1. Saarland
  2. Merzig-Wadern
  3. Weiskirchen

Neue Förderschule für soziale Entwicklung kommt nach Rappweiler

Rappweiler : Keine langen Fahrzeiten für Eltern und Kinder

Zum 1. August öffnet in Rappweiler eine private Förderschule für soziale und emotionale Entwicklung. Träger ist die Jugendhilfe St. Maria.

Nun ist es perfekt: Zum 1. August öffnet im Weiskircher Ortsteil Rappweiler eine neue private Förderschule für soziale und emotionale Entwicklung (Förderschule E) ihre Türen. Dies gab Frank Wagner, CDU-Landtagsabgeordneter aus Merzig, am Freitag bekannt (wir berichteten kurz). Für Wagner bedeutet dies eine extrem positive Nachricht für den Kreis: „Das Nordsaarland hätte durch den Umzug der Wingertschule von St. Wendel nach Neunkirchen ohne Förderschule für soziale Entwicklung dagestanden, es hätten sehr lange Fahrzeiten gedroht. Die neue Förderschule stellt sicher, dass weiter alle Regionen im Saarland gut versorgt sind und die Eltern und ihre Kinder nicht stundenlang im Auto sitzen müssen. Für unseren Landkreis ist dies ein wichtiges Signal, auch bei neuen Landesprojekten im Bildungsbereich berücksichtigt zu werden“.

Bereits im vergangenen Jahr hatte sich die Große Koalition im Saarland nach seinen Worten „auf Drängen der CDU“, darauf verständigt, eine neue Förderschule E im Regionalverband Saarbrücken zu errichten. Wagner hatte nach eigenen Angaben stets gemahnt, auch die Betroffenen im nördlichen Saarland nicht im Stich zu lassen und den Koordinierungsprozess zur Entstehung der neuen Förderschule E in der Gemeinde Weiskirchen eng begleitet. In der Genehmigungsphase haben der private Schulträger, die Kinder- und Jugendhilfe St. Maria Weiskirchen in Trägerschaft der St. Hildegardishaus gGmbH, die Gemeinde Weiskirchen mit Bürgermeister Wolfgang Hübschen und der Grüne Kreis an einem Strang gezogen und die wichtigen Schritte im Genehmigungsverfahren miteinander abgestimmt.

Alle Beteiligten sind laut Wagner zuversichtlich, in enger Kooperation mit dem Bildungsministerium eine prosperierend-wachsende Förderschule eröffnen zu können. An der ehemaligen Grundschule Rappweiler können ab dem neuen Schuljahr bis zu 22 Schüler mit Förderbedarf „sozial-emotionale Entwicklung“ unterrichtet werden. Darüber hinaus wird der Träger, die Jugendhilfe St. Maria, als Kombimodell eine neue Jugend-Intensivwohngruppe im regionalen Umfeld der neuen Förderschule einrichten. „Dieses Vorzeigeprojekt im nördlichen Saarland ergänzt unser Gesamtangebot nochmals um eine wichtige und tragfähige Säule“, erklärt der Geschäftsführer der St. Hildegardishaus gGmbH, Wolfgang Maring. Maring weiter: „Die St. Hildegardishaus gGmbH mit ihrer Kinder- und Jugendhilfe St. Maria ist seit Jahrzehnten im Hochwald tätig. Das sind ideale Voraussetzungen, um Kindern mit Förderbedarf nachhaltig und mit einem bewährten pädagogischen Konzept zu helfen.“ Am Schulstandort in Rappweiler bestehe eine hervorragende Infrastruktur mit einem ansprechenden Außengelände, einer angrenzenden Turnhalle und einem Sportplatz neben dem Schulgebäude.

Zu Beginn der Sommerferien wurde durch das Bildungsministerium die Genehmigung einer privaten Förderschule für soziale Entwicklung erteilt. „Das Vorhaben des privaten Schulträgers, die Jugendhilfe St. Maria, ist für unsere Region ein absoluter Glücksgriff. Die Jugendhilfe St. Maria ist ein kompetenter und sehr erfahrener Jugendhilfeträger, der jetzt ein sehr wichtiges sonderpädagogisches Projekt in unserer Region umsetzt“, sagt Wagner.

Durch die zunehmende Zahl verhaltensauffälliger Kinder seien viele Schulen an ihre Grenzen gestoßen, in den vorhandenen Förderschulen E waren keine Plätze mehr frei. Das Saarland geht nach Angaben des CDU-Abgeordneten aus Merzig bundesweit einen einmaligen Weg und eröffnet neue Förderschulen, um auf die veränderten Rahmenbedingungen zu reagieren. „Durch die neuen Förderschulen E sorgen wir für Entlastung der Lehrkräfte und schaffen es, dass Kinder mit sozial-emotionaler Beeinträchtigung angemessen unterrichtet werden.“ Wagner betont jedoch, dass sich die CDU-Landtagsfraktion nach wie vor voll und ganz zur Inklusion bekennt: „Der Besuch einer Förderschule ist keine Einbahnstraße – viele Kinder mit sozial-emotionaler Beeinträchtigung können nach einer gewissen Zeit auch wieder am Unterricht einer Regelschule teilnehmen. Aber: Nicht alle Kinder mit sozial-emotionaler Beeinträchtigung sind am besten in der Regelschule aufgehoben. Wir wollen allen die bestmöglichen Rahmenbedingungen für ihren weiteren Bildungsweg schaffen.“