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Grenzüberschreitender Windpark geplant

Grenzüberschreitender Windpark geplant

Waldweiler/Weiskirchen. Die Windkraftpläne diesseits und jenseits der Landesgrenze gewinnen an Dynamik. Zwar ist schon länger bekannt, dass sowohl die Räte in Waldweiler als auch in Weiskirchen die Errichtung von neuen Anlagen beabsichtigen

Waldweiler/Weiskirchen. Die Windkraftpläne diesseits und jenseits der Landesgrenze gewinnen an Dynamik. Zwar ist schon länger bekannt, dass sowohl die Räte in Waldweiler als auch in Weiskirchen die Errichtung von neuen Anlagen beabsichtigen. Doch was Waldweilers Ortsbürgermeister Manfred Rauber (SPD) und der Weiskircher Gemeindechef Werner Hero (CDU) jetzt bestätigen, ist ganz neu: "Wir wollen das Thema zusammen anpacken und sehen die Chance für einen länderübergreifenden Windpark, der sich auch touristisch nutzen lässt", sagt Rauber. Er denkt etwa an eine Aussichtsplattform auf einem der Räder. "Der Gedanke hat einen großen Charme", meint Hero.Die Waldweilerer haben schon vor einiger Zeit das Gebiet am 695 Meter hohen Teufelskopf, wo bereits zwei Sendetürme stehen, als potenziellen Standort für drei Räder mit einer Gesamthöhe von jeweils 190 Metern ins Auge gefasst. "Dort sind die Windbedingungen so gut wie an der Küste", sagt Michael Luer vom Anlagenhersteller "Juwi". Der Rat steht geschlossen hinter den Plänen: "Ich kann in diesem Projekt auch keine Verschandelung der Landschaft sehen. Da sind die RWE-Masten schlimmer", sagt Franz-Jürgen Mertens (FWG).

Anders ist die Situation in Weiskirchen. Dort sollten ebenfalls drei Räder zunächst nahe des Wildparks aufgestellt werden. Gegen diese Pläne des Rats formierte sich aber großer Widerstand. Es bildete sich eine Bürgerinitiative (BI). "Wir schauen uns jetzt nach alternativen Standorten um", sagt Hero. Als "prädestinierte Fläche" bietet sich für den Bürgermeister der Schimmelkopf an. Diese Erhebung auf der saarländischen Seite des Hochwaldrückens liegt nur knapp 300 Meter vom Teufelskopf entfernt. Hero weist aber darauf hin, dass der Weiskircher Rat erst im Januar 2011 die Standortentscheidung fällen wird. Vor dem geplanten "Windpark Saar-Hochwald" bauen sich aber noch hohe Hürden auf. So sitzt in Weiskirchen die BI der Gemeinde weiter im Nacken. Sie wehrt sich vor Gericht dagegen, dass der Rat ein Bürgerbegehren über die Windkraft-Frage als unzulässig abgelehnt hat.

In Waldweiler sind die Probleme anders gelagert. Knackpunkt eins: Noch ist offen, ob in der Region Trier überhaupt weitere Windkraftstandorte zugelassen werden. Diese Grundsatzentscheidung fällt am 9. Dezember in Trier. Erschwerend kommt hinzu, dass der Teufelskopf in der Kernzone des Naturparks Saar-Hunsrück liegt. Dort sind Windräder bislang absolut tabu, und es ist fraglich, ob eine mögliche Öffnung des Raumordnungsplanes daran etwas ändern wird. Rauber sieht für die Windkraftpläne dennoch Chancen. Er und sein Rat sind der Auffassung, dass der Zuschnitt der Kernzonen "äußerst fragwürdig ist und über eine Änderung diskutiert werden muss".

Keine Kernzone im Saarland

Denn: Die Kernzone endet direkt an der Landesgrenze. Für den 300 Meter entfernten Schimmelkopf würde diese rechtliche Hürde also nicht gelten. Mehr noch: "Es ist schon kurios, dass die saarländische Umweltgesetzgebung überhaupt keine Kernzonen kennt", sagt Hero..

Auf rheinland-pfälzischer Seite könnten die Grenzen der Kernzone nur dann neu gezogen werden, wenn dafür Hand an die seit 30 Jahren gültige "Landesverordnung über den Naturpark Saar-Hunsrück" gelegt würde. Das liegt aber nicht in der Macht der Kommunalpolitiker. "Die Aufgabe, diese Verordnung zu ändern, wäre Sache der Mainzer Regierung", informiert der Keller Bürgermeister Werner Angsten (CDU).