Sina Hobein aus dem Weiskircher Parkhotel ist beste Saar-Hotelfachfrau

Weiskirchen : Auch in ihrer zweiten Ausbildung kann Sina Hobein überzeugen

Bei den Saarländischen Jugendmeisterschaften wurde die Auszubildende des Parkhotels in Weiskirchen zur besten Hotelfachfrau gekürt.

In der Welt der Hotellerie und Gastronomie fühlt sie sich wohl: Sina Hobein, 23 Jahre alt und Auszubildende zur Hotelfachfrau im Parkhotel Weiskirchen. Schon 2016 triumphierte sie bei den Saarländischen Jugendmeisterschaften des Deutschen Hotel- und Gaststättenverbandes (Dehoga) als Restaurantfachfrau, jetzt gewann sie die Saarlandmeisterschaft auch als beste Hotelfachfrau (die SZ berichtete). „Eine tolle Erfahrung“, sagt sie, „das macht stolz.“ Im Herbst fährt sie wieder nach Bonn, um auch auf Bundesebene die Jury zu überzeugen.

Auf dem Weg zu diesem Erfolg entwickelte sie sich stetig weiter. Bis zur sechsten Klasse ging sie in Berlin noch zur Schule, dann verschlug es ihre Familie ins Saarland. „Das war ein Kulturschock“, erzählt sie rückblickend. Sie kannte das Dorfleben nahe dem Wald nicht, auch fehlten ihr Dinge einer Großstadt. „Aber mit der Zeit habe ich mich eingelebt“, sagt die Hotelfachfrau, auch mit der saarländischen Küche freundete sie sich an. „Verheiratete mag ich, nur Lyoner esse ich nicht so gerne“, sagt sie. Nach dem Wechsel an die Gemeinschaftsschule in Losheim strebte sie das Abitur an, brach jedoch ab und suchte nach einem Job. „Ich machte verschiedene Praktika, wollte herausfinden, was mir gefällt.“ Konditorin wollte sie anfangs werden, doch täglich die gleichen Dinge zu backen, war auf Dauer zu monoton. Auch in der Altenpflege merkte sie schnell, „das ist nichts für mich“.

Weil ihr Interesse nach wie vor dem gastronomischen Bereich galt, fragte sie für ein Praktikum im Parkhotel Weiskirchen an. „Ich wusste nicht, ob das etwas für mich sein könnte. Vieles war dort neu, auch war es sehr formell für mich“, erzählt sie, darum passierte ihr anfangs noch der ein oder andere kleine Fehler. „Ich wusste zum Beispiel nicht, was ein Espresso ist oder brachte einmal eine Suppe in den Froster statt ins Kühlhaus“, erzählt die 23-Jährige. Schnell lernte die engagierte junge Frau aus ihren Fehlern und kann heute darüber herzhaft lachen.

Ihr Potenzial und Talent hat auch ihr Arbeitgeber, Peregrin Maier, Direktor des Hotels, entdeckt, nach ihrem Praktikum begann sie eine Ausbildung zur Restaurantfachfrau. Bereut hat sie diesen Schritt nie. „Ich fühle mich hier sehr wohl“, sagt Hobein, „wir haben ein tolles Team und ich hatte Glück, hierhergekommen zu sein. Sonst hätte ich nicht noch die zweite Ausbildung hier angefangen.“ In ihrer Ausbildung als Hotel- und Restaurantfachfrau lernte die gebürtige Berlinerin alles rund um Menükunde und die verschiedenen Anlässe, den Abendservice sowie die Regeln des klassischen Services. Neben dem Betrieb bereitet auch der berufsbegleitende Blockunterricht sie für die Abschlussprüfungen vor, ebenso lernen die Ausbildenden im Parkhotel Weiskirchen eigenverantwortliches Arbeiten. Denn einmal im Jahr laden die Auszubildenden zu einem Galaabend ein, den sie vollständig in Eigenregie organisieren. Eine wertvolle Erfahrung, wie Sina Hobein weiß.

„Da müssen sie schon ran“, sagt auch der stellvertretende Direktor, Markus Schraut, „keiner wird hier in Watte gepackt.“ Falls es doch Unsicherheiten gebe, stehen ihnen die Kollegen mit Rat und Tat zur Seite. Was für ihn einen guten Auszubildenden ausmacht? „Dass sie zuhören und lernen“, sagt Schraut; Dinge, mit denen Sina Hobein keine Probleme hat. „Wir haben sie in dem bestärkt, was sie gut kann, und anderes verbessert. Frau Hobein ist die perfekte Entertainerin und im Umgang mit den Gästen locker drauf“, lobt Schraut, der ihren Entschluss, zwei Ausbildungen zu absolvieren, begrüßt. „Sie hat keinen Grund, es nicht zu tun, und sie wird alles einmal brauchen. Sie hat die Chance und den Wissensdrang“, sagt er.

Ihr Wissensdrang führt die Hotelfachfrau auch ins Ausland, raus in die Welt: „Ich plane derzeit ein Jahr Work & Travel in Japan“, sagt Hobein, dafür lerne sie aktuell Japanisch. „Das ist schade“, findet Schraut, „aber sie muss etwas anderes sehen, andere Erfahrungen machen. Dadurch wird sie nur noch besser. Und sie darf gerne zurückkommen“, versichert Schraut. Im Parkhotel Weiskirchen ist man stolz auf sie, „es ist außergewöhnlich, was aus ihr geworden ist“, betont er.

Bevor ihr Weg sie nach Japan führt, bleibt sie noch zwei Jahre in Deutschland. Denn nach ihrer Ausbildung zur Hotelfachfrau beginnt Sina Hobein nun ihre dritte Ausbildung im Parkhotel Weiskirchen: Sie will eine Lehre zur Köchin machen.