Guter Engel wird heute 75 Jahre alt

Konfeld. 1975 hatte sie gemeinsam mit Gleichgesinnten die "Vergissmeinnichtgruppe" gegründet. Mit Liedern und Tänzen eroberten sie schnell ein großes Publikum und begannen mit dem eingenommenen Geld Not leidenden Menschen zur Seite zu stehen

Konfeld. 1975 hatte sie gemeinsam mit Gleichgesinnten die "Vergissmeinnichtgruppe" gegründet. Mit Liedern und Tänzen eroberten sie schnell ein großes Publikum und begannen mit dem eingenommenen Geld Not leidenden Menschen zur Seite zu stehen.Erschüttert von der Not Beginnend mit kranken Kindern im Saarland, denen sie therapeutische Hilfsmittel zur Verfügung stellte, über Paketaktionen nach Polen, landete sie schließlich in Rumänien, wo die Not der Bevölkerung sie nicht mehr losließ. "Sie können sich gar nicht vorstellen, unter welchen Umständen die Menschen dort leben und ihre Kinder großziehen müssen", berichtet sie erschüttert. Mit ihrer Tatkraft und ihrer pragmatischen Begabung griff sie sofort zu und seitdem sind die Hilfsgütertransporte, die mit Wolldecken und Lebensmitteln, Medikamenten, Haushaltsgeräten, Kleidung und Spielzeug in das östliche Land rollten, kaum noch zu zählen. Oft fuhr sie selbst mit, brachte blasse, unterernährte Kinder in den Hochwald, wo sie aufgepäppelt und neu eingekleidet wurden. Viele von ihnen kamen mehrmals und sprechen mittlerweile schon recht gut deutsch. Für sie ist Waltraud Koch die "Oma", die immer wieder kommt, um die größte Not zu lindern. Mehreren Kindern hat die Konfelderin das Leben gerettet. Kinder, die an einer Krankheit litten, die in ihrer Heimat nicht oder nur unzureichend behandelt werden konnte, ließ sie nach Deutschland kommen, wo ihnen die notwendige medizinische Hilfe zuteil wurde. Immer wieder rief sie zu Spenden auf, um das Geld für Operationen und Klinikaufenthalte zusammen zu bekommen. "Ohne die Hilfsbereitschaft der Menschen hätte ich das alles nie zu Wege gebracht", meint sie dankbar.Patin von 15 Kindern Der jüngste Fall, über den die SZ mehrmals berichtete, war die herzkranke Marina. Nach zwei Operationen in Homburg kann die Kleine jetzt wieder fröhlich herumtollen und spielen. Waltraud Koch ist Patin von 15 rumänischen Kindern, Ehrenbürgerin der Gemeinden Periam und Jimbolia und Trägerin des Bundesverdienstkreuzes. Ihr Geburtstag wird überschattet vom Tod ihrer Tochter Andrea, die sie bei der Arbeit mit den Kindern immer selbstlos unterstützt hatte. "So vielen Kindern konnte ich helfen, nur meiner eigenen Tochter nicht", klagt die 75-jährige. Aus diesem Grund möchte sie auch den heutigen Tag gerne im kleinsten Kreis mit ihren Lieben verbringen. eilWer Waltraud Koch dennoch eine Freude machen möchte, kann dies mit einer Geldspende tun (Kontonummer 24448 bei der Sparkasse Merzig-Wadern), denn schon wartet wieder ein Berg von Hilfsgütern auf den nächsten Transport.