Bürgermeisterwahl Weiskirchen: „Es liegt schon einiges im Argen“

Bürgermeisterwahl Weiskirchen : „Es liegt schon einiges im Argen“

Der Wahlkampf zur Bürgermeisterwahl in Weiskirchen geht in den Endspurt. Die SZ spricht kurz vor dem Wahlsonntag noch einmal mit allen fünf Kandidaten. Heute: Gunnar Schulz, Freie Wählergemeinschaft.

Für seinen Wahlkampf sei „schon einiges an Zeit drauf gegangen. Ich denke, es werden so 20 Stunden pro Woche gewesen sein“, sagt Gunnar Schulz. An diesem Sonntag, 3. Juni, tritt er für die Freie Wählergemeinschaft (FWG) bei der Bürgermeisterwahl in Weiskirchen an.

Acht Vereinskollegen der FWG unterstützen ihn bei seiner „Maitour“ durch den Ort und den Gesprächen mit den Weiskirchern. Dabei habe er die Erkenntnis gewonnen, „dass einiges im Argen liegt“, sagt Schulz. Gewisse Fragen würden den Bürgern besonders stark auf dem Herzen liegen: Was geschieht mit dem Öffentlichen Personennahverkehr in der Hochwaldregion? Wie wird man die medizinische Versorgung in der Gemeinde Weiskirchen verbessern? Welche organisatorischen Änderungen wird es im Bereich der Gemeindeverwaltung geben? Was wird getan, um Ältere und gehandicapte Menschen besser zu integrieren? Welche Möglichkeiten gibt es, jungen Familien in der Gemeinde Weiskirchen den Eigenheim-Bau wieder zu ermöglichen? „Die Lösungen zu diesen Themen werde ich in meine Agenda aufnehmen“, versichert der FWG-Kandidat.

Um die medizinische Versorgung zu verbessern, möchte Schulz die Rahmenbedingungen schaffen, „dass sich mindestens ein zusätzlicher Hausarzt in den nächsten zwei Jahren in der Gemeinde ansiedelt. Dazu werde ich die Landesregierung und das Gesundheitsministerium auf den aktuellen Missstand aufmerksam machen und Fördermittel zur Niederlassung von Hausärzten in strukturschwachen Regionen beantragen.“ Außerdem will er Investoren für ein Ärztehaus finden, das neben einem Allgemeinmediziner auch Fachärzte beherberge. Doch auch von Schulz gebe es ein klares „Ja“ zur Nordsaarland-Klinik. Pflegestützpunkte, Aufklärungsveranstaltungen zu den Pflegestufen sowie regelmäßige kostenlose Seminare des DRK zur Pflege zu Hause sollen ebenfalls zur Verbesserung beitragen. „Durch den gestiegenen Bedarf werde ich versuchen, auch Träger für den Neubau einer Seniorenresidenz in einem der Ortsteile finden“, sagt Schulz. Die Erschließung eines Neubaugebiets und die Verbesserung der Infrastruktur soll der Landflucht entgegenwirken. Anstelle einer Gebietsreform, möchte der FWG-Kandidat die interkommunale Zusammenarbeit weiter vorantreiben, um die Verwaltungs- und Sachkosten zu senken.

Überrascht, aber sehr erfreut sei Schulz daher auch gewesen, dass Jochen Kuttler, Bürgermeister von Wadern, alle fünf Kandidaten während ihres Wahlkampfes besucht und es konstruktive Gespräche gegeben habe. „Außerdem finde ich es sehr schön, dass es ein sehr fairer Wahlkampf gewesen ist. Nichts wurde unter der Gürtellinie ausgetragen“, zieht Schulz Bilanz. Etwas Unerfreuliches sei ihm bei seiner Tour durch Weiskirchen und den Fragerunden nicht widerfahren.

Die Wahlbeteiligung sei schwer einzuschätzen, sagt Schulz. „Die letzte Bürgermeisterwahl lag ja mit der Landtagswahl zusammen. Da hatten wir 60 Prozent. Ich denke nicht, dass wir diesen Wert wieder erreichen werden. Ich gehe aber mal von gut 50 Prozent aus.“ Schulz ist sich sicher, dass es „auf jeden Fall zu einer Stichwahl kommen wird. Ich vermute, da wird die Wahlbeteiligung aber nochmal runter gehen“.

Mehr von Saarbrücker Zeitung