„Die Welt ist nicht genug!“ – Firmung vernetzt

Kolumne Wort zum Alltag : Die Welt ist nicht genug – Firmung vernetzt

„Die Welt ist nicht genug!“ – Firmung vernetzt

Am kommenden Wochenende, Samstag, 9. November, und Sonntag, 10. November,  werden 192 junge Menschen das Sakrament der Firmung empfangen, das Weihbischof Robert Brahm ihnen spendet. Wie erreichen wir Jugendliche in heutiger Zeit? Was spricht sie an? Wofür sind sie zu begeistern? Diese und andere Fragen haben wir uns vor und während der Vorbereitung immer wieder gestellt. Für Jugendliche ist es längst normal geworden – vernetzt zu sein – und das weltweit, immer und mit jedem. Die Selbstverständlichkeit, mit der junge Menschen mit neuen Medien umgehen, ist ihnen längst in Fleisch und Blut übergegangen. Wenn wir Jugendliche ernst nehmen, dann müssen wir uns auch mit ihren Realitäten konfrontieren lassen und uns darauf einlassen.

Der Firmkurs war aufregend anders. „Entdecke das Leben und den Glauben. Erlebe beides gemeinsam. Leben vernetzt“, so könnte man es zusammenfassen. In vielen Projekten ging es genau darum, Menschen zu treffen, mit ihnen ins Gespräch zu kommen und sich gegenseitig vom Leben erzählen und voneinander lernen. Und immer wieder die Frage zu stellen: Welche Rolle spielt Gott in meinem Leben? So haben auch wir im Firmteam neues gelernt, weil wir offen waren für das Neue. Wir durften diesen jungen Menschen Räume öffnen in denen sie sich ausprobieren durften und eigene Erfahrungen sammeln konnten. Sicher war der Raum eines Friseursalons, der ungewöhnlichste Ort der Begegnung und gleichzeitig eines der spannendsten Projekte in diesem Jahr. „Fashion is my Passion“ – hinter dem wichtigen Thema Mode und Styling verbarg sich die Frage: „Wie wirke ich auf andere?“ „Wie nehme ich andere wahr?“ Sich selbst in den Blick nehmen und mit sich selbst auseinanderzusetzen war ein wichtiger Baustein. Und so haben uns viele Jugendliche überrascht und uns selbst als Team begeistert.

Wenn Jugendliche in der der Selbstreflexion beim Besinnungsweg unter anderem vor einem Spiegel sitzen und sich betrachten, wenn sie in der Stille darüber nachdenken, was sie in ihrem Leben schon an Verletzungen erlebt haben, dann berührt uns im Nachklang, was sie aufgeschrieben haben, und lässt uns auch sprachlos vor diesen Plakaten stehen.

So darf ich für mich persönlich resümieren, dass ich selbst einiges gelernt habe. In unseren jungen Menschen, die uns anvertraut sind, ist ein enormes Potential – manchmal reicht es schon aus, ihnen zuzuhören, ihnen etwas zuzutrauen und einfach nur zur Seite zu stehen. Auch mit Blick auf die neue Pfarrei der Zukunft Wadern wird es aus meiner Sicht wichtig sein, dass wir zu „Ermöglichern“ werden, dass wir Räume öffnen und Neues zulassen.

So darf ich dazu ermutigen: „Entdecke das Leben und den Glauben. Erlebe beides gemeinsam“, dann ist das Leben vernetzt und nicht losgelöst von unserem verbindenden Glauben. Wenn unseren Jugendlichen am Wochenende auf den Kopf zugesagt wird: Ihr seid nicht allein auf dem Weg des Lebens, ihr seid besiegelt durch die Gabe Gottes den Heiligen Geist, dann ist das die ermutigende Botschaft unseres Glaubens. Lassen auch wir uns von diesem liebenden Gott immer wieder neu begeistern und das Leben und die Welt neu entdecken, denn die Welt ist nicht genug!

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