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Weierweiler
So schön wie in längst vergangenen Zeiten

Im Handumdrehen drängten sich viele Kinder auf diesem Strohballen. Sie bedankten sich dabei auch bei Martina Peifer, Anja Schneider und Birgitt Brix (von rechts) für ein tolles Kartoffelfeuer.
Im Handumdrehen drängten sich viele Kinder auf diesem Strohballen. Sie bedankten sich dabei auch bei Martina Peifer, Anja Schneider und Birgitt Brix (von rechts) für ein tolles Kartoffelfeuer. FOTO: Dieter Ackermann
Weierweiler. Beim Kartoffelfeuer in Weierweiler gerieten die Besucher ins Schwärmen. Auch die Kinder fanden Gefallen an der Tradition.

Schade – aber heute ist nichts mehr so schön wie es mal war. Das mag für viele gelten, aber nicht für die Dorfgemeinschaft in Weierweiler. Manchem, dem die einstigen Kartoffelfeuer in schöner Erinnerung geblieben sind, wird der Besuch des Kartoffelfeuers am Sonntag wie ein traumhafter Zeitsprung vorgekommen sein: Plötzlich war alles auf dem alten Dorfplatz wieder so schön, so lebendig und so herzerwärmend wie es zu längst verloren geglaubten Zeiten einmal war. Wir plauderten an einem der Bierstände mit Martina Peifer (erste Vorsitzende), Anja Schneider (zweite Vorsitzende) und Birgitt Brix (Schriftführerin) vom Vorstand des vor einem Jahr wiederbelebten Fördervereins Weierweiler darüber, wie die Dorfgemeinschaft eine liebgewonnene Tradition in eigener Regie wieder aufleben ließ.


„Ja früher, da war hier richtig was los“, und Martina Peifer erinnert sich noch gut an die einstige Veranstaltungsreihe in Weierweiler, als das Erntedankfest, der Hubertusritt und das Kartoffelfeuer zum Teil bis zu 5000 Besucher ins Dorf lockten. Dann aber sei das alles mehr oder weniger in Vergessenheit geraten. Die Hochwald Touristik habe diese Tradition noch drei Jahre lang mehr schlecht als recht aufrechterhalten, bis alles schließlich eingeschlafen sei.

Dann gaben sich Martina Peifer und Ortsvorsteher Burghard Brix einen Ruck: So durfte es nicht weitergehen! Also klapperten beide alle Häuser in Weierweiler ab und warben für einen neuen Förderverein, der dem Dorf wieder traditionelles Leben einhauchen sollte. Und ihr Plan ging auf. Der neue Förderverein richtete ruckzuck ein gelungenes Weihnachtsfest aus und beschloss wenig später, dass es im Jahr 2018 wieder ein erstes Kartoffelfeuer geben sollte.



Inzwischen freut sich der Verein darüber, dass rund ein Viertel aller Bürger Weierweilers als Mitglieder begrüßt werden konnten. Mit dabei sind auch viele, die früher hier gelebt haben, dann aber in andere Orte abgewandert sind.

Anders als in der Vergangenheit, als hier das Kartoffelfeuer stets eine Woche nach dem Erntedankfest gefeiert wurde, beschloss man, das erste Fest dieser Art in der Neuzeit am letzten Sonntag des Septembers 2018 auszurichten. Und weil dieser Termin offenbar auch „höheren Mächten“ gut gefiel, durften sich Veranstalter und Besucher des ersten Kartoffelfeuers in Weierweiler seit fünf Jahren gestern über strahlendes „Kaiserwetter“ freuen.

Nach Herzens Lust konnten auf dem Dorfplatz die Kleinen im Stroh toben. Kinderbelustigungen auf und zwischen den Strohballen zauberten allen ein Lächeln ins Gesicht. Der „Rummelbooze-Wettbewerb, bei dem statt der Kartoffeln lieber Rüben verarbeitet wurden, fand ebenso begeisterten Anklang wie die verschiedenen Bastel- und Schminkaktionen. Außerdem trugen noch zwei Kindertanzgruppen vom „Zwergenland Wadern“ zu bester Unterhaltung bei.

Versteht sich von selbst, dass bei diesem ersten Kartoffelfeuer der Neuzeit auch das leibliche Wohl der großen und kleinen Besucher nicht zu kurz kam. Dass sich dabei vieles um die Kartoffel drehte, war man schon dem Namen dieser gelungenen Veranstaltung schuldig. So durfte man frei wählen zwischen den unterschiedlichsten Gerichten: Das reichte von der schmackhaften Kartoffelsuppe bis hin zu den beliebten Kartoffelpuffern. Natürlich mangelte es auch nicht an den unterschiedlichsten Getränken mit und ohne Alkohol. So stieß dieses Kartoffelfeuer bei den Besuchern und bei den Veranstaltern auf so viel Begeisterung, dass Birgitt Brix für das kommende Jahr freudestrahlend schon eine Wiederholung dieser Traditionsveranstaltung ankündigte.