Neue Förderschule kommt nach Rappweiler-Zwalbach

Rappweiler : Neue Förderschule für den Hochwald

Verantwortliche bei Gemeinde und privatem Schulträger freuen sich auf Wiederbelebung der Rappweiler Schule.

Mit der neuen Schule in Rappweiler, die voraussichtlich „Tom-Sawyer-Förderschule Hochwald“ heißen soll, verschwindet bereits Anfang August ein weißer Fleck von der Karte des nördlichen Saarlands. Mit diesem neuen Schulangebot (die SZ berichtete) finden dann Eltern von Kindern mit Fördergutachten E (sonderpädagogischer Förderbedarf) endlich die schulische Betreuung, auf die sie bislang vergeblich warten mussten, sofern sie nicht lange Fahrtwege hinnehmen wollten. Damit erfüllt das ehemalige Grundschulgebäude von Rappweiler, wo im Jahre 2007 der Schulbetrieb eingestellt wurde, wieder seinen ursprünglichen Zweck.

Über die Details der neuen Förderschule informierten jetzt unter anderem Weiskirchens Bürgermeister Wolfgang Hübschen und Wolfgang Maring, Geschäftsführer der St. Hildegardishaus gGmbH, im Gespräch mit der SZ. In der Genehmigungsphase hatten der private Schulträger, die Kinder- und Jugendhilfe St. Maria Weiskirchen in Trägerschaft der St. Hildegardishaus gGmbH, die Gemeinde Weiskirchen und der Kreis Merzig-Wadern gemeinsam im Dialog mit dem Bildungsministerium in Saarbrücken an der Realisierung gearbeitet. Die Kommune Weiskirchen stellt das Gebäude zur Verfügung – und kassiert dafür vom privaten Träger zur Entlastung der chronisch klammen Gemeindekasse die Miete und die Erstattung der Nebenkosten. Für die Personal- und Sachkosten kommt das Saarland auf.

Der Bürgermeister zeigte sich stolz darüber, dass alle entsprechenden Beschlüsse im Gemeinde- und Ortsrat einstimmig pro Förderschule ausgefallen sind. Sein Dank gelte aber im besonderen Maße auch der Rappweiler Ortsvorsteherin Maria Greuter, die eine vorbildliche Vermittlerrolle im Dialog mit den verständnisvollen Vereinen gespielt habe, die erst die leer stehenden Räume der ehemaligen Grundschule nutzen und jetzt für die neue Förderschule wieder freimachen sollten. „Und wenn ich jetzt auch noch rechtzeitig von der Genehmigung durch das Bildungsministerium erfahren hätte“, monierte Hübschen, „dann hätte ich in der letzten Ratssitzung auf die entsprechende Anfrage eines Ratsmitgliedes auch nicht fehlerhaft antworten müssen, dass es nichts Neues zu berichten gibt. Aber diese positive Nachricht konnte ich ja einige Tage später in der SZ lesen – immerhin.“

Maring schloss sich dem Lob des Bürgermeisters an: „Gerade die einstimmigen Beschlüsse von Gemeinde- und Ortsrat sowie die vorbildliche Kooperation der betroffenen Vereine in Rappweiler haben uns den Rücken gestärkt, unser Projekt in Weiskirchen bei der Landesregierung vorzustellen und letztlich erfolgreich genehmigt zu bekommen.“ Mit der Standortentscheidung für Rappweiler habe aber auch die Kinder- und Jugendhilfe St. Maria Weiskirchen dokumentiert, dass in der Hochwaldgemeinde das „Herz für ihre Einrichtungen“ schlägt. Der Geschäftsführer erwähnte wie zufällig, dass seine Organisation dort inzwischen zweit- oder drittgrößter Arbeitgeber sei.

Beide, Maring und Hübschen, betonten gemeinsam, dass sie froh seien, mit dem Start der neuen Förderschule dazu beitragen zu können, den einstigen Verlust der Grundschule von Rappweiler mit dem neuen Projekt als positiven Neustart wettmachen zu können. Der Bürgermeister: „Das hat uns allen damals richtig weh getan. Umso schöner, dass der Ortsteil jetzt wieder eine Schule bekommt, von der die ganze Hochwaldregion profitieren wird.“ Damit nimmt am 1. August im Weiskircher Ortsteil die neue private Förderschule für soziale und emotionale Entwicklung ihren Betrieb auf. Maring erinnerte in diesem Zusammenhang daran, dass das ganze Nordsaarland durch den bevorstehenden Umzug der Wingertschule (eine ebenfalls private Förderschule) von St. Wendel nach Neunkirchen ohne Förderschule für soziale Entwicklung gewesen wäre. Für die betroffenen Kinder hätte das sehr lange Fahrzeiten bedeutet. Die neue Förderschule in Rappweiler stelle aber sicher, dass jetzt endlich eine flächendeckende Versorgung im ganzen Saarland gewährleistet wird.

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