Immer erreichbar für Jung und Alt

Weiskirchen. Jede Jugendherberge braucht eine gute Seele. In Weiskirchen ist das seit August 2008 Georg Bahlmann. Der 49-jährige Wahlsaarländer kommt ursprünglich aus Bremen, hat Koch gelernt, sich zum Küchenchef und später zum Einkäufer hochgearbeitet und zuletzt 20 Jahre lang ein Tagungshotel geleitet

Weiskirchen. Jede Jugendherberge braucht eine gute Seele. In Weiskirchen ist das seit August 2008 Georg Bahlmann. Der 49-jährige Wahlsaarländer kommt ursprünglich aus Bremen, hat Koch gelernt, sich zum Küchenchef und später zum Einkäufer hochgearbeitet und zuletzt 20 Jahre lang ein Tagungshotel geleitet. "Ich brauchte mal einen Gardinenwechsel", erklärt Bahlmann die berufliche Umstellung. Zuerst verschlug es ihn nach Berlin in eine Hostel-Kette, dann kam das Angebot aus dem Saarland. Arbeitstag ab sieben Uhr Der Arbeitstag beginnt jetzt meist um sieben Uhr und endet nicht selten erst gegen 22.30 Uhr. Dazwischen gibt es am Nachmittag vielleicht mal ein oder zwei Stunden Pause. Am Anfang war Georg Bahlmann überrascht, wie sich Jugendherbergen im Laufe der Zeit verändert haben. "Man ist rund um die Uhr erreichbar, Service wird ganz groß geschrieben. Und wir müssen auch richtige Touristiker sein, uns in der Gegend auskennen", zählt er auf. An Urlaub nicht zu denken Doch die Arbeit macht ihm Spaß, obwohl in der Hauptsaison von März bis Oktober an Urlaub nicht zu denken ist. Vor allem die Arbeit mit unterschiedlichen Leuten fasziniert Bahlmann: "Vom Kindergarten bis zum Seniorentreff ist alles dabei." Nur wenn Jugendliche die Nächte durchmachen und über die Stränge schlagen, lernt er die Kehrseite des Berufs kennen, aber das kommt zum Glück nur selten vor.Auch Georg Bahlmanns Familie ist bestens in die Herberge integriert. Sein Sohn macht momentan seinen Zivildienst dort und seine Frau arbeitet in Teilzeit im Frühstücksdienst mit. "Sie ist die gute Fee des Hauses", sagt er liebevoll. Die Entscheidung, ins Saarland zu kommen, hat der kräftige, resolute Mann mit dem gutmütigen Gesicht bisher noch nicht bereut. Jetzt stehen, wenn die Saison sich dem Ende neigt, wieder Erkundungen der Region an. "Die Umgebung ist fantastisch", schwärmt Bahlmann, der gern mit seinem Hund wandern geht, "und die Leute sind wahnsinnig freundlich und offen.""Spaßmotorrad" Die Zeit außerhalb der Arbeit verbringt Georg Bahlmann gern mit seinem alten Motorrad von 1955, ein "Spaßmotorrad", wie er selbst sagt. Außerdem sammelt er mechanische Automaten, zum Beispiel für Nüsse und Kaugummis. Er kauft sie auf Flohmärkten und restauriert sie dann. Und er denkt darüber nach, seine Erfahrungen im Saarland in einem Buch festzuhalten. Doch die Ideen sind noch vage. "Dafür bleibt momentan neben der Herberge auch einfach keine Zeit."