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Eichenlaubschule Weiskirchen ist jetzt „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“

Lukas Leinen, Klasse 10a, hängt seine Wünsche an den Wunschbaum.
Lukas Leinen, Klasse 10a, hängt seine Wünsche an den Wunschbaum.
Weiskirchen. Ein Zeichen setzen gegen gegen Rassismus, Diskriminierung, Mobbing oder Ausgrenzung jeglicher Art will man an der Eichenlaubschule. Dank vielfältiger Bemühungen ist die Schule nun Mitglied im Netzwerk „Schule ohne Rassismus – Schule m it Courage“. red

Holzkopp" hieß es am Ende des Liedes "Schrei nach Liebe" in der Version des Schulchors der Eichenlaubschule, mit dem die feierliche Übergabe der Plakette "Schule ohne Rassismus - Schule mit Courage" eröffnet wurde.

Ziel der Initiative "SOR - SMC" ist es, ein gut funktionierendes Netzwerk zur Bekämpfung von Diskriminierung in jeglicher Form aufzubauen. Die zentrale Koordinierungsstelle der Initiative hat ihren Sitzt in Berlin. In jedem Bundesland gibt es eine Landeskoordination.

Im Saarland ist sie angegliedert an die Landeszentrale für politische Bildung. Landeskoordinator Dr. Erik Harms-Immand erläuterte die Idee, die hinter dieser Initiative steckt. "Das Besondere an "Schule ohne Rassismus - Schule mit Courage" ist, dass sich die Schüler zusammen mit Lehrkräften und Eltern mit der demokratischen und sozialen Kultur ihrer Schule intensiv auseinandersetzen. Dabei fragen sie sich selbstkritisch und ehrlich, ob die Werte unserer demokratisch-pluralistischen Gesellschaft im eigenen Schulalltag tatsächlich immer gelebt werden. Sie gehen der Frage nach, wie mögliche Defizite oder mögliche akute Probleme vor Ort aufkommen konnten und auf welche Art und Weise man diese als Schulgemeinschaft beheben oder im Rahmen präventiver Strategien verhindern kann. Es reicht nämlich nicht aus, über die Bedeutung und die Vorteile unseres demokratisch-pluralistischen Wertesystems zu reden und zu informieren. Wichtig ist auch, dass sich die von uns vertretenen Werte in allen Lebensbereichen in unserem konkreten Handeln widerspiegeln. Nur dann können wir glaubwürdig für unsere Ansichten werben. Nur dann besitzen wir die Chance, auch jene Mitbürger zu erreichen, die sich aus den unterschiedlichsten Gründen von unserem Wertesystem nicht angesprochen fühlen und in einigen Fällen dem vereinfachenden und ausgrenzenden Schwarz-Weiß-Denken extremistischer Gruppen folgen."

Schulleiter Günter Peifer konnte neben dem Landeskoordinator eine Reihe von Gästen begrüßen: den Landtagsabgeordneten Stefan Krutten , den ersten Kreisbeigeordneten des Frank Wagner, den Bürgermeister von Weiskirchen Werner Hero , die Ortsvorsteherin von Weiskirchen Ingrid Wilkin, stellvertretend für die Eltern der Schulgemeinschaft und die anwesenden Elternvertreter die Schulelternsprecherin Bianca Maragliano-Pitzer, stellvertretend für das Lehrerkollegium die Initiatorin des Projektes an der Eichenlaubschule Julia Frei, und die wichtigsten Personen des Projektes, die Schüler , stellvertretend für alle die Schülersprecherin Franziska Mohm und den stellvertretenden Schülersprecher Kai Reppert.

Aus den Grußworten wurde ersichtlich, wie wichtig es ist, den Schülern Raum zu schaffen, um tolerantes Handeln und Wirken zu ermöglichen. Diese Notwendigkeit wurde auch durch die aktuellen Flüchtlingszahlen noch einmal verdeutlicht. Der Landkreis ist hier in vielfacher Weise gefordert, insbesondere durch die Kinder in den weiterführenden Schulen, für die er der Sachkostenträger ist. Der erste Kreisbeigeordnete Frank Wagner belegte das durch die aktuellen statistischen Daten. Insgesamt wurden bisher 166 Flüchtlinge in weiterführende Schulen des Landkreises aufgenommen.

