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Landessportverband
Parteifreunde stehen hinter Klaus Meiser

Präsident des saarländischen Landtages Klaus Meiser
Präsident des saarländischen Landtages Klaus Meiser FOTO: Rolf Ruppenthal
Weiskirchen. Der Präsident des Landtags wird in Weiskirchen auch auf seine Rolle beim LSVS-Finanzskandal angesprochen.

Beim traditionellen CDU-Dreikönigstreffen in Weiskirchen war der Präsident des saarländischen Landtags, Klaus Meiser, ein gern gesehener Gast. Seine Parteifreunde bescheinigten ihm in vielen Gesprächen im großen und kleineren Kreis ihre uneingeschränkte Solidarität in Bezug auf seine hauptamtliche Tätigkeit. Aber da sorgen seit einiger Zeit auch eher negative Schlagzeilen im Zusammenhang mit seinem Ehrenamt als Präsident des  Landessportverbandes (LSVS) für Irritationen. Die SZ sprach den prominenten Politiker am Rande der Veranstaltung auf diese Themen an, und Meiser ließ sich nicht lange bitten.


Schmunzelnd räumte er ein, auf diese Fragen angesichts der öffentlichen Resonanz auf den Finanzskandal um die verschwundenen Millionen beim Landessportverband (LSVS) fast schon gewartet zu haben. „Ich stelle zunächst einmal fest, dass ich seit rund drei Jahren das Präsidentenamt beim LSVS ehrenamtlich und unentgeltlich wahrnehme und das mich in jeder Woche etwa 20 Stunden meiner Freizeit kostet.“ Aber der Finanzskandal sei nun einmal leider Fakt, und für Meiser, der sich keiner persönlichen Schuld bewusst sei, komme es derzeit vordringlich darauf an, möglichen Schaden vom Saarsport mit seinen 56 Fachverbänden abzuwenden.

Seines Wissens sei es in den vergangenen neun Jahren zu finanziellen Ungereimtheiten gekommen, für die sich zurzeit der inzwischen suspendierte Geschäftsführer Paul Hans in einem Ermittlungsverfahren rechtfertigen müsse. Dabei gehe es um ein Haushaltsloch von insgesamt etwa fünf Millionen Euro.



Auf die SZ-Frage, ob vielleicht das LSVS-Präsidium im fraglichen Zeitraum seinen Kontrollpflichten nicht ausreichend nachgekommen sei, antwortete Meiser mit einem klaren Nein. Seines Wissens handele es sich bei den Mitgliedern des Präsidiums um honorige und ehrliche Leute. „Aber bedenken Sie bitte, dass die inzwischen eingeschalteten Wirtschaftsprüfer als ausgewiesene Fachleute mehrere Wochen benötigten, um das zweifelhafte Finanzgebaren im Verband unter die Lupe zu nehmen. Wir mussten uns ohne jegliche Hinweise auf Ungereimtheiten darauf verlassen, dass unsere hauptamtliche Geschäftsführung ihren diesbezüglichen Pflichten korrekt nachkommt.“ Meiser verwies noch darauf, dass er selber das Finanzloch mit offengelegt habe und wie das gesamte Präsidium an einer lückenlosen Aufklärung überaus interessiert sei.

Viel mehr sei zu diesem unerfreulichen Thema aktuell auch nicht zu sagen. Die ermittelnden Behörden seien jetzt am Ball – man müsse das Ergebnis dieser Untersuchungen zunächst einmal abwarten. Meiser: „Ich kann nur sagen, dass der Verband trotz dieser Vorkommnisse gut aufgestellt ist. Der Sport an der Saar soll und wird darunter nicht nachhaltig leiden. Unser aktives Vereinsleben mit dem vorbildlichen Engagement vieler Ehrenamtler ist eine wichtige Grundlage für unser gemeinschaftliches Leben – und dabei soll und muss es bleiben.“ Ein gutes Beispiel dafür habe gerade der aktuelle Zusammenschluss der Sportvereine von Weiskirchen und Konfeld geboten.

Mehr könne er dazu heute auch nicht zu sagen. Das gelte ebenfalls zum Thema der inzwischen beendeten Nebentätigkeit seiner Lebensgefährtin beim LSVS. Klaus Meiser abschließend zur SZ: „Ich hoffe zuversichtlich, dass wir im gerade begonnenen Jahr bald wieder positive Schlagzeilen über den Sportverband unseres Landes lesen können.“