E-Auto in Weiskirchen: Alexander Louis berichtet von seinen Erfahrungen

Weiskirchen : Die Steckdose daheim ersetzt die Tankstelle

Vor einem Jahr hat der Weiskircher Unternehmer Alexander Louis seinen Bus mit Dieselmotor durch ein E-Auto ersetzt.

Alexander Louis hatte Glück. Als er im vergangenen Jahr sein neues E-Auto, einen Hyundai Kona, kaufte, musste er sich wegen der starken Nachfrage eigentlich mit einer einjährigen Lieferfrist abfinden. Aber schon nach einem knappen halben Jahr konnte er seinen „Stromer“ abholen. Nach einigen Wochen zieht der Geschäftsmann ein erstes Fazit.

Welche Überlegungen bewogen den verheirateten Familienvater mit drei Kindern eigentlich dazu, sich mit dem neuen Fahrzeug völlig von den bislang auch für ihn vertrauten Tankstellen zu verabschieden? „Vor etwa zwei Jahren ging mir angesichts der öffentlichen Diskussion über E-Autos zum ersten Mal der Gedanke durch den Kopf, meinen VW-Bus mit Dieselmotor durch einen Pkw ohne klimaschädliche Abgase zu ersetzen“, sagt Alexander Louis, „allerdings schreckten mich zu diesem Zeitpunkt noch die widersprüchlichen Angaben über die vergleichsweise kurzen, von der Batteriekapazität abhängigen Fahrstrecken ab.“

Als Geschäftsmann – er führt mit seiner Mutter in Weiskirchen eine Bäckerei und Konditorei mit vier Filialen im Landkreis Merzig-Wadern – nutzt er den Nachfolger seines VW-Busses sowohl geschäftlich als auch privat. „Da wäre ein Batterie-Ladezyklus für nur etwas mehr als 200 Kilometer ganz klar nicht ausreichend.“

Aber bei seinen Besuchen verschiedener Autohäuser in der Heimatregion wurde ihm schnell klar, dass die Hersteller aktuell mit Volldampf darum bemüht sind, ihre E-Autos mit deutlich verbesserten Ladekapazitäten auf dem Markt zu positionieren. Louis: „Ich suchte ein umweltfreundliches und gleichzeitig alltagstaugliches Fahrzeug, das mir Fahrspaß vermittelt und meinem Wunsch nach Nachhaltigkeit entgegenkommt.“

Diesen Vorstellungen entsprach letztlich ein Hyundai Kona mit Vollausstattung, für den der Weiskircher letztlich stattliche 39 000 Euro hinblättern musste. Der acid-yellow-farbene „Stromer“ schafft mit seinen 204 PS bei vollgeladener Batterie knapp 400 Kilometer, bevor er wieder an die Steckdose im Carport von Louis muss.

Zwei Ladekabel gehören zum Lieferumfang – eins für übliche Schukosteckdosen und eins für Schnellladestationen. „War anfangs schon komisch, den Elektromotor ohne das vertraute Anlasserschnurren fahrbereit zu wissen“, erinnert er sich schmunzelnd. Aber ganz klar: „Wenn die 204 PS dieser Maschine mit einem durchschnittlichen Verbrauch von 18 kW/h auf hundert Kilometer fast lautlos loslegen, dann gesellt sich Fahrspaß zum Wissen, kein Umweltgift aus dem nicht vorhandenen Auspuff zu blasen.“

Weil der Weiskircher mit seinem Kona überwiegend geschäftlich unterwegs ist, steht Louis bereits seit einiger Zeit mit einem Kollegen in Nordrhein-Westphalen im Kontakt, dessen Mitarbeiter seine Backwaren mit elektrobetriebenen Fahrzeugen ausliefern. „Im Rahmen eines Modellprojekts werden dort speziell für die Transportanforderungen unserer Branche entwickelte E-Autos eingesetzt“, sagt Louis, „wenn sich dieses Modell bewährt, kann ich mir gut vorstellen, in Zukunft auch unsere dieselbetriebenen Transporter durch solche E-Fahrzeuge zu ersetzen.“

Damit ist die Frage beantwortet, wie zufrieden der Handwerksmeister in Weiskirchen mit seinem neuen Kona ist: „Ich bin schlicht und ergreifend mehr als begeistert von meinem Elektro-Auto.“ Er interpretiert seine neue E-Mobilität als eine vielversprechende Chance, ökonomische und ökologische Interessen unter einen Hut zu bringen. „Ich mag den daraus erwachsenden Fahrspaß. Günstige Betriebskosten und Steuerersparnis – nach Kauf zehnjährige Steuerbefreiung – lassen für mich die noch hohen Anschaffungskosten verschmerzen. Und nicht zuletzt kommt diese moderne Antriebstechnologie meinem persönlichen Interesse an Nachhaltigkeit und Umweltweltfreundlichkeit sehr entgegen.“

Und was sagt der Rest der Familie zum neuen acid-yellow-farbenen Flitzer, der an jeder haushaltsüblichen Steckdose betankt werden kann? Während Ehefrau Jenny Louis noch nicht alle nicht näher begründeten Vorbehalte gegen das E-Auto zerstreuen kann, sind die drei Kinder hellauf begeistert.

Dem fünfjährigen Benjamin hat es nicht nur die Lackierung angetan: „Die ist klasse – und das leise Auto kann ganz schön flitzen!“ Dagegen bringen den Vater neben den bereits geschilderten Technologievorzügen auch die modernen Assistenzsysteme und nicht zuletzt das Headup-Display ins Schwärmen, das alle Werte auf die Windschutzscheibe projiziert.

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