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Nachbarschaftshilfe ist angesagt

Weiskirchen. Insgesamt können wir auf ein Jahr zurück blicken, indem es zu keinerlei großen Einsatzlagen gekommen ist. Es gab bei unseren Einsatzkräften sowohl bei Übungen als auch bei Einsätzen auch keinerlei bedeutsame Verletzungen oder Schäden", zog Gemeinde-Wehrführer Peter Theobald anlässlich des üblichen Jahresrückblicks der Feuerwehren der Kurgemeinde ein beruhigendes Fazit. Erich Brücker

Zu insgesamt 35 Einsätzen mit insgesamt 640 Stunden, zehn Stunden mehr als im Vorjahr, mussten die Löschbezirke Weiskirchen/Konfeld (30), Rappweiler/Zwalbach (4) und Weierweiler (1) ausrücken. Neben einem Großbrand mussten neun kleinere Brände gelöscht und 14 technische Hilfeleistungen bei einem Verkehrsunfall, einer Ölspur, Wasser- und Unwetterschäden erbracht werden. Zu Ölspuren musste weniger ausgerückt werden, weil tagsüber die Beseitigung fast ausschließlich vom Gemeindebauhof übernommen wurde. Drei nachbarliche Hilfeleistungen wurden außerhalb der Gemeinde für die Unterstützung der Höhenrettung (2) sowie bei einem Brand von Strohballen in der Gemeinde Losheim erbracht. Bei der Suche nach zwei vermissten Personen war die Feuerwehr ebenfalls im Einsatz, dazu zwei Mal zur Unterstützung eines Rettungsdienstes ausgerückt. Zwei Fehlalarmierungen gab es ebenfalls. Die Mehrzahl der Einsätze erfolgte in der Zeit zwischen 6 und 18 Uhr, nämlich 21, während bis 24 Uhr neun Einsätze gefahren wurden und von 0 bis 6 Uhr noch fünf Einsätze.

An Wochenenden war es deutlich ruhiger als an den Wochentagen. "Die Mehrzahl der Einsätze erfolgte tagsüber, zu einer Zeit mit geringer Tagesverfügbarkeit der Einsatzkräfte, so dass sich die Löschbezirke wiederholt gegenseitig bei unterschiedlichen Einsätzen bravourös unterstützten", gab Theobald weiter bekannt.

Von den Löschbezirken wurden nahezu allwöchentlich Übungen in allen Aufgabengebieten der Feuerwehr durchgeführt. Im Rahmen der Übungen wurden immer wieder gefährdete Objekte mit einbezogen. "Mit dem Ablauf der Übungen war ich zufrieden. Jedoch möchte ich auch heute wieder auf den mangelnden Übungsbesuch verschiedener Kolleginnen und Kollegen hinweisen", monierte der Gemeindewehrführer. Den säumigen Kameraden sollte es bewusst sein, dass ein ordentlicher Übungsbesuch einen effektiven Erfolg bei Einsätzen garantiert. Damit werden sicherlich auch die Gefahren für die eigene Gesundheit gemindert oder gar verhindert. "Dagegen waren die Jahreshauptübungen der Löschbezirke Weiskirchen/Konfeld, Rappweiler/Zwalbach und Weierweiler auffallend gut besucht", hatte Theobald auch lobende Worte übrig.

Beim Ablauf der Übungen konnte er Sicherheit im Umgang mit den Gerätschaften und auch im taktischen Bereich zu seiner Zufriedenheit feststellen. "Den Abschlussübungen wohnten viele Dorfbewohner als Zuschauer bei, die sich ganz offensichtlich für die Arbeit unserer Feuerwehr interessieren. Ebenso auffallend war gewesen, dass Eltern von jungen Feuerwehrkolleginnen und -kollegen diesen Übungen beiwohnten", hatte er weiter ausgemacht. Drei gemeinsame Übungen aller Löschbezirke in der Gemeinde gab es noch. Übungsobjekte waren die Firma Maus, Gewerbegebiet Weiskirchen, die Firma Ewald Hero, Gewerbegebiet Rappweiler, und zuletzt das Rathaus in Weiskirchen.

