Förderschule in Rappweiler-Zwalbach wird stark nachgefragt

Kostenpflichtiger Inhalt: Förderschule wächst schneller als erwartet : Ministerin zu Gast beim „Leuchtturmprojekt“

Bei ihrem Besuch an der Tom-Sawyer-Schule der Kreuzschwestern in Rappweiler-Zwalbach fand Monika Bachmann viele lobende Worte.

Darin sind sich Gesundheitsministerin Monika Bachmann und Wolfgang Maring, Geschäftsführer der St. Hildegardishaus gGmbH, einig: Mit der ehemaligen Grundschule von Rappweiler-Zwalbach hat die vor rund einem halben Jahr eröffnete Tom-Sawyer-Schule der Kreuzschwestern den perfekten Standort gefunden. Bei ihrem Besuch der neuen Förderschule in privater Trägerschaft adelte jetzt die Ministerin den dortigen Schulbetrieb als „großartiges Leuchtturm-Projekt für das nördliche Saarland und darüber hinaus“. Mit der ersten Zeugnisvergabe der zunächst 14 Schülerinnen und Schüler fing alles an, und zum 1. Februar 2020 werden bereits 16 Kinder und Jugendliche von drei Lehrkräften in zwei altersgemischten Klassen unterrichtet.

„Mit diesem schnellen Anwachsen der Schülerzahlen war so nicht zu rechnen“, räumte Maring offen ein. So gebe es inzwischen sogar eine Warteliste, da sich immer mehr Eltern für diese Schule interessieren, um ihren Kindern eine optimale Förderung im Bildungsbereich bieten zu können. Die verantwortliche Fachbereichsleiterin bei St. Maria, Jeannette Michler, und Schulleiterin Julia Meyer zählten unisono auf: „An unserer Schule bekommen die Kinder Zeit und Raum zur persönlichen Entfaltung. Aufgrund der optimalen Lage der Schule – zentral im Ort und doch mit Ruhezonen für ein von äußeren Reizen abgeschirmtes Lernen – können sich die Schüler auf den schwierigen Weg zurück in einen geregelten Schulalltag konzentrieren.“

Monika Bachmann nickte bedauernd mit dem Kopf, als Maring daran erinnerte, dass es im Saarland immer noch zu wenige solcher intensivpädagogischen Angebote gibt, sodass viele behinderte Kinder nach wie vor in benachbarte Bundesländer vermittelt werden müssen. „Aber wir bauen unser Netzwerk zugunsten dieser Kinder und Jugendlichen noch weiter aus“, fuhr Maring fort, „voraussichtlich können wir Anfang März in Nunkirchen unsere neue intensivpädagogische Wohngruppe eröffnen, damit die Eltern der dort gut untergebrachten Kinder nicht mehr tägliche Fahrten von vielen Kilometern zur Förderschule auf sich nehmen müssen.“

Die Ministerin hakte sofort mit der Bitte um weitere Details nach. Mit diesem neuen Wissen ließ sie keinen Zweifel daran, dass keine Regelschule diese umfassende und zugleich individuelle Förderung der gehandicapten Kinder leisten kann. Und die von den Lehrerinnen gemeldete stark wachsende Nachfrage beeindruckte sie offenbar ebenso: „Die Schnelligkeit dieses Wachsens macht mich nachdenklich.“ Spontan regte sie eine Gesprächsrunde mit beiden Förderschulen des Saarlandes an, um den Bedarf genauer erfassen und entsprechende Schritte einleiten zu können.

Monika Bachmann (Zweite von rechts) gratuliert Wolfgang Maring, Geschäftsführer der St. Hildegardishaus gGmbH (Dritter vo links), zum großartigen Erfolg der neuen Förderschule in Rappweiler-Zwalbach. Mit dabei (von links): Bürgermeister Wolfgang Hübschen, Helma Kuhn-Theis, Referent Manuel Brunz und MdL Frank Wagner. . Foto: a-n

Der Leiter der Kinder- und Jugendhilfe St. Maria, Jürgen Bolldorf, verdeutlichte: „Wir schaffen hier Schulplätze für Kinder, die es im sogenannten normalen Schulalltag schwer haben, die durch das Netz zu fallen drohen.“

Dann erkundigte sich Bachmann bei Bürgermeister Wolfgang Hübschen nach der Akzeptanz in der Gemeinde für die Einrichtungen der Kinder- und Jugendhilfe St. Maria. „Die sind bei uns nicht nur voll und ganz akzeptiert – wir wissen darüber hinaus auch die Tatsache zu schätzen, dass die Kinder- und Jugendhilfe in Weiskirchen bei uns bereits den drittgrößten Arbeitgeber stellt.“ Lachend stimmte die Ministerin seinem Vorschlag zu, auch in diesem Jahr wieder zum Kurparklauf zu kommen, wenn erstmals vielleicht auch junge Läuferinnen und Läufer aus der Förderschule daran teilnehmen werden.

Und an Maring gewandt regte der Bürgermeister an, dass vielleicht die Suche der örtlichen Jugendherberge nach Servicekräften eine interessante Kooperation mit der Kinder- und Jugendhilfe versprechen könnte. Der Geschäftsführer der St. Hildegardishaus gGmbH ließ sich nicht lange bitten: „Wir bieten bereits Hauswirtschaft an, warum nicht auch mit behinderten Menschen? Ich bin dankbar für diese Idee, die sich durchaus zu einem weiteren Leuchtturmprojekt ausbauen lassen müsste.“

Bei dem abschließenden Besuch in einer der beiden Klassen der Förderschule suchte und fand die Ministerin sofort den persönlichen Zugang zu einigen Kindern. Dabei sprach sie noch einmal Maring an: „Was haben sie für ein Gefühl, wie die Kinder selber diese Schule einschätzen?“ Der überlegte kurz und antwortete: „Die verstehen uns als zuverlässigen Anker, der ihnen auch in ihren nicht selten schwierigen Familienverhältnissen neuen Halt gibt.“