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Die tütenlose Zeit soll nun vorbei sein

Die tütenlose Zeit soll nun vorbei sein

Wegen des ständigen Vandalismus kapitulierte die Hochwald-Touristik und befüllte die Beutelspender für Hundekottüten im Weiskircher Kurpark nicht mehr. Nach einem Jahr Pause will man nun einen neuen Versuch wagen.

Wer mit seinem Hund in den Park geht, ist verpflichtet, dessen Hinterlassenschaften zu entfernen. An vielen Stellen sind hierzu Spender aufgestellt, an denen sich die Hundebesitzer mit speziellen Beuteln für den Kot ihrer Vierbeiner versorgen können. Solche Tütenspender gibt es auch im Kurpark in Weiskirchen - doch wie SZ-Leser-Reporter Hans Discher beobachtet hat, werden diese seit geraumer Zeit nicht mehr befüllt.

"Als verantwortungsvolle Hundebesitzer haben wir zwar immer Tüten dabei", sagt er, "aber wir nehmen andernorts den Service gern in Anspruch, um mit den Tüten den Kot unseres Hundes zu entfernen." Seiner Beobachtung nach seien die Spender in Weiskirchen jedoch schon im vergangenen Herbst leer gewesen, genauso wie jetzt an Ostern.

Stattdessen gebe es einen Hinweis auf Vandalen, der unverändert dastehe. Er wundert sich, dass das Befüllen der Spender in Weiskirchen nicht funktioniere, und sagt in Richtung der zuständigen Hochwald-Touristik: "Da macht es sich doch jemand bei Ihnen ganz schön einfach."

Ganz so einfach wohl doch nicht: Die Spender nicht mehr aufzufüllen, sei eine bewusste Entscheidung gewesen, erläutert Michael Diversy, Geschäftsführer der Hochwald-Touristik. "Wir haben das gemacht, weil es Vandalismus gab und die Tüten tausenderweise im Park verteilt wurden", erklärt er. Diese Probleme haben 2014 angefangen, in der Saison 2016 wurde dann die Nachfüllung der Spender im Park komplett ausgesetzt. Dass es soweit kommen musste, ärgert ihn: "Viele anständige Hundebesitzer leiden unter ein paar Idioten." Nun werden die Spender nach und nach wieder befüllt - in der Hoffnung, dass die Vandalen, vermutlich Jugendcliquen, dem Alter des mutwilligen Vandalismus entwachsen seien. "Wir wollten den Service nicht einschränken", betont Diversy.

Auch wenn die Spender nicht mehr befüllt würden, könnten Hundebesitzer an mehreren Stellen kostenlos Tüten erhalten. Dazu gehören die Hochwald-Touristik selbst, das Blumencafé Petite Fleur, die Post, die Minigolfanlage im Park sowie die Rezeption des Parkhotels.

Zum Thema:

Die Verpflichtungen von Hundehaltern Die Hundehalter sind in Deutschland im Rahmen kommunaler Regelungen meist verpflichtet, Hundekot zu entfernen. In vielen Parks und Grünanlagen, in denen Hunde erlaubt sind, sind Spender mit Tüten zum Aufnehmen des Kotes aufgestellt. Da Entwurmungen laut Fachleuten nicht regelmäßig durchgeführt werden, ist damit zu rechnen, dass jeder dritte Hund Träger von Darmwürmern ist. Symptome dafür bleiben bei erwachsenen Tieren meist unauffällig. In einem Streitfall entschied das Amtsgericht Düsseldorf: "Wer auf einer Spiel- und Liegewiese einen Hund abkoten lässt und den Kot nicht beseitigt, macht sich wegen umweltgefährdender Abfallbeseitigung strafbar." Das Urteil fällten die Richter am 11. August 1989. Darin wird begründet, dass die Verunreinigung der Spielwiese mit Hundekot eine Gefahr der Infektion spielender Kinder mit den Erregern gemeingefährlicher und übertragbarer Krankheiten darstellt.