Bürgermeister-Wahl Weiskirchen: Ein entspannter Wahlsonntag

Bürgermeister-Wahl Weiskirchen : Ein entspannter Wahlsonntag

So haben die fünf Weiskricher Bürgermeister-Kandidaten den gestrigen Wahlsonntag verbracht.

Gestern fand in Weiskirchen die Wahl zum neuen Bürgermeister statt. Die fünf Kandidaten Stephan Barth, parteilos, Wolfgang Hübschen, CDU, Karsten Kiefer, SPD, Gerrit Oestreich, FDP und Gunnar Schulz, FWG, verrieten der SZ, wie sie den Wahltag gestaltet haben.

Stephan Barth, parteilos

Er ist der einzige der fünf Bürgermeister-Kandidaten, der am gestrigen Sonntag keine Stimme abgeben durfte. Denn Stephan Barth, parteilos, lebt in Wadern. „Aber ich stamme ja aus Konfeld und das Wahllokal ist in meiner alten Grundschule“, sagt Barth und ließ es sich daher nicht nehmen, dort einmal kurz vorbeizuschauen. Auch den anderen Wahllokalen stattete er einen Besuch ab, „um mich den Leuten vor Ort vorzustellen und mich bei ihnen zu dafür zu bedanken, dass sie sich bei der Wahl engagieren“. Das sei ja nicht selbstverständlich. „Danach bin ich dann eine schöne Runde mit meinem Mountainbike gefahren.“ Aufregung sei er nicht. „Ich bin da echt ganz entspannt. Wir leben ja in einer Demokratie und so wie es ausgeht, soll es kommen. Dem Gewinner wünsch ich dann natürlich Glück und ein gutes Händchen für die Arbeit im Rathaus, denn sie wird nicht einfach“, betont Barth. Sollte er gewählt werden, werde er alles tun, um der Aufgabe ebenfalls gerecht zu werden. „Das Beste für die Gemeinde rausholen.“ Ob es soweit kommt, davon lasse er sich einfach überraschen. Spätestens um 18.15 Uhr gestern Abend wollte er gemeinsam mit seiner Familie im Weiskircher Rathaus sein und die Ergebnisse abwarten. „Ich bin ein spontaner Mensch, und je nachdem, wie es ausgeht, kann ich direkt reagieren und direkt auch feiern“, sagt Barth.

Wolfgang Hübschen, CDU

Nach einem gemütlichen Frühstück mit seiner Frau Conny und seiner Tochter Katharina, ging CDU-Kandidat Wolfgang Hübschen mit ihnen um zehn Uhr gestern Morgen zur Stimmabgabe ins Haus des Gastes. „Dort hab ich mich dann noch bisschen mit den Leuten unterhalten“, sagt Hübschen. Danach kehrten sie nach Hause zurück, wo Hübschen „endlich mal im Garten nach dem Rechten schauen konnte. Das ist ja in den letzten Wochen etwas zu kurz gekommen“. Nichts Außergewöhnliches machen und ganz entspannt will er den Nachmittag angehen. „Vielleicht gehen wir noch eine Runde ins Naturfreibad. Das kommt aber auf das Wetter an, es ist ja leider etwas trüb.“ Gegen 18 Uhr geht’s für Hübschen und seine Frau dann ins Weiskircher Rathaus. Er gehe ganz fest davon aus, dass es zur Stichwahl kommt. „Und ich hoffe, dass ich einer derjenigen bin, der in die Stichwahl kommt.“ Selbst dann sei Feiern aber nicht angesagt, betont Hübschen. „Wie im Sport gibt es einen Vorlauf und dann die Endläufe.“ Sein Team und er werden sich „dann kurz zusammensetzen und besprechen wie es weitergeht“.

Karsten Kiefer, SPD

Um neun Uhr war Karsten Kiefer, der für die SPD ins Rennen gegangen ist, mit seiner Frau schon im Wahllokal, um seine Stimme abzugeben. Anschließend hat er sich mit seiner Familie einen „schönen Tag am Bostalsee gemacht. Wir haben die Sonne genossen und waren Tretboot fahren.“ Gegen 17 Uhr geht’s mit seinen „Leuten“ nach Weiskirchen und „dann warten wir mal ab, wie es weitergeht“, sagt Kiefer. Egal wie die Wahl ausgeht, nach der Stimmenauszählung möchte er mit seinem Wahl-Team und einigen Freunden im Gasthaus Schmitt in Thailen etwas feiern. „Für das, was wir in den letzten Wochen alles geleistet haben.“

