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Die Klappern in Weiskirchen schweigen auch zu Corona-Zeiten nicht

Wenn die Weiskircher Glocken in Rom sind : Kleppern mal anders wegen Corona

Alles ist anders und irgendwie neu. Selbst dem bevorstehenden Osterfest zwingt die Corona-Pandemie neue Regeln auf, die auch vor uralten Traditionen nicht halt machen. Von Karfreitag bis einschließlich Karsamstag ziehen normalerweise die Messdiener allerorten durch die Straßen und kündigen für die Christen Betstunden und Messfeiern an, da die Glocken der Kirchen nach dem Abendmahlsgottesdienst am Gründonnerstag bis zur Auferstehungsfeier an Ostern nicht mehr läuten.

Der Volksmund weiß, dass „dann die Glocken aus den Kirchen gen Rom fliegen und erst wieder zu Ostern zurückfinden“. Dann treten traditionsgemäß die Messdiener ersatzweise zum Kleppern an. Mit eigens hierfür gebastelten Ratschen ersetzen sie das Glockengeläut. Aber weil diesmal Corona geschuldet auch das traditionelle Sammeln von Ostereiergaben am Karsamstag ausfällt, hat die Pfarrgemeinde Weiskirchen sich mit Pastor Leo Koch folgende Alternative ausgedacht: Am Karfreitag und Ostersamstag sollen die Messdiener in ihren jeweiligen Wohnstraßen zu den festgelegten Bet- und Gottesdienstzeiten an einem zentralen Platz in ihren Straßen die Ankündigung der kirchlichen Veranstaltungen mit ihrem Kleppern den Ersatz für die Glocken gewährleisten. Damit übernehmen die Kinder die Aufgabe, die Mitmenschen ans Gebet zu Hause zu erinnern. Die Klepperzeiten sind um 7 und 12 Uhr (Karfreitag und -samstag) sowie um 18 Uhr (nur Karfreitag) überall in der Gemeinde.

Andere Pfarreien im Kreis schließen sich der Empfehlung des Bistums Trier an, wonach das Kleppern (oder Raspeln) in diesem Jahr von der heimischen Haustür beziehungsweise vom Balkon aus geschehen soll. Dies wird etwa in Britten, Rimlingen sowie in den Pfarreiengemeinschaften von Mettlach, Perl und Merzig der Fall sein.