Leserbrief zum Thema Windpark

Risikokapital für Idealisten

Zu: "Betreiber wollen Pacht für Windpark senken", SZ vom 23. Oktober.

"Wer auf die Räder schaut, soll etwas davon haben": Unter diesem Motto hatte die Bürger-Energie-Genossenschaft Hochwald (BEG) unlängst zu einer Informationsveranstaltung nach Weiskirchen geladen. Die Vorstellung einer eventuellen Beteiligung an der Betreibergesellschaft Juwi Wind 147 war das Thema des Abends. Diskussionen um den Betreiber Juwi sowie eine noch fehlende Wirtschaftlichkeitsberechnung erhitzten die Gemüter. Primär ging es aber um das Anwerben von Mitgliedern für die BEG mit der Option der Beteiligung am Erwerb eines Windrads oder einer 25-prozentigen Beteiligung an der Betreibergesellschaft Juwi Wind 147.

Dabei muss man auch wissen, dass eine Genossenschaft den Zweck verfolgt, die sozialen oder kulturellen Belange ihrer Mitglieder mittels gemeinschaftlichen Geschäftsbetriebes zu fördern. Nach intensiver Frage- und Antwortstunde wurde bekannt, dass das investierte Kapital zweifelsohne Risikokapital sein wird und dass es Idealismus braucht, Mitglied der BEG zu werden. Mittlerweile war zu lesen, dass die Betreiber die Pacht für den Windpark senken wollen. Auch ist nun bekannt, dass sich die BEG nur noch zu einem Teil an der Betreibergesellschaft beteiligen möchte.

Wenn man also Idealist und risikobereit ist, kostet die Mitgliedschaft erst einmal 500 Euro. Danach kann man sich entscheiden, ob man Anteilseigner wird oder der BEG ein Darlehen zur Verfügung stellt für die Dauer von zwölf Jahren. Versprochen wird eine Festverzinsung, gleichzeitig wird aber auch darauf hingewiesen, dass eine Perspektive über zehn Jahre unmöglich ist. Dazu bedarf es Risikobereitschaft, Idealismus und viel Wind. Bedenkt man dann auch noch, dass jeder Einzelne an den Kosten der Energiewende zwangsweise beteiligt ist, empfehle ich doch lieber die Angebote des Weltspartages.

Nicole May, Weiskirchen

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