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„Nirgendwo sonst hätte ich gerne leben wollen“

„Nirgendwo sonst hätte ich gerne leben wollen“

Der Stammbaum von Manfred Schmitts Vorfahren in Weierweiler reicht bis zirka 1750 zurück. Noch immer bewohnt er das Stammhaus der Familie mit angeschlossenem Landwirtschaftsbetrieb.

Manfred Schmitt ist ausgesprochen zufrieden mit seinem bisherigen Leben im beschaulichen Weierweiler . Geboren wurde er dort 1948, hat seine Kindheit und Schulzeit dort verbracht, dann auf dem elterlichen Bauernhof gearbeitet, diesen später übernommen, eigenverantwortlich bewirtschaftet, für seine Familie damit den Lebensunterhalt bestritten, vor zwei Jahren an Sohn Boris übergeben. Nunmehr genießt er seinen wohl verdienten Ruhestand .

"Mein Heimatort hat mir alles gegeben, was ich zum Leben gebraucht habe. Nirgendwo sonst hätte ich gerne leben wollen, ich habe nichts vermisst", stellt der 67-Jährige klar. Der Stammbaum seiner Vorfahren in Weierweiler reicht bis etwa 1750 zurück. Das von ihm bewohnte Stammhaus wurde 1845 erbaut, wurde aber im Laufe der Jahre stets auf dem neusten Stand renoviert. Nicht mal seine Ehefrau Christel musste er sich in einen anderen Ort suchen gehen. "Sie kam als junges Mädchen regelmäßig mit ihren Eltern auf den Campingplatz nach Weilerweiler. Irgendwann hat es dann gefunkt, 1972 wurde geheiratet", erzählte der Landwirt. Und die Ehefrau ergänzte, dass das ruhigere und familiäre Landleben ihr deutlich besser gefiel als das Treiben in ihrem Heimatort Wadgassen. Der gemeinsame Weg bescherte ihnen drei Kinder und sieben Enkelkinder. Gemeinsam bewirtschaftet wurden bis zu 230 Hektar Land. "Die Tage haben meist 16 bis 20 Stunden Arbeit mit sich gebracht, zuweilen noch mehr", blickte Schmitt zurück. "Der Betrieb hat mich tagtäglich voll gefordert. Urlaub war für uns ein Fremdwort", ergänzte er. Und bei eben diesen ganzen Arbeiten, die mit dem bäuerlichen Landwirtschaftsbetrieb anfielen, blieb nicht viel Zeit für andere Freizeitaktivitäten oder Hobbys. Lediglich in die dörfliche Feuerwehr trat er ein. 15 Jahre fungierte er als Beisitzer beim Amtsgericht Merzig und wurde bei landwirtschaftlichen Angelegenheiten zu Rate gezogen. Dem Bauernverband, der Erzeugergemeinschaft, dem Maschinenring oder Weidegenossenschaft Hochwald, alles Organisationen, die dem Berufsstand des Landwirtes nahe standen, gehörte Schmitt an.

Obwohl seit zwei Jahren im Ruhestand , legt er keineswegs die Hände in den Schoß. "Natürlich helfe ich meinem Sohn wo es nur geht, schließlich kann man doch von einem Tag zum anderen nicht von 150 auf Null schalten", beschreibt er seine tägliche Mitarbeit im Bauernbetrieb. "Wenn ich gebraucht werde, bin ich für meinen Heimatort da", beschreibt er seine Hilfsbereitschaft. Bedauern tut er, dass die den Ort im ganzen Saarland bekannt gemachten Veranstaltungen wie Kartoffelfeuer oder Oktoberfest mit Bauernmarkt nicht mehr stattfinden. "Das waren immer tolle Tage, Tausende von Menschen hatten den Ort bevölkert, das ganze Dorf war für diese Feste rund um die Uhr im Einsatz, ein sehr gutes Beispiel von Nachbarschaftshilfe", blickte er zurück. Leider hatte Petrus in diesem Jahr der Wiederbelebung des Kartoffelfeuers mit viel Regen einen Strich durch die Rechnung gemacht, so dass der Festplatz völlig durchnässt war und nicht genutzt werden konnte. Übrigens, mittlerweile kennt Schmitt auch das Wort Urlaub. "Im Vorjahr waren meine Frau und ich an der Nordsee, das Jahr zuvor in Südtirol. Auch dieses Jahr soll es nochmals irgendwohin gehen, da hin, wo es eben so ruhig ist und kein so großer Trubel herrscht, ganz wie daheim."