An der Eichenlaubschule sind zurzeit 3 syrische Flüchtlingskinder. Schulleiter Peifer ging auf die mehrfache Herausforderung ein, der sich Frank Wagner nicht nur als politisch Verantwortlicher sondern auch als Leiter der Kreuzbergschule in Merzig, einer der 6 Merziger Grundschulen, gegenüber sieht. Er betonte, es solle nicht der Eindruck erweckt werden, erst durch die augenblicklichen Flüchtlingsströme sei der Handlungsdruck entstanden, sich gegen Rassismus , Diskriminierung , Mobbing oder Ausgrenzung jeglicher Art zu wenden. Das gehöre zu den pädagogischen Grundaufgaben jeder Schule.

Franziska und Kai erläuterten, welche Bedingungen die Eichenlaubschule neben der Suche von Paten erfüllen musste, um "Schule ohne Rassismus - Schule mit Courage" werden zu können.

Zur Vorbereitung auf die feierliche Übergabe der Plakette wurde ein Video mit Schülern aus den unterschiedlichen Herkunftsländern gedreht, in dem sie sich in ihrer Muttersprache gegen Rassismus aussprechen.

Zu den Klängen der Europahymne ging es danach auf den Marktplatz. In Anwesenheit aller Schülerinnen und Schüler der Eichenlaubschule enthüllte der Pate Stefan Krutten die Plakette und übergab die Urkunde an die Schülersprecher Franziska und Kai. Projektlehrerin Julia Frei leite über zu einer abschließenden Aktion. "Jeder Mensch hat Wünsche, Träume und Hoffnungen, aber auch Sorgen und Ängste . Die Schüler der ELS haben sich daher überlegt, einen Wunschbaum zu gestalten. Dieser soll zu einem Ort werden, an dem jeder seine Gedanken und Wünsche äußern kann, egal ob für sich oder für andere, in der Hoffnung, dass sich dadurch das Leben zum Positiven hin wendet. Der Wunschbaum steht für die Schüler , aber auch für Lehrer und Bürger als eine Gemeinschaft."

Bevor die Schüler der Klassenstufe 10 die Schilder mit ihren Wünschen an den bunt geschmückten Wunschbaum hingen, wurden sie laut vorgelesen. Bei einer Reihe von Wünschen ging es auch speziell um die Situation der Flüchtlinge , wie schnelle Integration, Akzeptanz, Arbeitsplatz. Nachdem Schülersprecherin Franziska Mohm nochmals Punkt 3 der Selbstverpflichtung vorgelesen hatten, stellte zum Schluss Schulleiter Peifer fest: "Wir sind jetzt eine von 1878 Schulen im Netzwerk Schule ohne Rassismus - Schule mit Courage." Er forderte alle auf, Courage zu zeigen, und sich aktiv für die freiheitlich demokratischen Grundwerte unserer Gesellschaft einzusetzen. "Und um nochmals an das Anfangslied anzuknüpfen: Seid keine Holzköpfe! Wir haben es in der Hand, gemeinsam unsere Zukunft menschlich zu gestalten, ohne Rassismus und Diskriminierung . Wir sind die Welt." Passend dazu stimmte der Schulchor das Lied "We are the world" an, am Ende sangen alle kräftig mit. Zunächst musste in der Schule für das Projekt geworben werden. Als alle dann informiert waren, mussten mindestens 70 Prozent aller Personen (Schüler /Lehrer/Mitarbeiter) der Selbstverpflichtung von SOR - SMC zustimmen:

"Ich werde mich dafür einsetzen, dass es zu einer zentralen Aufgabe meiner Schule wird, nachhaltige und langfristige Projekte, Aktivitäten und Initiativen zu entwickeln, um Diskriminierungen, insbesondere Rassismus , zu überwinden.

