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Der Neunjährige aus Rappweiler-Zwalbach leidet unter Erbkrankheit

Eltern aus Rappweiler-Zwalbach bitten um Unterstützung : Moritz Leidinger braucht dringend Hilfe

Der Neunjährige aus Rappweiler-Zwalbach leidet unter der Erbkrankheit „Muskeldystrophie Duchenne“ (DMD).

Als Katrin und Michael Leidinger in Rappweiler-Zwalbach Ende vergangenen Jahres erstmals von der großartigen Spendenaktion für den kleinen Lars Haßler in Weiskirchen erfuhren, mussten sie erst mal mit zutiefst unterschiedlichen Emotionen zurechtkommen. „Wir empfanden einerseits tiefe Bewunderung für die Hilfsbereitschaft vieler Menschen aus dem Hochwald“, versicherte Katrin Leidinger im SZ-Gespräch mit Tränen in den Augen, „andererseits fühlten wir uns mit der schrecklichen Krankheit unseres Sohnes Moritz alleingelassen.“ Dazu muss man wissen, dass bei dem neunjährigen Moritz dieselbe ebenso unheilbare wie seltene muskuläre Erbkrankheit – nämlich „Muskeldystrophie Duchenne (DMD) – diagnostiziert worden ist, wie bei Lars Haßler. Diese führt zu einem stetigen Muskelabbau.

Zwei Jahre nach der Geburt des Jungen im Jahr 2010 wurden nach Auskunft seiner Eltern erste motorische Störungen beim Laufen festgestellt. Mit knapp drei Jahren erfuhr die Familie schließlich die endgültige Diagnose der Ärzte: Der kleine Moritz leidet unheilbar an DMD. Zum Zeitpunkt der Diagnose war seine Mutter zum zweiten Mal schwanger – eine schwere Zeit des Bangens und Hoffens bis die erlösende Nachricht kam, dass das Kind ein Mädchen würde, und diese Krankheit nur Jungen betrifft.

Diese gesundheitlichen Perspektiven ihrer Kinder suchten die Eltern ausgerechnet zu einer Zeit heim, als sie gerade angefangen hatten, den landwirtschaftlichen Hof ihrer Großeltern in der Kalkofenstraße in Rappweiler-Zwalbach zu einem neuen Zuhause mit Bio-Hofladen umzubauen. Insbesondere die Krankheit von Moritz machte eine völlige Neuplanung erforderlich. In der ehemaligen Scheune, in der ein schöner, größerer Hofladen gebaut werden sollte, entsteht für ihn gerade ebenerdig und damit barrierefrei ein neuer Wohnbereich, der ihm auch zukünftig ein weitgehend selbstständiges Leben ermöglichen soll. Ein noch einzubauender Lift soll es ihm später ermöglichen, die eigentliche Wohnung im Obergeschoss zu erreichen. Aber das alles kostet selbst unter Berücksichtigung größtmöglicher Eigenleistungen der Familie viel Geld.

Mittlerweile mussten die Eltern  einsehen, dass sie ihr Vorhaben aufgeben müssen, die Folgen ihres schweren Schicksals selbst stemmen zu wollen. „Schweren Herzens, weil wir uns nicht mehr anders helfen konnten, wandten wir uns mit der Bitte an Wolfgang Hübschen, auch uns wie der Familie Haßler mit einem Spendenaufruf zu helfen“, sagte Michael Leidinger  und drückte im SZ-Gespräch seine Erleichterung darüber aus, dass der Bürgermeister nicht eine Sekunde gezögert habe, auch seiner Familie größtmögliche Hilfe und Unterstützung zukommen lassen zu wollen.

Nachdem die Entkernung des alten Gebäudes und die ersten Umbauarbeiten nach der von der Diagnose des Sohns diktierten unumgänglichen Umplanung von der Familie bereits überwiegend in fleißiger Eigenleistung vollbracht worden sind, wird jetzt dringend Geld für den unverzichtbaren Lift benötigt. Aber diese Mittel überfordern das Budget der Familie. „Nachdem wir bei unserer Hilfsaktion für die Familie Haßler von der großartigen Hilfsbereitschaft der Saarländer selbst überrascht worden sind, bin ich sehr zuversichtlich, dass wir auch der unverschuldet in Not geratenen Familie Leidinger helfen können“, versicherte der Bürgermeister der SZ. In diesem Sinne habe er unter anderem auch schon Kontakt mit Adrian Schmitz von den Herzensengeln aufgenommen, der wie selbstverständlich spontane Hilfe zugesagt habe.

Während wir uns in der Baustelle vor Ort umsahen, summte Moritz auf seinem von der Krankenkasse geförderten elektrisch unterstützten Therapierad über den Hof, auf das er inzwischen so stolz ist. Katrin Leidinger: „Den Rollstuhl hat er noch nicht angenommen, er will lieber laufen so gut es noch geht. Aber das fällt ihm leider immer schwerer.“ Mit dem neuen Gefährt sei er immerhin jüngst im Wild- und Wanderpark den langen Weg bis hinauf zum Wisent-Gehege gefahren, was ihm zu Fuß gar nicht mehr möglich gewesen wäre.

Katrin und Michael Leidinger sind inzwischen froh, ihre bisherige Zurückhaltung bei der Bitte um Unterstützung überwunden zu haben. Ihnen und vor allem dem kleinen Moritz kann man nur wünschen, dass die vielen Saarländer, die sich über gesunde Kinder freuen dürfen, auch Anteil an ihrem schweren Schicksal nehmen und dies mit Überweisungen auf das für Moritz eingerichtete Spendenkonto ausdrücken werden.