Gerrit Oestreich, FDP

„Ich bin völlig abgelenkt. Von morgens bis abends bin ich hier mit dem Programm beschäftigt“, sagt FDP-Kandidat Gerrit Oestreich. Denn seit vergangenen Freitag ist Oestreich als Leiter der Tourist-Info und des Organisations-Teams in Ottweiler beim Stadtfest im Dauereinsatz. „Ich denke eigentlich gar nicht an die Wahl. Die Leute hier auf dem Fest sprechen mit öfters darauf an. Nach dem Motto ‚Oh, hier kommt der Bürgermeister-Kandidat!’“. Das sei schon ganz lustig. Von morgens acht bis nachts um drei kümmere sich Oestreich um den reibungslosen Ablauf des Stadtfestes. Danach noch nach Hause fahren komme für ihn nicht in Frage. „Ich schlafe sogar hier in einer Kemenate der Tourist-Info. Morgens gehe ich mich dann hier im Freibad duschen.“ Da er erst um 23 Uhr Feierabend hat, geht Oestreich auch nicht, wie die anderen Kandidaten, zur Stimmenauszählung ins Weiskircher Rathaus. „Das übernimmt dann mein Kollege Jörg Müller aus Wadern für mich. Ich kann ja nicht das Stadtfest in Ottweiler wegen der Wahl verschieben“, sagt Oestreich. Daher hat er auch schon vorab seine Stimme per Briefwahl abgegeben. Irgendwann im Laufe des Abends will Oestreich mal nach den ersten Wahlergebnissen schauen. „Trotzdem konzentriere ich mich mehr auf das Stadtfest. Es kommt ja ständig irgendwas – mit dem Strom, der Technik oder der Musik.“ Am heutigen Montag habe er frei. Vielleicht feiere er dann schon etwas. Egal wie die Wahl ausgeht, die „große Helfer-Party, Freunde-Party, Dabei-Sein-Party“ steigt dann am kommenden Sonntag, wenn Oestreich auch seinen Geburtstag feiert.

Gunnar Schulz, FWG

Gerrit Oestreich, FDP, musste nach einer Radtour zum Ottweiler Stadtfest. Foto: Ruppenthal
Gunnar Schulz, FWG, gab seine Stimme im Wahlbüro 5 im Weiskircher Haus des Gastes ab. Foto: Ruppenthal
Stephan Barth, parteilos, vor seiner „alten“ Schule in Konfeld, wo sich das Wahlbüro befand. Als Waderner durfte er jedoch nicht mit abstimmen. Foto: Ruppenthal
Karsten Kiefer, SPD, bei der Stimmabgabe in Rappweiler. Foto: Ruppenthal
Bürgermeisterwahl Weiskirchen: Wer tritt die Nachfolge von Werner Hero im Weiskircher Rathaus an? Foto: Ruppenthal

„Ich verbringe den Tag in gemütlicher Entspannung, mache nichts Außergewöhnliches“, sagt Gunnar Schulz, der für die Freie Wählergemeinschaft (FWG) ins Rennen ging. Morgens sei er wählen und war auch kurz in beiden Wahllokalen gewesen. Dort habe er sich nach der bisherigen Wahlbeteiligung erkundigt. „Üblicherweise ist es ja so, dass morgens vor dem Gottesdienst, viele noch wählen gehen. Diese Mal war es aber recht zäh. Anlässlich anderer Wahlen war zu diesem Zeitpunkt durchaus schon mehr gewesen.“ Vielleicht rafft sich der ein oder andere beim Spaziergang am Nachmittag ja noch auf, mutmaßt Schulz. Gegen 18.30 Uhr werde er dann ins Weiskircher Rathaus Ergebnisverkündung gehen. Dort werden dann auch einige Mitstreiter von ihm zugegen sein. „Und wenn es dann zum Einzug in die Endrunde reichen sollte, sag ich mal so vorsichtig, wird auch das ein oder andere Bierchen bestimmt gehoben werden“, sagt Schulz. Seine Frau war gestern allerdings nicht an seiner Seite. „Sie hat einen Ausflug mit einer Freundin nach Koblenz geplant. Deshalb muss ich diesen Tag ohne meine Frau verbringen, aber das fällt mir nicht schwer. Das muss ja auch mal sein. Jeder hat seine Auszeit verdient, zumal die letzten Wochen wirklich stressig waren.“

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