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Hajo Hoffmann von Forstleuten geehrt Neuer Verein für Rückepferde

Hajo Hoffmann von Forstleuten geehrt Neuer Verein für Rückepferde

Weiskirchen. Mit einer Ganztagsveranstaltung im Waldgasthof "Wildpark" hat die Forstbetriebsgemeinschaft (FBG) im Landkreis Merzig-Wadern am Samstag ihren 20. Geburtstag gefeiert (Die SZ berichtete). Vorsitzender Manfred Ludwig hatte die Feier mit einem Rückblick eröffnet

Weiskirchen. Mit einer Ganztagsveranstaltung im Waldgasthof "Wildpark" hat die Forstbetriebsgemeinschaft (FBG) im Landkreis Merzig-Wadern am Samstag ihren 20. Geburtstag gefeiert (Die SZ berichtete). Vorsitzender Manfred Ludwig hatte die Feier mit einem Rückblick eröffnet. Für seine damalige Pionierarbeit für den Wald, die sich im gesamten Bundesgebiet ausgebreitet hat, wurde der frühere saarländische Wirtschaftsminister Hajo Hoffmann geehrt. "Wer die Entwicklung unserer Wälder in der kurzen Zeitspanne der letzten zwei Jahrzehnte beobachtet, der erkennt: ein artenreicher und mit verschiedenen Altersstufen durchmischter Wald übersteht Stürme besser, verhält sich robuster bei Dürre- und Nässeperioden, zeigt sich widerstandsfähiger gegen Schädlingsbefall und leidet weniger unter Schneebruch", sagte Hoffmann. "Mir sind die Bilder der Sturmschäden im saarländischen Wald noch gegenwärtig, in denen Holzäcker komplett flach gelegt wurden."Deshalb müsse beharrlich daran gearbeitet werden, monostrukturierte Wälder so umzuarbeiten, dass sie entsprechend der Standortverhältnisse artenreich und zur Naturverjüngung fähig seien. Diesen Zielen müsse sich die Jagd unterordnen, sagte Hoffmann: "Sie muss den Wildbestand so regulieren, dass er nicht im Widerspruch zum natürlichen Aufwuchs der Flora steht und im Übrigen auch einer vielfältigen Fauna Zukunft eröffnet."Diesen Anliegen entsprach auch der Festvortrag "Gedanken zur Neuorientierung der Jagd aus der Sicht des Waldbaus" von Professor Christian Ammer von der Universität Göttingen. In die gleiche Kerbe schlug die Rede "Naturnahe Waldwirtschaft" von Wilhelm Bode, dem ehemaligen Chef der saarländischen Forstverwaltung und Fachbuchautor. Bode zitierte: "Deutschland hat die stabilsten Waldbestände der Welt, eine von ihrem Umfang her gewaltige Rohstoff-Ressource." Weiskirchen. Am Rande der Festveranstaltung kam es zu einer Vereinsgründung. Da gibt es die IGZ, die Interessengemeinschaft Zugpferde Rheinland-Pfalz/Saar. Im Landesverband Saar hat sich nun ein neuer Verein etabliert: der Arbeitskreis für Rückepferde. Vorsitzender ist Erich Mußler aus Saarwellingen. Zunächst will sich der Verein zum Informationsaustausch treffen. Das gemeinsame Auftreten soll festgelegt werden, ebenso die Ausbildung. Weg von den schweren Maschinen und die Qualität der Waldarbeit zu verbessern, sei das Ziel, sagt Mußler. Einen Wochenend-Lehrgang für Pferdebesitzer habe es bereits gegeben. Bei diesem Kurs im Februar dieses Jahres waren 18 Gespanne im Einsatz. "Große Maschinen werden bei uns im Wald nicht eingesetzt", sagt FBG-Geschäftsführer Klaus Borger. Die Waldarbeit mit den Rückepferden soll koordiniert werden. Das lohnt sich auch: Das Umweltministerium bezahlt für jeden Festmeter von Pferden gerücktes Holz fünf Euro Zuschuss. fs

Auf einen BlickDer Vorstand 2009: Vorsitzender: Manfred Ludwig; Stellvertreter: Josef Clasen, Gehweiler, und Manfred Mautes, Merzig; Schriftführer: Helmut Lauermann, Losheim; Schatzmeister: Rudolf Mann, Bardenbach; Geschäftsführer: Klaus Borger, Merzig; Stellvertreter: Tino Hans, Wadrill; Regionalvertreter sind Manfred Barth, Weiskirchen; Josef Paulus, Düppenweiler; Nikolaus Jäger, Merzig; Norbert Fandel, Losheim am See. fs