Ziel dieser Übungen war die Zusammenarbeit der teilnehmenden Löschbezirke und die Kommunikation aller Teilnehmer. Für Brandsicherheitswachen in den Hochwaldhalle Weiskirchen und im Bürgerhaus Rappweiler haben die Feuerwehrkameraden 200 Stunden aufgewendet. Die Sicherung des beim Kurparkfest stattfindenden Feuerwerks ist in diesen Stunden mit eingerechnet.

Darüber hinaus wurden einige Brandschutzunterweisungen in Kindergärten und Schulen durchgeführt, ebenso bei einigen Firmen und Betrieben. 30 Feuerwehrkameraden haben sich in Lehrgängen auf Gemeindeebene mit Losheim sowie in Zusammenarbeit mit der Stadtfeuerwehr Wadern fortgebildet, derweil neun Kameraden an der Landesfeuerwehrschule Lehrgänge absolviert haben. "Sinkende Teilnehmerzahlen lassen diese gemeinsamen Lehrgänge sinnvoll erscheinen", betonte Theobald.

Über die Arbeit in den einzelnen Löschbezirken zogen deren Löschbezirksführer ein versöhnliches Resümee ihrer Arbeit zum Wohle der Dorfbevölkerung, vornehmlich im gesellschaftlichen und kulturellen Bereich stehen die Wehren bei etlichen Veranstaltungen Gewehr bei Fuß.Zur Personalstatistik machte Theobald folgende Angaben: Zum Jahresende waren 95 Floriansjünger aktiv, davon zehn weibliche. Zur Altersabteilung gehörten 49 Kameraden und die Jugendwehr zählt 16 Jungen und drei Mädchen. Aus der Jugendwehr sind drei zu den Aktiven in Weiskirchen/Konfeld aufgerückt, ein Jugendlicher war es in Rappweiler/Zwalbach. Auf den Löschbezirk Weiskirchen/Konfeld entfallen 46 Aktive, 15 Jugendliche und 32 Alterskameraden. Rappweiler zählt 26 Aktive, vier Jugendliche und 13 Alterskameraden, während Weierweiler 23 Aktive und vier Alterskameraden hat. "Insgesamt haben wir im Personalbestand sowohl bei den Aktiven wie bei den Jugendlichen rückläufige Zahlen, die aber noch akzeptabel sind", berichtete der Gemeindewehrführer.

Gründe hierfür sieht er im beruflichen Bereich, da einige Feuerwehrmänner ihren Aufenthalts- oder Wohnort verlegen mussten. Andere scheiden aus gesundheitlichen Gründen aus, es wurden aber zuweilen auch "Karteileichen" aussortiert, die Übungen und Einsätzen fernbleiben. Bei den Jugendlichen ist sicherlich der demografische Wandel ein Faktor. "Mit dem Personal kommen wir jetzt noch aus", betonte der Wehrführer, hob aber den Zeigefinger im Hinblick auf die Tagesverfügbarkeit der Wehrmänner und -frauen. Die Einsätze in der Gemeinde haben gezeigt, dass im Löschbezirk Weiskirchen/Konfeld tagsüber durchschnittlich zehn bis zwölf Einsatzkräfte an den Einsatzort kommen, während dies in den Löschbezirken Rappweiler/Zwalbach und Weierweiler nur jeweils ein oder zwei Kräfte sind.

Nach oben zeige auch das Gefahrenpotential neben Hochwaldkliniken, Altenwohnheim und Jugendherberge durch die Erweiterung des Gewerbegebietes in der Kurgemeinde. "Die sinkenden Zahlen bei den Jugendfeuerwehren sollten uns alle dazu animieren, unsere Beauftragten der Jugendfeuerwehren bei ihrer schweren Arbeit auf jede Art zu unterstützen", appellierte Theobald. Sein besonderer dank galt den Beauftragten Heike März und Volker Sauer. Die Mitgliederzahlen in den Altersabteilungen sind durch Todesfälle und Übernahmen in etwa gleich geblieben.

