| 20:42 Uhr

Kappensitzung
Närrisch geht auch ohne Elferrat und Tollitäten

Pastor Leo Koch und Ortsvorsteher ließen sich zum Tänzchen nicht zweimal bitten. Foto: Erich Brücker
Pastor Leo Koch und Ortsvorsteher ließen sich zum Tänzchen nicht zweimal bitten. Foto: Erich Brücker FOTO: Erich Brücker
Konfeld. Im vollbesetzten Pfarrheim von Konfeld zeigten die „Kunnwelter Quellcher“, was eine richtige Kappensitzung ausmacht.

Rund 40 Jahre lang zeichnet bei den „Kunnwelter Quellcher“ die Frauengemeinschaft für das karnevalistische Einstimmen auf die fünfte Jahreszeit verantwortlich. So ganz ohne Männer geht das zwar nicht, aber dass es ohne närrischen Adel und Elferrat bestens über die Bühne zu bringen ist, bewies der bunte Abend unter dem Motto „Tierisch gut drauf“ im voll besetzten Pfarrheim eindrucksvoll.


Unzählige Hühner, Schweine, Bienen, Mäuse und andere wilde Tiere gaben sich auf der Bühne ein Stelldichein. Unter der Moderation von Harald Meiers und Ann-Kathrin Albert, er ein alter Esel, sie seine junge Eselsfrau, ging über einige Stunden die Post so richtig ab. Die Palette der Darbietungen reichte von Büttenreden und Sketchen mit viel Witz und Humor über akrobatische Tänzer und Tänzerinnen in tollen Kostümen bis hin zu stimmungsvollen Gesangsvorträgen und Schunkelliedern, die Alleinunterhalter Gasi anstimmte.

Lachmuskeln und Zwerchfelle wurden kräftig strapaziert, das Narrenvolk bedankte sich mit viel Applaus und lautstarken Raketen. Los ging es mit einem flotten Hühnertanz, den die Vorstandsfrauen in bunten Hühnerkostümen auf die Bühnenbretter zauberten. Zum Schluss legten sie, wie es sich für Hühner gehört, alle noch ein schönes Ei. Schon ging das Licht aus: Bei der Schwarzlicht-Darbietung des Puppentanzes war kein Licht notwendig. Das Narrenvolk staunte nicht schlecht, was dort eine Hühnerschar auf die Bühne gebracht hatte.



Die flotte Biene Maja und ihr träger Freund Willy ließen sich mit ihrem Tanz nicht lumpen, heimsten ebenfalls viel Beifall ein. Hinter den Masken hatten sich Pastor Leo Koch und Ortsvorsteher Wolfgang Sauer versteckt. Beim Sketch Ehekrach ging es um die Scheidung, die der Pastor auf unliebsame Art und Weise für das  Ehepaar bestens zu verhindern wusste. Bio-Eier zu verkaufen hatte Frau Meier, sie verstand es wunderbar, ihre Kundschaft zu bescheißen. Statt 100 Eiern, die zwar bezahlt werden mussten, war aber nur knapp die Hälfte im Korb.

Der nächste Vortrag war ein Kracher, denn drei weiße und ein schwarzes Schaf suchten ihren Schäfer Heinrich. Als Mann mit Rat und Tat brachte es der Bürgermeisterkandidat aus dem Ortsrat jedoch nur zum Friedhofsrat. Andere Zeitgenossen hatten sich den Traum von einer Weltraumreise erfüllen können. Rock’n Roll im Schweinestall:

Das Männerballett legte als Säue und Eber eine tolle Sohle aufs Parkett. Später hatte die Gruppe nochmals nochmals einen Auftritt –  dieses Mal als als geckische Keij. Aus dem Nähkästchen ihrer Herren, dem Häjr on öm Viersteher, erzählten zwei Mäuse so manch wahre und komische Begebenheiten. Die Bäuerin gab von ihrem Hof nicht nur tierische Geschichten zum Besten gab. Dabei kam der Bauer auch nicht ganz ungeschoren davon. Gute Musik bei einer fröhlichen Orchesterprobe machten zwei Bläser vom Konfelder Musikverein.

Geschichten, ob gelogen oder wahr, das war nicht ganz auszumachen, erzählte das Duo Inflagranti. Da war der Name jedenfalls Programm. Ein Augen- und Ohrenschmaus war die Gruppe Mama’s und Papa’s, übrigens zum zehnten Mal auf der Bühne, die den König der Löwen aufleben ließen. Über Gott und die Welt plauderten zwei Schwadschnessen. Und wie üblich ging die Parade der vielen lustigen Tiere mit einem großen Finale zu Ende.

Pastor Leo Koch und Ortsvorsteher ließen sich zum Tänzchen nicht zweimal bitten. Foto: Erich Brücker
Pastor Leo Koch und Ortsvorsteher ließen sich zum Tänzchen nicht zweimal bitten. Foto: Erich Brücker FOTO: Erich Brücker
 Das Männerballett legte eine als Säue und Eber eine tolle Sohle aufs Parkett.
Das Männerballett legte eine als Säue und Eber eine tolle Sohle aufs Parkett. FOTO: Erich Brücker