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Primiz in Konfeld: Dominik Schmitt feiert seine erste Messe als Priester

Erste Primiz in Konfeld seit 74 Jahren : Dominik Schmitt feiert erste Messe als Priester

Dass die Kirche und mit ihr ihre Traditionen auch im Hochwald leben, dokumentierten die gläubigen Konfelder am Sonntag nachdrücklich, als sie ihren frisch geweihten Priester zur Feier seiner Primiz von seinem Elternhaus feierlich zur Pfarrkirche begleiteten.

„Wir freuen uns mit Dominik Schmitt und seiner Familie, dass nach 74 Jahren in Konfeld und nach 40 Jahren in der Pfarreiengemeinschaft Weiskirchen wieder ein Pfarrangehöriger das seltene Sakrament der Priesterweihe empfängt“, wies Pfarrer Leo Koch im Gespräch mit der SZ auf die besondere Bedeutung dieses Tages hin. Allenfalls die Älteren könnten sich vielleicht noch an den damaligen Primizianten Dr. Alfons Spang erinnern, der als letzter Konfelder vor Schmitt das Sakrament der Priesterweihe empfangen hatte.

Seither ist fast ein Dreivierteljahrhundert ins Land gegangen. Dass die Zeiten sich verändert haben, wurde nicht zuletzt angesichts der besonderen Hygieneregeln deutlich, die das Coronavirus auch der feierlichen Primiz in Konfeld aufzwangen. Schon als am Samstag Diakon Dominik Schmitt aus Konfeld und weitere fünf Kandidaten im Hohen Dom zu Trier zu Priestern geweiht wurden, konnten nur wenige Menschen physisch dabei sein. Aber mit moderner Technik trickste die Kirche das menschenfeindliche Virus aus: Der Gottesdienst konnte überall via Internet-Stream mitgefeiert werden. Und zu Beginn der Weihe luden auch die Glocken der Konfelder Kirche zum Mitbeten ein.

Erneut erklangen diese Glocken, als der neue Pastor von den ihn begleitenden Priestern, Diakonen, Seminaristen, Messdienern sowie dem Musikverein am Elternhaus in Konfeld abgeholt wurde – so wie es heute noch zumindest in ländlichen Gegenden gelebte Tradition ist. Vor seinem Elternhaus drängten sich viele Gläubige. Unter einem Baldachin segnete Pfarrer Koch die Primiz-Kerze von Schmitt und dessen neues Gewand, bevor auf sein Zeichen hin der Musikverein für den passenden musikalischen Rahmen sorgte. Dann setzte sich die kleine Prozession mit Richtung Pfarrkirche in Bewegung. Viele Zuschauer säumten den Weg dorthin, und selbst das Wetter spielte – anders als vorhergesagt – mit.

Gegen 10 Uhr begann das Primizhochamt, das wegen Corona leider nur mit geladenen Gästen gefeiert werden konnte. Aber auch dieser Gottesdienst wurde im Livestream – wie schon tags zuvor in Trier – für die Daheimgebliebenen übertragen. Um 16.30 Uhr schloss sich noch die Dankvesper mit sakramentalem Segen an, in der am Ende der Einzelprimizsegen erteilt wurde. Auch diese Vesper konnte wegen der Corona-Hygieneregeln nur mit geladenen Gästen stattfinden.

Zwischendurch teilte Dominik Schmitt der SZ noch mit, wo er seine zukünftigen Priesteraufgaben wahrnehmen wird. „Nachdem ich nun zwei Jahre in Mayen als Praktikant und Diakon wirken konnte, beabsichtigt Bischof Stephan, mich ab Oktober für die nächsten drei Jahre als Kaplan in der Pfarreiengemeinschaft Mayen einzusetzen.“ Er fügte noch hinzu: „Diese ungewöhnliche Entscheidung ist im Einvernehmen getroffen worden. Einige meiner Mitbrüder werden ihre Stelle wechseln, einige werden auf ihren Stellen bleiben. Nach kurzer Bedenkzeit habe ich mich für Mayen entschieden und bin jetzt froh, die erste Zeit meines priesterlichen Wirkens dort verbringen zu dürfen.“

Neupriester Dominik Schmitt wird folgende Gottesdienste feiern und dabei den Primizsegen spenden: Dienstag, 29. September, um 18.30 Uhr in Thailen, Mittwoch, 30. September, um 18.30 Uhr in Weiskirchen, Donnerstag, 1. Oktober, um 18.30 Uhr in Rappweiler, Freitag, 2. Oktober, um 9 Uhr in Konfeld und Samstag, 10. Oktober, um 10.30 Uhr in Weierweiler. Für diese Gottesdienste ist allerdings aus den bekannten Gründen eine Anmeldung im Pfarrbüro Weiskirchen erforderlich.