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Weiskirchen
Wo Sonnenlicht zur Energiequelle wird

Ein Blick auf die Photovoltaikanlage Foto: Dieter Ackermann
Ein Blick auf die Photovoltaikanlage Foto: Dieter Ackermann FOTO: Dieter Ackermann
Weiskirchen. Einen Blick hinter die Kulissen des Weiskircher Solarparks konnten Besucher jetzt bei einem Tag der offenen Tür werfen.

Seit Juli 2017 transformiert der Solarpark zwischen Rappweiler und Weierweiler zuverlässig Sonnenlicht in elektrischen Strom, der gleich noch vor Ort ins Mittelspannungsnetz eingespeist wird. Das geschieht in der Regel in aller Stille. Nicht mal die 30-köpfige Schafsherde, die unter den Photovoltaikmodulen mit gesundem Appetit das Gras kurzhält, registriert die direkte Umwandlung von Sonnenlicht in elektrische Energie mittels Solarzellen, die tagsüber über ihren Köpfen stattfindet. Und weil dort alles offenbar so gut läuft, lud die Sunera Erneuerbare Energien GmbH aus Sulzbach als Betreiber des Solarparks zu einem Tag der offenen Tür ein.


Als Hausherren begrüßten die beiden Geschäftsführer Herman Lang und Andreas Thiele neben vielen Nachbarn und interessierten Bürgern unter anderem auch Weiskirchens Bürgermeister Werner Hero und seinen designierten Nachfolger Wolfgang Hübschen. Während die ersten Sekt- und Bierflaschen bereits geöffnet wurden, stellte Herman Lang der SZ die noch gar nicht so lange Erfolgsgeschichte dieser Anlage vor.

In einer Gemeinderatssitzung des Jahres 2014 habe damals Bürgermeister Werner Hero darüber informiert, dass die Firma Sunera aus Sulzbach mit Erfolg an einer Ausschreibung der Bundesnetzagentur teilgenommen habe. Nach einem damals ergangenen positiven Bescheid konnte auf den bauleitplanerisch ausgewiesenen Flächen zwischen den Ortsteilen Rappweiler und Weierweiler ein Solarpark entstehen, der anfangs alles andere als unumstritten gewesen sei. Dass diese Vorbehalte gegen das Projekt eines Mitbewerbers heute keine große Rolle mehr spielen, führt Herman Lang vor allem darauf zurück, „dass wir auf die Argumente der betroffenen Bürger eingegangen sind und gemeinsam verträgliche Lösungen gefunden haben.“



Auf einer etwa 18 Hektar großen Fläche seien nach dem Zuschlag durch die Gemeinde 37 000 Photovoltaik-Module mit einer Leistung von zehn MWp montiert worden. Um dem Laien diese Leistungsfähigkeit zu verdeutlichen, versicherte der Geschäftsführer im SZ-Gespräch, dass damit 3000 Haushalte mit etwa 10 000 Personen sicher mit Strom versorgt werden können. Der Betreiber habe sich diese Zukunftsinvestition runde acht Millionen Euro kosten lassen.

Bei einem Kohlekraftwerk würde diese Leistung einen jährlichen Kohlendioxid-Ausstoß von annähernd 6500 Tonnen bedeuten – eine Umweltbelastung, die den Bürgern von Weiskirchen und der Umgebung allein durch die Kraft der Sonne erspart bleibt.

Lang wies in diesem Zusammenhang auch auf die nicht unerhebliche Wertschöpfung hin, die sich aus dem gesamten Servicepaket von Sunera ergebe. „Von der Planung bis zum Bau der Anlage und über den Betrieb bis zum gesamten Service dieses Solarparks haben wir als Betreiber alles in eigener Regie übernommen.“

Nicht mal die Frage, ob die vielen Solarmodule gelegentlich gereinigt werden müssen, konnte den Geschäftsführer in Verlegenheit bringen. „Wir haben es in diesem malerischen kleinen Tal mit so einer reinen Luft zu tun, dass eine Reinigung unserer Module nicht erforderlich ist.“

Von den Photovoltaik-Modulen bis zu den acht installierten Wechselrichtern seien ausschließlich hochwertige Komponenten verbaut worden. Folglich geht Lang davon aus, dass der gesamte Solarpark selbst nach einer 30-jährigen Nutzung noch mehr als 80 Prozent seiner heutigen Leistung erbringen wird.

Bürgermeister Werner Hero freute sich darüber, dass mit diesem Solarpark eine Zukunftstechnologie realisiert werden konnte, mit der die Gemeinde Weiskirchen einen nachhaltigen Beitrag zum Umweltschutz leisten konnte und weiterhin leisten kann. Den Dank an die Sunera GmbH gab deren Geschäftsführer umgehend an das Rathaus Weiskirchens zurück: „Wir bedanken uns für die schnelle und konstruktive Zusammenarbeit mit der Gemeinde, durch die viele anfängliche Bedenken und Sorgen der Bürger ausgeräumt werden konnten.“ Anschließend nutzten die Gäste noch diesen Tag der offenen Tür, um sich über diesen Solarpark mit seiner ökologischen und ökonomischen Bedeutung für die Menschen in der Region informieren zu lassen.

Wolfgang Hübschen (links) und Bürgermeister Werner Hero (Zweiter v.l.) bei der Besichtigung des Solarparks.
Wolfgang Hübschen (links) und Bürgermeister Werner Hero (Zweiter v.l.) bei der Besichtigung des Solarparks. FOTO: Dieter Ackermann
Herman Lang, einer der Sunera- Geschäftsführer
Herman Lang, einer der Sunera- Geschäftsführer FOTO: Dieter Ackermann
(a-n)