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Bürgermeisterwahl Weiskirchen: „Nicht mit so viel Unterstützung gerechnet“

Bürgermeisterwahl Weiskirchen : „Nicht mit so viel Unterstützung gerechnet“

Der Wahlkampf zur Bürgermeisterwahl in Weiskirchen geht in den Endspurt. Die SZ spricht kurz vor dem Wahlsonntag noch einmal mit allen fünf Kandidaten. Heute: Karsten Kiefer, SPD.

Am kommenden Sonntag, 3. Juni, wird in Weiskirchen ein neuer Bürgermeister gewählt. Für die SPD geht Karsten Kiefer ins Rennen.

Wie viele Stunden pro Woche er sich dem Wahlkampf gewidmet hat? „Sehr viele. So genau kann ich das  gar nicht sagen“, antwortet Kiefer. Er überschlägt kurz und sagt: „Ich schätze, ich komme schon so auf 30 Stunden. Ist ja fast schon ein Vollzeit-Job.“ Zehn Personen umfasse sein Wahlkampf-Team. Die meisten stammten aus seinem politischen Umfeld, „es ist aber auch eine Privatperson dabei“, sagt der SPD-Kandidat

Den Wahlkampf empfindet er als ein „ganz tolles persönliches Erlebnis. Ich habe nie damit gerechnet, dass ich so viel Unterstützung von so vielen Menschen erhalte. Nicht nur von meinem engen Wahl-Team, auch von einem größeren Kreis.“

Ob Postkarten-Aktion oder Häuser-Wahlkampf, die Bürger würden ihm sehr offen und freundlich entgegentreten. „Die Menschen öffnen mir die Tür und bitten mich sofort einzutreten. Das überrascht mich, ist aber ein tolles Erlebnis.“ Etwas Unerfreuliches sei ihm bisher nicht passiert.

Was Kiefer aber durch den Wahlkampf aufgefallen sei, und was er selbst nicht „auf dem Schirm hatte: Die Menschen wollen eine echte Verkehrsberuhigung. Das haben sie mir immer wieder an der Tür gesagt. Oder mir über meine Postkarte-Aktion schriftlich mitgeteilt.“ Es sei sehr interessant gewesen zu erfahren, dass sich viele daher auch mehr Blitzer in den Ortschaften wünschten. Für Kiefer sei des Weiteren „eine gute medizinische Grundversorgung nötig, damit die Patienten nicht bis auf die Straße anstehen müssen.“ Der SPD-Kandidat möchte sich auch für eine kostenlose Bildung ab dem Kindergarten stark machen.

Kiefer ist selbstständig und betreibt mit seiner Frau ein Foto-Geschäft. Aus eigener Erfahrung wisse er, welche Hürden Unternehmen auf sich nehmen müssten. Daher sehe er sich als Bürgermeister als „verlässlichen Partner für Unternehmen vor Ort“. So möchte er beispielsweise, falls er gewählt wird, die geplante Tourismusabgabe, die zum Beispiel Hotels und der Einzelhandel zahlen müssten, nicht umsetzen. Der Tourismus solle mit speziellen Angeboten für Mountainbiker und Wellness-Nutzer angekurbelt werden.

Die Bürger jedenfalls hätten ihm während seines Häuser-Wahlkampfes versichert, dass sie auf jeden Fall zur Wahl gingen. Wen sie wählen, hätten sie ihm „natürlich nicht verraten“, sagt Kiefer. „So aus dem Bauch heraus würde ich schon sagen, dass die Wahlbeteiligung bei 80 Prozent liegen wird.“ Denn es sei durch die vielen Kandidaten eine sehr interessante Wahl. „Ich kann mir gut vorstellen, dass am kommenden Sonntag auch Menschen wählen gehen, die dies in der Vergangenheit nicht getan haben“, ist sich Kiefer sicher. Bei einer Stichwahl werde die Wahlbeteiligung seiner Meinung nach allerdings wieder nach unten gehen.