Traurig stimmte den Wehrführer, dass Brandmeister Martin Schäfer (Löschbezirk Rappweiler-Zwalbach) im Alter von 49 Jahren allzu früh verstarb. Schäfer gehörte der Wehr seit 1979 an, war elf Jahre lang Beauftragter der Jugendwehr (1989 bis 2000) und gehörte seit 2000 der Höhenrettungsgruppe an. Die Floriansjünger gedachten seiner und aller verstorbenen Kameraden und Kameradinnen mit einer Schweigeminute. Zum Bedarfs- und Entwicklungsplan durch die Gemeinde machte der Wehrführer ebenfalls einige Anmerkungen. Demnach steht in den nächsten Jahren die Beschaffung von Fahrzeugen an, da die jetzigen 20 und mehr Jahre auf dem Buckel haben. Er betonte, dass die Fahrzeuge mit zunehmendem Alter auch reparaturanfälliger werden, aber durch gute Pflege und Wartung durch die Löschbezirke die Lebensdauer verlängert werden konnte. Für den Löschbezirk Rappweiler wurde die Beschaffung eines Einsatzfahrzeuges (mittleres Löschfahrzeug mit Gruppenbesatzung) in die Wege geleitet, das 2016 übernommen werden könne, vorausgesetzt, die Finanzierung kann gestemmt werden. Danach sollte Weierweiler mit einem neuen Fahrzeug bedient werden. Forciert werden sollte auch die Anschaffung von Wärmebildkameras. "In finanzieller Hinsicht waren wir gewohnt sparsam." Die beim Löschbezirk Weiskirchen stationierte Höhenrettung hatte drei Einsätze in Merzig (2) und Mettlach mit speziellen Gerätschaften, die in den anderen Löschbezirken nicht vorgehalten werden, zu leisten. Mittlerweile gehören der Gruppe Mitglieder aus den Gemeinden Weiskirchen, Losheim, Eppelborn, Nohfelden und Tholey sowie der Stadt Wadern an. Bei den Einsätzen stellte sich heraus, das die betreffenden Löschbezirke nicht in der Lage waren, den Einsatz schnell und kompetent, vor allem durch die fehlenden speziellen Gerätschaften, abzuarbeiten. Das im Jahr 2012 in Dienst gestellte Einsatzfahrzeug hat die Erwartungen erfüllt, es bietet eine breitflächige Nutzung im Bereich der Höhen- und Tiefenrettung an.

Die Höhenretter erfahren eine Spezial-Ausbildung an der Landesfeuerwehrschule in Sachsen-Anhalt. Nur diese Ausbildung ermöglicht ein sicheres Arbeiten in Höhen und Tiefen, insbesondere bei der Rettung von Menschenleben nach den Vorgaben der Unfallversicherungen . Auf unsere Feuerwehr ist Verlass, und das ist gut für uns Bürger zu wissen", betonte Bürgermeister Werner Hero in seinem Grußwort. Hero sagte weiterhin seine Unterstützung im Rahmen seiner Möglichkeiten zu. Ebenfalls zufrieden mit der Arbeit der Weiskircher Feuerwehr zeigten sich Siegbert Bauer, Kreisbrandinspekteur, sowie Georg Flesch, der Vorsitzende des Kreisfeuerwehrverbandes.

Sie zollten den Feuerwehrfrauen und -männern ihren Dank, Anerkennung und Respekt für ihr freiwilliges und uneigennütziges Engagement und baten darum, weiterhin bei der Stange zu bleiben sowie um Werbung für den Feuerwehrnachwuchs zu machen.

Den Schlussstrich zog Wehrführer Peter Theobald mit seinen Dankesworten für die gute und vertrauensvolle Zusammenarbeit mit dem obersten Chef der Feuerwehr, Bürgermeister Werner Hero , der Gemeindeverwaltung mit Ferdi Breuer als Feuerwehr-Sachbearbeiter, dem Gemeinderat sowie den Ortsvorsteherinnen und Ortsvorstehern für die gewährte Unterstützung in Belangen des Feuerwehrwesens. Sein Dank galt auch der Polizei sowie weiteren Rettungsdiensten für eine gute Zusammenarbeit. "Ich möchte mich aber ganz besonders bei allen Funktionsträgern der Feuerwehr, meinem Stellvertreter, den Löschbezirksführern und deren Stellvertretern sowie den Jugendbetreuern, den Gerätewarten und allen Feuermitgliedern unserer Gemeinde für ihre geleistete Arbeit und Unterstüztung bedanken, denn nur durch ihre intensive Unterstützung und Arbeit wird die Sicherheit unserer Bürger gewährleistet", dankte Theobald in seinem Schlusswort.