicht traute, hat sie Einsicht in die Wahllisten gefordert (wir berichteten). Im Rathaus Weiskirchen wartet man nun auf eine Entscheidung von Landeswahlleiterin Karin Schmitz-Meßner

Weiskirchen. Nachdem die Sozialdemokraten dem Ergebnis der Briefwahl in Thailen bei der Bürgermeisterwahl vom Sonntag nicht traute, hat sie Einsicht in die Wahllisten gefordert (wir berichteten). Im Rathaus Weiskirchen wartet man nun auf eine Entscheidung von Landeswahlleiterin Karin Schmitz-Meßner. Die notwendigen Unterlagen zur Überprüfung habe sie erhalten, sagte Schmitz-Meßner auf SZ-Anfrage. Sie benötige aber noch weitere Infos zu einer Entscheidung. Warum die SPD ausgerechnet Thailen im Visier hat? In dem Weiskircher Ortsteil hatten nach ihrer Meinung auffallend viele Wahlberechtigte per Brief gewählt. Amtsinhaber Werner Hero (CDU) bekam 176 Stimmen, Matern 31. Listen lagen aus"Ich hätte nichts dagegen, den Ausschuss abstimmen zu lassen", sagt Weiskirchens Beigeordneter Dietmar Ewich (FDP) auf SZ-Anfrage. Als Stellvertreter von Gemeindewahlleiterin Helma Kuhn-Theis wird er die Sitzung leiten. "Wir haben nichts zu verbergen", sagt er, aber er wundert sich ob der SPD-Aktion nach Bekanntgabe des Wahlergebnisses. Die Listen, die die Sozialdemokraten nun einsehen möchten, lagen nach Ewichs Schilderung am Wahlsonntag von acht bis 18 Uhr in den Wahllokalen aus. Jeder der Wahlhelfer - darunter auch SPD-Leute - hätte diese studieren können. Erschreckt habe ihn die "rassistische Wortwahl" von Matern unmittelbar nach seiner Wahlniederlage. Dass ein Politikwissenschaftler von einer Blut-und-Boden-Kampagne" spreche, ist für den Liberalen unerklärlich. Ein Widerspruch zu Materns Wahlkampfparole. Die lautete "es geht auch menschlich". Dies sieht Wolfgang Sauer, CDU-Fraktionschef im Weiskircher Gemeinderat, genau so. "Am Sonntagabend stand die SPD eine Zeitlang als Sieger der Bürgermeisterwahl parat." Die Enttäuschung, wenn es am Ende doch nicht reicht, sei zu verstehen und nachvollzuziehen. Materns Reaktionen jedoch nennt Sauer "unverständlich, sogar ehrverletztend". Matern selbst habe die Begriffe 'Blut- und Bodenkampagne' ins Spiel gebracht und nicht CDU-Kreisparteichef Jürgen Schreier oder irgend sonst jemand. Den hatte nach einem "Ordnungsruf" des Ex-Kultusministers in Richtung Mattern Weiskirchens SPD-Chef Rauls Mäßigung in der Wortwahl aufgefordert. Die SPD, findet Sauer, solle nicht länger mit Unterstellungen arbeiten. Zur Überprüfung der Wahl stellt er fest: Diese sei natürlich erlaubt, aber nicht auf diese Art und nicht auf dem Rücken der Thailener.