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SV Thailen
Fußballer verwirklichen sich ihren Traum

Die Arbeiten am neuen Rasenplatz in Thailen wurden von fleißigen Helfern erledigt. Jetzt wird gefeiert.
Die Arbeiten am neuen Rasenplatz in Thailen wurden von fleißigen Helfern erledigt. Jetzt wird gefeiert. FOTO: Erich Brücker
Thailen. Pünktlich zu den Feierlichkeiten zum 90-jährigen Bestehen kann der SV Thailen auch seinen neuen Rasenplatz einweihen.

Viel Euphorie herrscht derzeit bei den Fußballern des Sportvereins im Weiskircher Ortsteil Thailen. Hierfür gibt es gleich zwei Gründe. Der Verein feiert sein 90-jähriges Bestehen und dazu die Einweihung seines neuen Rasenplatzes. Hierzu lädt der SV vom 22. bis 25. Juni die Bevölkerung, aber auch die Fußballer befreundeter und umliegender Vereine aus der Hochwaldregion ein. „Der Sportverein hat in den neun Jahrzehnten das Vereins- und Dorfleben entscheidend mitgeprägt und gestaltet. Er gehört zum Dorf wie die Kirche oder das Wirtshaus“, sagt Ortsvorsteher Hubert Zimmer. 90 Jahre seien nicht nur Fußball, nicht nur das Streben nach Siegen und Meisterschaften sowie Ausbildung von Jugendfußballern zum Erhalt des Vereins, sondern auch Mittelpunkt des dörflichen Gemeinschaftslebens. „Ohne das entscheidende Mitwirken der Fußballer hätten wir wahrscheinlich keine Kirmes mehr im Ort. Dazu haben sie auch einen maßgeblichen Anteil am Zustandekommen eines Weihnachtsmarktes“, lobt der Ortsvorsteher das Engagement des ältesten Vereines im Ort.


Der 90. Geburtstag könnte aber nicht gefeiert werden, wenn nicht über diese lange Zeitspanne hinweg Pioniere und Idealisten viele Stunden ihrer Freizeit mit Begeisterung geopfert hätten. Die Männer der ersten Stunden waren Matthias Schramm, Franz Clemens, Franz Eisenbarth, Johann Weber, Paul Schöner Senior, Franz Nimmesgern, Erhard Hübschen, Willi Münster und Karl Eisenbarth. In einer Zeit voll wirtschaftlicher Not, Inflation und Massenarbeitslosigkeit erforderte das Vereinsleben besonders große persönliche Opfer. Entscheidend mitgeprägt hat den Verein Paul Schöner junior, heute 81 Jahre alt, der seit 1965 ununterbrochen 46 Jahre an der Vereinsspitze stand. Einige Meisterschaften mit Aufstiegen bis in die A-Klasse Westsaar/Bezirksliga (1977-1982 und 1984–1989), Gründung einer Alte-Herren-Mannschaft 1965, Sportplatzneubau an der heutigen Stelle 1974 und Bau des Umkleidegebäudes 1976 waren Meilensteine seiner Vereinsarbeit. Eine weitere Meisterschaft wurde im Jahr des 75-jährigen Bestehens gefeiert, eine letzte im Spieljahr 2015/16. Aber die Bezirksligazugehörigkeit dauerte nur ein Jahr lang an. Im alten Spieljahr war die anvisierte Meisterschaft und Rückkehr in die höhere Liga nicht zu realisieren. „Unsere Spieler haben wohl ihre Kraft und Ausdauer in die Mitarbeit beim Sportplatzneubau gesteckt“, sagt der seit 2011 amtierende Vorsitzende Friedhelm Flesch.

Im neuen Spieljahr ab August nehmen zwei aktive Mannschaften, eine Frauenmannschaft sowie eine Alte Herrenmannschaft am Spielbetrieb teil. Auch im Jugendbereich werden eine G- und F-Jugend mit neuem Schwung ihren Spielbetrieb aufnehmen – auf einem neuen grünen Naturrasenplatz.



Diesen Rasenplatz haben die Fußballer mit viel Idealismus gestemmt, um wieder an bessere Fußballzeiten anknüpfen zu können. „Rechtzeitig zum bevorstehenden Vereinsjubiläum ist es fertig geworden, womit sich die Fußballer des schönste Geschenk wohl selbst bereitet haben“, betont Ortsvorsteher Zimmer. Baubeginn war im September vergangenen Jahres. Mit Beginn der neuen Fußballsaison spielen die Mannschaften auf dem grünen Untergrund. „Auch ich werde wohl noch etliche Ritte auf diesem neuen Geläuf aktiv absolvieren“, gibt sich der 61-jährige Vorsitzende äußerst angriffslustig. Und wer ihn kennt weiß, dass er dies sicherlich ernst meint. Mit Beginn der Arbeiten, hierzu zählten auch die Vorarbeiten mit Beseitigen der Barrieren und Tore sowie Abtragung der Braschenschicht, wurden von den Vereinsmitgliedern 380 Meter Doppelstabzaun rund um den neuen Platz errichtet, 900 Quadratmeter Verbundsteine gelegt, eine Tribüne mit 150 Sitzplätzen angelegt. Im Herbst vergangenen Jahres war der Platz eingesät worden. Während den wöchentlichen Arbeitseinsätzen waren stets sechs, sieben Helfer vor Ort, an Wochenenden um die fünfzehn. „Zuschauer gab es auch genügend. Hätten wir Eintrittsgeld kassiert, könnten wir damit die erste Pflege finanzieren“, sagt Flesch scherzhaft. Finanziell unterstützt wurde die Maßnahme von der Gemeinde Weiskirchen mit einem Zuschuss von 80 000 Euro, da eine Braschenplatz-Renovierung ohnehin angestanden hätte. Die Sportplanungskommission wird knapp 49 000 Euro beisteuern. „Den Rest können wir mit Eigenleistung und Eigenmitteln stemmen“, betont der Vereinschef.

Und für seinen 81-jährigen Vorgänger Paule Schöner geht ein Traum in Erfüllung. „Es freut mich ungemein, dass ich das noch erleben durfte.“