Wenn an meiner Schule Gewalt, diskriminierende Äußerungen oder Handlungen ausgeübt werden, wende ich mich dagegen und setze mich dafür ein, dass wir in einer offenen Auseinandersetzung mit diesem Problem gemeinsam Wege finden, uns zukünftig zu achten.

Ich setze mich dafür ein, dass an meiner Schule einmal pro Jahr ein Projekt zum Thema Diskriminierungen durchgeführt wird, um langfristig gegen jegliche Form von Diskriminierung , insbesondere Rassismus , vorzugehen." Schule ohne Rassismus - Schule mit Courage" ist eine Initiative von Schülerinnen und Schülern, die sich aktiv gegen jede Form von Diskriminierung einsetzen wollen. Ziel ist es, für ein Schulklima zu sorgen, in dem sich alle wohlfühlen, gerne und ohne Angst zur Schule gehen und niemand aufgrund seiner "Einzigartigkeit" ausgegrenzt wird. Die Werte, die allen Schülern vermittelt werden, sollen aber auch so verinnerlicht werden, dass die Kinder sie mit nach Hause nehmen und als Grundwerte für ihr gesamtes Leben übernehmen und an ihr Umfeld weitergeben.

Eine zentrale Idee bei "Schule ohne Rassismus - Schule mit Courage" ist es, ein möglichst großes Netzwerk aufzubauen. Das Netzwerk der Initiative soll sich nicht nur auf das schulische Leben beschränken.

Um das Netzwerk noch stärker auszuweiten, suchen sich die Schulen bekannte Persönlichkeiten aus dem öffentlichen Leben als Paten. Die Eichenlaubschule wurde im nahen Umkreis von Weiskirchen fündig.

Für den Landtagsabgeordneten Stefan Krutten aus Oppen war es eine Selbstverständlichkeit und Ehre, sich als Pate zur Verfügung zu stellen. Die Grundwerte, die durch SOR - SMC angesprochen werden, prägten seine Arbeit als Ausbildungsleiter bei der Dillinger Hütte und in besonderer Weise jetzt auch als Politiker und Vertreter unserer demokratisch freiheitlichen Grundordnung.

Durch den zweiten Paten Philipp Wollscheid aus Morscholz wurde das Netzwerk der Eichenlaubschule mit einem Spitzensportler in einer weiteren Richtung ausgedehnt. Weil er im Augenblick bei Stoke City in England spielt, konnte er persönlich nicht anwesend sein. In seiner Videobotschaft unterstrich er die Verantwortung und Vorbildfunktion gerade hinsichtlich Bekämpfung von Rassismus und Diskriminierung , in der er sich als Fußballprofi in der Pflicht sieht.

Die Eichenlaubschule
Die Eichenlaubschule
Gruppenbild vor dem Haupteingang der Schule, jetzt mit der Plakette „Schule ohne Rasssmus - Schule mit Courage“, von links: Bürgermeister Werner Hero, Schulelternsprecherin Bianca Maragliano-Pitzer, Ortsvorsteherin Ingrid Wilkin, Kreisbeigeordneter Frank Wagner, stellvertretender Schülersprecher Kai Reppert, Schülersprecherin Franziska Mohm, Landtagsabgeordneter Stefan Krutten, Schulleiter Günter Peifer, Projektlehrerin Julia Frei, Landeskoordinator Dr. Erik Harms-Immand. Fotos: Schule
Gruppenbild vor dem Haupteingang der Schule, jetzt mit der Plakette „Schule ohne Rasssmus - Schule mit Courage“, von links: Bürgermeister Werner Hero, Schulelternsprecherin Bianca Maragliano-Pitzer, Ortsvorsteherin Ingrid Wilkin, Kreisbeigeordneter Frank Wagner, stellvertretender Schülersprecher Kai Reppert, Schülersprecherin Franziska Mohm, Landtagsabgeordneter Stefan Krutten, Schulleiter Günter Peifer, Projektlehrerin Julia Frei, Landeskoordinator Dr. Erik Harms-Immand. Fotos: Schule