Eine Institution im Hochwald

Seinen Umzug hat Ferdinand Dincher nie bereut. Längst ist er im idyllischen Rappweiler heimisch geworden. Für seinen Obst- und Gemüsehandel war er lange mit einem Verkaufswagen auch in den Nachbargemeinden unterwegs.

"Vom südlichsten Zipfel des Saarlandes in den nördlichsten", beschreibt Ferdinand Dincher, Jahrgang 1953, seinen Wohnortwechsel von Bad Hanweiler-Rilchingen nach Rappweiler . Das war vor mehr als 30 Jahren, nachdem er im April 1984 zunächst nach Weiskirchen umgezogen war. Dieser Umzug war eigentlich gar nicht geplant, sondern "aus Jux und Dollerei erfolgt", wie er ergänzt. Bei einer sonntäglichen Spazierfahrt in den Hochwald hatten er und seine Ehefrau Gefallen an diesem Flecken Erde gefunden. Saubere Luft, schöne Landschaft mit viel Wald, nette Menschen, all das hatte beide überzeugt. Mit diesem Umzug ging auch die Eröffnung seines Geschäftes "Früchte der Erde" einher, nachdem er bis dahin in diesem Metier angestellt war. Erste Gespräche mit der Gemeinde Weiskirchen waren fruchtbar. "Ich wurde mit offenen Armen empfangen", wie er sagt, man konnte ihm ein passendes Gebäude zur Miete anbieten. "Mit dem Handel von Obst und Gemüse konnte ich mir meinen Traum erfüllen", betonte der 62-Jährige.

Auch die Bevölkerung des Hochwaldraumes hatte ihn gut aufgenommen, denn neben dem Geschäft in der Kurgemeinde tourte er mit einem Verkaufswagen bis vor fünf Jahren noch durch die umliegenden Dörfer. "Qualität zu guten Preisen war mein Anspruch, die Menschen kommen immer noch gerne zu mir, wissen meine Qualität zu schätzen", ist Dincher überzeugt. Mit den "Früchten der Erde" ist er zu einem Begriff im Hochwald geworden.

Nur heute müssen seine Kunden nach Rappweiler in die Hochwaldstraße 42 kommen, denn dort hat er sich 1996 niedergelassen, ein Haus für die Familie erworben und darin sein Geschäft eingerichtet. Die Ehefrau ist 2004 leider verstorben, Tochter mit Ehemann und Enkel wohnen in Steinberg, "so dass ich wohl bis an mein Lebensende hier bleiben werde, zumal ich mich hier sehr fühle", ist Dincher mittlerweile ein überzeugter Einwohner von Rappweiler geworden. Hobbys kann er keine pflegen, denn sein Beruf fordert ihn den ganzen Tag, der früh morgens mit einer Fahrt zum Großmarkt beginnt und abends mit dem Schließen des Geschäftes nicht unbedingt endet, schließlich ist noch Papierkram zu erledigen.

Dennoch, Essen gehen sowie ein sonntäglicher Spaziergang durch den Wild- und Wanderpark mit dem Chihuahua Felix bringen etwas Abwechslung. Dazu pflegt er das Dorfleben in Rappweiler , lässt sich auch auf den Vereinsfesten sehen. "Freundlich sein und stets ein offenes Wort miteinander austauschen", verrät er sein Lebensmotto.