Gemeinsam übers Internet lernen

Weiskirchen. Auf jedem Tisch im Klassenraum steht ein blauer Plastikteller. Darauf liegen rote, gelbe und grüne Kügelchen. Mit ihrer Hilfe sollen die Schüler der Eichenlaubschule in Weiskirchen etwas über Vererbung und Umwelteinflüsse auf Fischpopulationen lernen. An der Bio-Unterrichtsstunde nehmen aber auch Schüler der Tuckahoe Middle School in Richmond im US-Bundesstaat Virginia teil

Lorin Wharton leitete die Unterrichtsstunde.

Weiskirchen. Auf jedem Tisch im Klassenraum steht ein blauer Plastikteller. Darauf liegen rote, gelbe und grüne Kügelchen. Mit ihrer Hilfe sollen die Schüler der Eichenlaubschule in Weiskirchen etwas über Vererbung und Umwelteinflüsse auf Fischpopulationen lernen. An der Bio-Unterrichtsstunde nehmen aber auch Schüler der Tuckahoe Middle School in Richmond im US-Bundesstaat Virginia teil. Während es in Weiskirchen bereits 15 Uhr ist und der Schultag sich langsam seinem Ende neigt, ist es in dem etwa 6600 Kilometer entfernten Richmond erst neun Uhr morgens. "Wenn unsere Partnerschule weiter im Westen liegen würde, wäre das mit der Zeitverschiebung schwierig geworden", sagt der Leiter der Eichenlaubschule, Günter Peifer. "Wir haben unseren bilingualen Unterricht auch am Nachmittag, deshalb passt das ganz gut."An der Eichenlaubschule erhalten Schüler des bilingualen Zweigs zusätzlichen Englisch-Unterricht in der Woche.Insgesamt 48 Schüler, verteilt auf zwei Klassenräume in der Eichenlaubschule, machen bei der virtuellen Unterrichtsstunde mit. "Ich finde die Sprache Englisch toll", erzählt die Schülerin Selina Dentinger. Die 14-Jährige und ihre Klassenkameraden haben vor der Unterrichtsstunde englische Wörter zum Thema Biologie gelernt. "Das ist eine Möglichkeit für uns, die Sprache zu verbessern", erklärt die Achtklässlerin.Als alle Schüler in den zwei Klassenräumen auf ihren Plätzen sitzen, beginnt die Videokonferenz über das Internet. Lorin Wharton vom MathScience Innovation Center in Richmond leitet die Bio-Unterrichtsstunde. Ihr Gesicht können die Schüler in Weiskirchen auf einer Leinwand sehen. Bevor sie mit dem Unterricht loslegt, erzählt sie zunächst etwas über Richmond und Weiskirchen. Danach stellen sich die Schülergruppen aus Richmond und Weiskirchen einander vor. Einige Schüler aus Richmond begrüßen die Jugendlichen in Weiskirchen sogar auf Deutsch. Sehen können sich die Teilnehmer der Video-Konferenz mit Hilfe einer Kamera. Sogar Übungsaufgaben können die Schüler in Weiskirchen und Richmond gemeinsam lösen. Denn es gibt eine virtuelle Tafel, die über das Internet sowohl die amerikanischen, als auch die deutschen Jugendlichen sehen können. Bei der ersten Aufgabe soll jede Schülergruppe Paare mit den farbigen Kügelchen bilden und herausfinden, wie viele rote, grüne, gelbe und orangefarbene Fische dabei herauskommen. Die Ergebnisse werden am Computer eingegeben und dadurch an der virtuellen Tafel sichtbar.Der Kontakt zu der amerikanischen Schule ist über das Deutsch-Amerikanische Institut in Saarbrücken hergestellt worden. Für die Zukunft sind nicht nur gemeinsame Unterrichtsstunden geplant. "Der Wunsch ist, dass wir uns gegenseitig treffen", sagt Peifer. Aber auch weitere gemeinsame Unterrichtsstunden über das Internet sind für den Schulleiter denkbar. "So stelle ich mir die Partnerschaft zwischen Schulen vor." "So stelle ich mir die Partnerschaft zwischen Schulen vor."ERS-Schulleiter Günter Peifer