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Mitselbefall auf Streuobstwiese in Zwalbach

Mistelschnitt in Zwalbach : Damit die Schmarotzer nicht die Obstbäume bedrohen

Misteln entziehen den Bäumen Wasser und Lebenskraft. Daher geht der Obst- und Gartenbauverein gegen ihre Ausbreitung vor.

„In einen guten Viez gehören auch Viezäpfel“, sagt Edgar Hoff aus Rappweiler-Zwalbach, der schon seit Jahren seinen Viez keltert. Seine Obstbäume sind mittlerweile auch im Winter grün, da sie stark von Misteln befallen sind. „Hier muss Abhilfe geschaffen werden, wenn die Bäume in den nächsten Jahren nicht ganz ihren Ertrag ganz einstellen und letztendlich absterben sollen“, weiß Hoff.

Durch einen Artikel über die Gefährdung von Bäumen aufgrund von Mistelbefall in der SZ wurde er auf den Obst- und Gartenbauverband aufmerksam, der sich seit Jahren der Mistelbeseitigung annimmt.

Beratung und Unterstützung erhielt Edgar Hoff von Hans-Walter Bauer, der Mitglied im Kreisverband der Obst- und Gartenbauvereine Merzig-Wadern (OGV) ist. Beide waren sich einig, den Misteln gemeinsam zu Leibe zu rücken. „Wir werden über die Hälfte unserer Obstbäume im gesamten Landkreis verlieren, wenn wir die Misteln nicht umgehend aus den Bäumen entfernen“, sagt Bauer.

Fast zwei Tage war das Team zugange, bis Hoffs Bäume von Misteln und überflüssigen Ästen befreit waren. Da man mit einer normalen Astteleskopsäge bei den Hochstämmen nicht weit kommt, nutzten die beiden Baumpfleger eine japanische Profiteleskopsäge mit über sechs Metern Ausziehlänge und einen Akku-Hochentaster – beides aus dem Gerätebestand des OGV-Kreisverbandes. „Die Teleskopsägen wurden eigens von uns für die Mistelbeseitigung angeschafft und können an Obst- und Gartenbauvereine, die die Streuobstwiesen ihrer Mitglieder pflegen wollen, verliehen werden, erläutert Hans-Walter Bauer.

Die abgeschnittenen Misteln und Äste wurden zu einer etwa 25 Meter langen sogenannten „Benjeshecke“ zusammengelegt. Große Waldtiere wie Hirsche und Rehe sehen darin eine zusätzliche Futterquelle. Kleine Wildtiere wie Igel, Vögel und Hasen sowie Insekten finden darin einen willkommenen Unterschlupf oder einen geschützten Nistplatz.

 Der Baum ist mit Misteln übersät und muss daher von ihnen befreit werden.
Der Baum ist mit Misteln übersät und muss daher von ihnen befreit werden. Foto: Ruth Solander

Nun bleibt nur noch zu hoffen, dass die neu gepflegten Bäume in den kommenden Jahren wieder gute Erträge bringen, damit in bei Edgar Hoff Rappweiler-Zwalbach wieder ein schmackhafter Viez gekeltert werden kann.