Ausblick: „Das Jahr wird zur Zäsur für die Gemeinde“

Ausblick : „Das Jahr wird zur Zäsur für die Gemeinde“

Was bringt das Jahr 2018 den Städten und Gemeinden im Landkreis? Das haben wir die Bürgermeister der sieben Kommunen im Landkreis gefragt. Sie blicken auf die wichtigsten Neuerungen des Jahres voraus. Heute: Weiskirchens Verwaltungschef Werner Hero.

Für Weiskirchens Rathauschef Werner Hero stellt das neue Jahr in verschiedener Hinsicht eine Zäsur für seine Gemeinde dar. Weiskirchen gehört zu den am höchsten verschuldeten Kommunen im Land und ist nach Überzeugung von Experten nicht in der Lage, sein strukturelles Haushaltsdefizit aus eigener Kraft abzubauen. Umso mehr ist es aus Sicht von Hero angebracht, über die Zukunft der Kurgemeinde nachzudenken.

Dabei sieht der Verwaltungschef seine Kommune vorerst auf sich allein gestellt: „Wie aus Saarbrücken zu hören ist, ist eine Gebiets- und Verwaltungsreform in weite Ferne gerückt. Trotzdem müssen wir uns Gedanken machen, wie es insbesondere in unserer Gemeinde weitergeht.“

Die zentralen Fragen, die für Weiskirchen zu beantworten seien, lauten für Hero: „Welche neuen Aufgaben kommen auf uns zu? Was müssen wir für unsere Bürger tun?“ Die Aufgaben werden immer komplexer und komplizierter. Neue Gesetze und Vorgaben, sei es von der EU aus Brüssel oder aus Berlin und Saarbrücken, müssen umgesetzt werden.

Der Bürgermeister nennt als Beispiele neue Gesetze und Datenschutzvorschriften, die im IT-Bereich im Jahr 2018 in Kraft gesetzt werden. „Diese Aufgaben verlangen von unserer Verwaltung neue Herausforderungen, die kleine Kommunen, wie wir es sind, oft nicht alleine bewältigen können.“ Hier werde eine weitere intensive Zusammenarbeit mit den Nachbarkommunen Wadern und Losheim am See und auch kreisweit erforderlich sein, um für die Bürger das Beste zu leisten. „Wir Gemeinden und Kommunen müssen in allen Bereichen der Verwaltung enger zusammenarbeiten“, ist Hero überzeugt. Es gebe viele Aufgaben, die durch Gemeinden gemeinsam, also interkommunal für ihre Bürger effizient und kostengünstig erledigt werden können.

Hero: „Einige Beispiele hierfür sind in einem gemeinsamen Gutachten, welches für die Hochwaldgemeinden erstellt wurde, herausgearbeitet worden.“ Wesentliche Punkte der zukünftigen Zusammenarbeit befänden sich laut der Expertise im Bereich des Tourismus im Personal-, Personenstandswesen, in der Forstwirtschaft, im Arbeitsschutz und wie  erwähnt in der Organisation im EDV-Bereich.

Im Bereich Arbeitsschutz sei bereits eine entsprechende Vereinbarung mit dem Losheimer Unternehmen „KÜS“ abgeschlossen worden. Darüber hinaus könnten Aufgaben der Bauverwaltung, des Bauamtes, der Liegenschaftsverwaltung oder des Bauhofes, sowie der Forstwirtschaft gemeinsam erledigt werden, ähnlich wie es bei der Hochwaldwasser GmbH in einer gemeinsamen Gesellschaft der drei Hochwaldkommunen bereits seit 14 Jahren erfolgreich geschehe. Hero: „Hieran müssen wir vorrangig im nächsten Jahr arbeiten, damit die vorgenannten Aufgabenfelder noch auf weitere Gebiete der Verwaltung ausgedehnt werden können. Dies könnte wie zuvor erwähnt in einer gemeinsamen Servicegesellschaft erledigt werden müssen.“

Eine bedeutsame Veränderung erwartet die Weiskircher im Bereich kommunaler Abgaben, macht Hero deutlich: „Damit die Bürger zukünftig bei Straßensanierung und Neubau entlastet werden, sollen in unserer Gemeinde wiederkehrende Straßenausbaubeiträge erhoben werden.“ Hierzu sei es erforderlich, dass eine entsprechende Satzung gemeinsam mit dem Land erarbeitet werde. Die Vorteile liegen für Hero auf der Hand: „In diesem Fall werden die Kosten für den Straßenausbau auf alle Bürger der Gemeinde gleichmäßig verteilt. Die Belastung wird somit für alle geringer sein.“

Eine Zäsur bringt 2018 auch mit der von einer Mehrheit im Gemeinderat gewollten Auflösung der Hochwald-Touristik. Hero bleibt weiter skeptisch über die Auswirkungen dieses Beschlusses: „Durch die aus Sicht der Verwaltung nicht vorteilhaft angesehenen Veränderungen in der Hochwald Touristik wird es zukünftig hoffentlich keine nachteiligen Veränderungen in touristischen und kulturellen Angebot der Gemeinde geben.“ Hier werde zukünftig auch die Zusammenarbeit auf kommunaler, wie auch auf Kreisebene erforderlich sein und intensiviert werden.

Aber die Kommune will trotz knapper Kassen auch Zeichen setzen, um ihre Zukunft selbst zu gestalten, unterstreicht der Verwaltungschef: „Wie vom Gemeinderat bereits beschlossen, werden wir im Jahr 2018 einen neuen Forstbeamten einstellen.“ Neben den forstwirtschaftlichen Aufgaben werde der neue Förster sich auch um den Wild- und Wanderpark kümmern müssen und im touristischen Bereich besondere Aufgaben wahrnehmen. „Auch hiermit legen wir einen Grundstein um möglicher Weise mit den Nachbarkommunen in forstwirtschaftlicher Sicht zusammenzuarbeiten“, findet Hero. Die große Aufgabe, die aus seiner Sicht in den kommenden Monaten vor der Kurgemeinde liegt: die interkommunale Zusammenarbeit zwischen den Hochwaldkommunen Wadern, Weiskirchen und Losheim am See weiter ausbauen, „damit wir für unsere Bürger eine effiziente und kostengünstige, wie bürgernahe Verwaltung weiterhin präsentieren können“.

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