1. Saarland
  2. Merzig-Wadern
  3. Weiskirchen

Schulbusunfall im Hochwald: 42 Betroffene, 7 Verletzte, Großeinsatz für Rettungskräfte

Kostenpflichtiger Inhalt: Unfall bei Mandern : Bus mit 40 Schulkindern landet im Graben

Großer Schreck am Mittwochmorgen: Ein Schulbus hatte bei Mandern einen Unfall. Mehrere Kinder wurden ins Krankenhaus gebracht.

Am Mittwochmorgen um kurz vor 8 Uhr kam es kurz hinter der Landesgrenze bei Weiskirchen, auf der B 407 zwischen Mandern und Hirschfederhof in Fahrtrichtung Kell am See, zu einem folgenschweren Verkehrsunfall mit einem mit über 40 Kindern besetzen Schulbus. Schwere Verletzungen trug glücklicherweise niemand der Beteiligten davon, allerdings wurden der Fahrer des Busses und einige der Kinder ins Krankenhaus eingeliefert.

Was war geschehen? „Um kurz vor 8 Uhr gab es bei der Polizei den Notruf über einen Busunfall. Umgehend haben wir die Rettungskette in Bewegung gesetzt. Die Kräfte waren schnell vor Ort“, erklärte Karl-Peter Jochem, Pressesprecher der Polizei vor Ort. Der Schulbus hatte in Zerf die Kinder an den Bushaltestellen aufgenommen und war über die Hunsrückhöhenstraße (B 407) unterwegs zur Realschule nach Kell am See. „Ersten Ermittlungen zufolge hat der Fahrer während der Fahrt einen medizinischen Notfall erlitten und den Bus in den Graben gelenkt“, erläutert Karl-Peter Jochem.

Als die ersten Einsatzkräfte vor Ort waren, hatten sich der Fahrer und die 40 Kinder in dem Bus schon selbstständig befreit. „Die Kinder sind sehr ruhig geblieben und haben den Bus routiniert ohne Probleme verlassen“, lobte der Landrat des Kreises Trier-Saarburg, Günther Schartz. Als die Feuerwehr Mandern, die als erstes an der Unfallstelle eintraf, und die Polizei Hermeskeil festgestellt hatten, dass es dennoch wohl nicht allen Kindern körperlich gut ging, wurde Großalarm für den Rettungsdienst ausgelöst. „Neben dem Regelrettungsdienst wurde die Schnelle Einsatzgruppe (SEG) des Landkreises Trier-Saarburg mit zahlreichen Rettungsmittel alarmiert“, erklärte der Organisatorische Leiter Oliver Gorges (DRK). An der Einsatzstelle klagten die Kinder über Übelkeit und Kopfschmerzen. An einem Sammelpunkt wurden alle Kinder mit Namen registriert und von den Notärzten untersucht. Da am frühen Morgen noch niedrige Temperaturen herrschten, wurden auch Decken verteilt. „Die Feuerwehr hatte unterdessen die Unfallstelle großräumig abgesichert und die Bundesstraße gesperrt. Ebenso haben wir den Brandschutz sichergestellt“, sagte Nicole Schumacher, Pressesprecherin der technischen Einsatzleitung Trier-Saarburg. Die Technische Einsatzleitung (TEL) wurde gemeinsam mit dem stellvertretenden Kreisfeuerwehrinspekteur Christian Neuschwander zur Koordinierung ebenfalls nachalarmiert. Diese positionierte sich bereits während des Einsatzes auf der Bundesstraße gemeinsam mit der Führungsstaffel des Rettungsdienstes an der Sporthalle an der Realschule Plus in Kell am See.

Deren Schulleiter Sebastian Straßer hatte unterdessen alle Eltern über den Unfall informiert. Recht schnell hatten die Verantwortlichen an der Unfallstelle einen Ersatzbus organisiert, der auch bald am Ort des Geschehens angekommen war. „Die Kinder wurden nach ihrer Registrierung in den warmen Bus gebracht und dort weiter medizinisch betreut und versorgt“, erläuterte Landrat Schartz. Er kam von einer Veranstaltung in Saarburg direkt nach der Bekanntgabe des Unfalls an die Unfallstelle, um sich ein Bild von der Lage zu machen. Ebenso war auch der erste Beigeordnete der Verbandsgemeinde Saarburg-Kell, Martin Alten, vor Ort.

Zum Zeitpunkt des Unfalls kam zufällig ein Autofahrer vorbei und leistete Erste Hilfe. Der junge Mann aus dem Hochwald erlitt ebenfalls einen Schock und wurde mit dem Bus zur Versorgung aufgenommen.

„Als alle Betroffenen in dem Ersatzbus zusammengekommen waren, ist dieser in Begleitung mit Rettungssanitäter und Notarzt zur Realschule Plus nach Kell am See gefahren“, führte Nicole Schumacher (TEL) aus. In der Straße „Wiesplätzchen“ wurde der Bereitstellungsraum für die vielen anrückenden Kräfte errichtet und die Straße für den Durchgangsverkehr gesperrt. „Der Fahrer kam nach notärztlicher Versorgung in das Krankenhaus nach Hermeskeil“ teilt der leitende Notarzt Dr. Marx mit.

Gegen 9.30 Uhr kam der Bus mit den Schülern am Haupteingang der Schulturnhalle an. In Begleitung des Rettungsdienstes wurden sie in die Halle geführt. Dort hatten die Kräfte des DRK und der Malteser bereits alles zur weiteren Versorgung vorbereitet. „Nach und nach wurden alle Betroffenen wieder durchgecheckt. Sechs Kinder mussten mit dem Rettungswagen nach Trier ins Krankenhaus“, sagte Oliver Gorges vom Rettungsdienst. Die Eltern wurden in einem Klassenzimmer betreut und über die Vorgehensweise unterrichtet. Eine ortsansässige Bäckerei brachte Getränke und Essen zur Verpflegung für Kinder, Eltern und Einsatzkräfte. „Ich bin einfach nur froh, dass der Unfall so glimpflich verlaufen ist, es den Kindern den Umständen entsprechend gut geht“, zeigte sich Schulleiter Sebastian Straßer Schulleiter erleichtert.

Gegen 12 Uhr konnten alle restlichen 34 Kinder und der Ersthelfer die Schule mit ihren Eltern wieder verlassen und nach Hause gehen. „Alle Eltern sind natürlich angehalten, mit ihren Kindern zum Arzt zu gehen, falls im Verlauf sich noch was zeigen sollte“, sagte Günther Schartz. Während des gesamten Aufenthaltes wurden die Betroffenen auch von Team der Notfallseelsorge und Notfallnachsorge betreut, sie standen als Ansprechpartner zur Verfügung, auch über den Einsatz darüber hinaus.

„Ich danke allen 70 Kräften von Feuerwehr, Rettungsdienst und Polizei sowie dem Team der Lehrkräfte für die Zusammenarbeit und Durchführung des Einsatzes“, sagte Landrat Günther Schartz.