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„Kiki“ will lächelnde Bischöfe

Vierte Auflage der Fastnachtsmesse: Dicht an dicht drängten sich die Narren gestern in der Rappweiler Kirche. Foto: Rolf Ruppenthal
Vierte Auflage der Fastnachtsmesse: Dicht an dicht drängten sich die Narren gestern in der Rappweiler Kirche. Foto: Rolf Ruppenthal FOTO: Rolf Ruppenthal
Rappweiler. Viel Andrang bei der Fastnachtsmesse, die das Team der Jugendkirche MIA organisierte – mit Zelebrant Heinz-Werner „Kiki“ Schultes. Margit Stark

Wurstkette trennen im Akkord: Wie viele Wiener-Enden Michelle Soulier und Julian Hanowski von den georderten 150 Stück abgeschnitten haben, vermögen die Mitglieder der Jugendkirche MIA in Rappweiler nicht zu zählen. Doch eines steht für die aparte Blondine in einem schmucken Dirndl und den jungen Cowboy fest: Am Ende des Fastnachtsgottesdienstes müssen alle heiß sein - ein Imbiss, bevor es zu den Umzügen geht. Nehmen das Jahr über die Jugendlichen das Gotteshaus in Rappweiler in der Regel abends in Besitz, so gehört der Morgen an Fastnacht ihnen - "zum vierten Male", wie Tanja Buchheit-Thewes, Gemeindereferentin in der Pfarreiengemeinschaft Wadern, erzählt - eine Idee, die bei einer Fachkonferenz im Dekanat geboren sei.



"Er ist immer gut besucht", freut sie sich über die gute Resonanz. Piraten machen ihre Aufwartung, Vogelscheuchen, kleine Vampire und so manch anderes närrisch verkleidete Volk. Das Motto am Sonntag: "Mit 'ner Pappnaas geboore."

Bei den letzten Vorbereitungen für den Gottesdienst entdeckt Gemeindereferent Jörg Mang, wie Weiskirchens Prinzenpaar Frank I. und Sabine II. - für ihn eine Aufforderung, für einen kurzen Moment die Arbeit ruhen zu lassen und die Tollitäten zu begrüßen, ebenso wie das Narrenpaar aus Niederlosheim, Thomas III. und Vera I.. Noch einmal lässt Thorsten Hoffmann, Pastoralreferent des Dekanates Losheim-Wadern, seinen Blick über den Tisch mit den Getränken und dem Imbiss schweifen, um sich dann zu der Musikgruppe zu gesellen, die sich hinter dem Altar aufgestellt hat. "Wir haben einen Chor und eine Band. Willkommen ist jeder, der mitmachen will", sagt er und greift zur Gitarre. Die Tonprobe, die Leiter Thomas Kirf, verlangt, fällt zu seiner Zufriedenheit aus.

Während Emily Beck, Emily Kontz und all die anderen die Getränke zurechtrücken - einschließlich des Smily-Sparschweines, das sie unauffällig an den Rand stellen - freut sich eine Abordnung des Niederlosheimer Elferrates auf die Begegnung mit Pfarrer Heinz-Werner Schultes, von allen nur liebevoll "Kiki" genannt. "Seinen Spitznamen hat er in seiner Studentenzeit erhalten", verrät Rudolf Baltes über die "Frohnatur aus Koblenz". Seine mit Orden bestückten Kollegen Johann Baltes und Julian Phillippi nicken zustimmend. Seinem Flyer, den der lustige Pastor entworfen hat, gibt er die Note drei - und hat die Lacher auf seiner Seite. "Made in Germany" ist darauf zu lesen - eine Qualitätsmarke, die er gleich ummünzt: "Made by God" muss nach seinem Bekunden auf der Hinterbacke eines jeden Menschen stehen und er gibt den Rat, mal nach dem Mittagessen im Badezimmer nachzuschauen. Heiterkeit ruft auch "Kikis" Hinweis an Weihbischof Robert Prahm hervor: "Ich habe ihm gesagt, er soll die Bischofskonferenz schön grüßen und ihm von einem Landpfarrer ausrichten, dass die Bischöfe einmal fröhliche Gesichter machen sollen, nicht so wie Bedenkträger. Die sehen ja aus, als würden sie zu ihrer Hinrichtung schreiten." Ende des Gottesdienstes lenken die ersten Narren auf einem Wagen zu einem Umzug, dessen Musik in die Kirche schallt. "Gleich geht's los", freut sich einer aus dem MIA-Team - "mit einem Besuch des Umzuges in Bachem", wie Emily sagt.

Zum Thema:

Die Jugendkirche MIA in Rappweiler Sie wurde 2013 gegründet und ist zu einer festen Einrichtung im Dekanat Losheim-Wadern geworden. Mit Haupt- und Ehrenamtlichen haben Jugendliche die Pfarrkirche Maria-Himmelfahrt dazu jugend- gemäß umgestaltet. Kaum hatten die Jugendlichen im Dekanat Losheim-Wadern ihre Jugendkirche MIA getauft und das Projekt offiziell gestartet, wurden sie mit dem "Förderpreis Ehrenamt" in der Kategorie "Engagierte Jugend" geehrt. Den Förderpreis überreichte der Chef der Staatskanzlei, Jürgen Lennartz, mit dem Präsidenten der Landesarbeitsgemeinschaft "Pro Ehrenamt", Hans Joachim Müller. Ob Tanzkurs, Jugendfreizeiten, Filmprojekte und vieles mehr: Neben den Regelangeboten wie den Gottesdiensten steht eine eine Vielzahl von Projekten auf dem Plan.

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