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Krötenwanderung bei Weiskirchen: Helfer retten Frosch, Molch und Co.

Krötenwanderung bei Konfeld : Sie retten Frösche, Kröten und Molche

Ehrenamtliche der Nabu-Ortsgruppe Losheim-Weiskirchen sind während der Amphibienwanderung im Dauereinsatz.

Das Verkehrszeichen mit schwarzem Frosch auf einem rot umrandeten weißen Dreieck ist derzeit wieder entlang der L 365 zwischen Steinberg und Konfeld am ehemaligen Wahnbachweiher aufgestellt. Ebenfalls dort: Warnschilder, die eine Höchstgeschwindigkeit in diesem Bereich von 50 und 30 Kilometer pro Stunde anzeigen. Das Verkehrsschild, das keine bußgeldrechtlichen Konsequenzen nach sich zieht, gebietet dennoch Vorsicht für Straßenverkehrsteilnehmer. Es ist ein Hinweis auf mögliche Krötenwanderungen.

Entlang dieser Wegstrecke von etwa 300 Metern Länge ist im Auftrag des Amtes für Klima- und Umweltschutz und des Naturschutzbundes (Nabu) ein Amphibienschutzzaun aufgestellt worden.

„Der Zaun wird schon seit Mitte der 90er Jahre alljährlich hier von Ende Februar bis Mitte April aufgestellt, und soll die Amphibien auf ihrem Rückweg von den Winterquartieren in ihre Laichgewässer davor bewahren, von Autos überfahren zu werden“, nennt Franz-Josef Schudell von der Nabu-Ortsgruppe Weiskirchen-Losheim den Grund für die Maßnahme. Genauso lange, also schon über 20 Jahre, widmet sich Schudell alljährlich mit etwa einem Dutzend von Mitstreitern diesem Anliegen.

Die Amphibien wandern entlang der Zäune und fallen in Eimer, die in der Erde versenkt sind. Die Helfer nehmen sie aus den Eimern und tragen sie in gesonderten Behältern zum Gewässer auf der anderen Straßenseite. Zwei Mal täglich sind die Naturschützer unterwegs, morgen gegen acht und früher sowie abends nach 21 Uhr, um die in die Eimer gefallenen Frösche und Kröten in den ehemaligen Wahnbachweiher auf der Steinberger Seite zu tragen.

Allerdings sollte es nicht zu kalt sein, beziehungsweise nicht gefroren haben. „Grasfrösche, Edelmolche, Fadenmolche sowie Bergmolche, zuweilen war auch schon mal ein Feuersalamander dabei“, zählt Schudell die Arten der Tiere auf, die vor einem möglichen Reifentod gerettet werden konnten. Waren in früheren Jahren bis zu 4000 Tiere gezählt worden, so sind es in den letzten Jahren doch um die Hälfte etwa weniger geworden. In diesem Jahr waren bislang 1879 Grasfrösche gezählt worden, in den letzten acht Jahren insgesamt nie mehr als 2000, außerdem 20 Erdkröten, 29 Fadenmolche und 34 Bergmolche.

Schudell führt genau Buch über die geretteten Amphibien. Sind diese nunmehr in Sicherheit gebracht, beginnt vier bis fünf Tage später die Laichzeit, „schließlich müssen die männlichen Tiere zuvor noch auf Brautschau gehen“, so die Begründung von Schudell. Allerdings könnte er sich mehr Vereinsmitglieder für das Einsammeln der Amphibien vorstellen. Er zeigte sich jedenfalls erfreut darüber, dass sich mit dem Aufruf in der Saarbrücker Zeitung Volker und Sigrid Guldner sowie Ruth Görgen, alle aus Steinberg und keine Vereinsmitglieder, zum Mitmachen gemeldet haben. Insgesamt sind in diesem Jahr neben Schudell und seiner Ehefrau Ursula noch Willi und Monika Barth, Eugen Hilgert und Daniela Schuler-Hilgert, Gertrud Fritzen, Regina Hänsch sowie Markus und Helga Hoffmann mit von der Partie.

Ein dickes Lob hat Nabu-Mann Schudell aber auch für die Autofahrer übrig. „Die Autofahren passen gegenüber früheren Jahren schon besser auf und fahren viel langsamer, wenn sie uns entlang der Straße in den Warnwesten sehen. Vor allem spätabends ist das für uns Zaunbetreuer viel angenehmer“, sagte Schudell.