Erkundungstour durch Schottland

Weiskirchen. 17 Tage verbrachte die Sippe "Adler" des Christlichen Pfadfinderbundes Saar aus Weiskirchen in den schottischen Highlands. Vier Jugendliche zwischen zwölf und 17 Jahren wanderten unter der Leitung von Stammesführer Christian Thome 70 Kilometer des rund 150 Kilometer langen West Highland Way

Weiskirchen. 17 Tage verbrachte die Sippe "Adler" des Christlichen Pfadfinderbundes Saar aus Weiskirchen in den schottischen Highlands. Vier Jugendliche zwischen zwölf und 17 Jahren wanderten unter der Leitung von Stammesführer Christian Thome 70 Kilometer des rund 150 Kilometer langen West Highland Way. "Wir veranstalten jedes Jahr im Sommer eine Großfahrt, und ich hatte schon seit langem eine Fahrt nach Schottland geplant", sagt Thome. Das Interesse bei den Pfadfindern der Gruppe "Adler" war schnell geweckt. Bald saß die fünfköpfige Gruppe im Flugzeug nach Prestwick, einem Vorort von Glasgow, wo sie die erste Nacht am Strand verbrachten. Am nächsten Morgen ging es mit dem Zug weiter nach Glasgow, von dort brachte ein Bus die Pfadfinder schließlich zum West Highland Way.Die erste Woche war sehr verregnet. "Aber das war kein Problem", meint Christian Thome. "Wir legten trotzdem gut 15 Kilometer am Tag zurück." Dabei kamen sie an verlassenen Höfen vorbei und lagerten in den wild-romantischen Highlands. Das wichtigste hierbei sind nach Auskunft des Stammesführers ein ebener Lagerplatz, Feuerholz und ein Gewässer in der Nähe. In dieser Hinsicht habe der West Highland Way genug zu bieten. "Wir versuchen, sporadisch und genügsam zu leben", erklärt Thome. Auf der Reise ernährte sich die Gruppe hauptsächlich von Reis, Nudeln oder Kartoffeln, die günstig in den durchquerten Orten gekauft wurden. Fleisch gab es eher selten. Die Wanderung hatte viele Erfahrungen für die Pfadfinder zu bieten. Christian Thome zeigt sich begeistert: "Ich fand es sehr entspannend, mal abseits der Wege zu gehen und ein, zwei Tage nur die Landschaft zu genießen und absolut keinem anderen Menschen zu begegnen." Nachdem das Ende des West Highland Way in Fort William erreicht war, hieß es noch, etwas schottische Kultur zu entdecken. Also trampten sie in Zweiergruppen zum malerischen Schloss Eilean Donan Castle und später zum berühmten Loch Ness. Doch das Trampen sei nicht immer problemlos verlaufen, meint Thome. Typisch für die ländlichen Gegenden in Schottland: Ein Dorf, das die Pfadfinder an einem Tag auf der Karte als Treffpunkt aussuchten, entpuppte sich als einzelnes Haus. Die Gruppe des Stammesführers sei einfach mit dem Auto, das sie mitnahm, daran vorbeigefahren, ohne es zu bemerken. Doch zum Glück fanden sich alle später im nächsten größeren Ort wieder.Die letzten Tage entspannten alle nochmal am Strand von Prestwick, bevor die Gruppe von dort aus wieder nach Hause flog.

HintergrundWie sieht Christian Thome die allgemeine Situation der Pfadfindervereine im Saarland? "Es gibt hier relativ viele Pfadfindergruppen und auch andere Vereine. Dadurch entsteht ein kleines bisschen Konkurrenz, denn es wird in den vergangenen Jahren etwas schwieriger, Leute für die Pfadfinder zu gewinnen." Mancherorts gäbe es Probleme, wegen der Ganztagsschule, die den Kindern keine Nachmittagsbeschäftigung ermögliche und die so viel Zeit in Anspruch nehme. In Weiskirchen selbst sei davon allerdings noch nichts zu merken. Im Großen und Ganzen sieht Thome die Zukunft des Christlichen Pfadfinderbundes Saar optimistisch. Nächstes Frühjahr wird bei den Pfadfindern in Weiskirchen eine neue Jungengruppe gebildet. Interessenten können sich bei der Stammesführung unter Tel. (06876) 76 36 erkundigen. ian