| 20:14 Uhr

Weiskirchen
Heute Stabwechsel im Weiskircher Rathaus

Wolfgang Hübschen wird mit dem „Umzug“ ins Bürgermeisterzimmer den schönen Ausblick auf den Kurpark verlieren.
Wolfgang Hübschen wird mit dem „Umzug“ ins Bürgermeisterzimmer den schönen Ausblick auf den Kurpark verlieren. FOTO: Dieter Ackermann
Weiskirchen. Werner Hero (CDU) scheidet am 1. Dezember als Bürgermeister der Kurgemeinde aus, Wolfgang Hübschen (CDU) übernimmt das Amt. Von Dieter Ackermann

Offiziell übernimmt Wolfgang Hübschen (57) am morgigen 1. Dezember von Werner Hero das Amt des Bürgermeisters von Weiskirchen. Weil ein Wochenende dazwischen liegt, wird er erst am Montag, 3. Dezember, sein neues Dienstzimmer beziehen. Im Gespräch mit der SZ macht der Christdemokrat – verheiratet und Vater von drei Kindern – gleich zu Beginn deutlich, dass sich abgesehen von den führenden Köpfen in der Kommunalpolitik der Hochwaldgemeinde zunächst gar nicht so viel verändern wird. „Das kann auch gar nicht anders sein“, sagt Hübschen, „weil Weiskirchen nach wie vor mit einer Schuldenlast von rund 30 Millionen Euro über keinerlei finanziellen Spielraum verfügt.“


Allerdings sieht er in den Überlegungen des Saarlandes, kommunale Schulden zukünftig zumindest teilweise in einer noch zu gründenden „Saarlandkasse“ zu übernehmen, einen zarten Silberstreif am Horizont. Als kontraproduktiv wertet Hübschen indes die vom Bund den Kommunen immer weiter aufgebürdeten Soziallasten, „die wir als Gemeinde kaum noch stemmen können“. Der nächste Ärger mit betroffenen Bürgern sei bereits absehbar. Hübschen nennt das Stichwort „wiederkehrende Straßenbeiträge“, die für die anstehenden Straßensanierungen von der Gemeinde und ergo ihren Bürgern aufgebracht werden müssten. Diese Einnahmen müssten allerdings zweckbestimmt für die Finanzierung des Straßenerhalts eingesetzt werden.

Über solche Pflichtaufgaben hinaus sieht der neue Bürgermeister die Notwendigkeit, das Thema Tourismus nach der Auflösung der Hochwald-Touristik GmbH neu zu beleben, als reizvolle Herausforderung, bei der viel Kreativität gefragt sei. Mit einem neuen Konzept solle der anerkannte Heilklimatische Kurort für seine Gäste noch attraktiver gestaltet werden. Im neuen Vermarktungsprofil sollen auch der umzugestaltende Wild- und Wanderpark sowie der Kurpark deutlich aufgewertet werden. Hübschen: „Wir denken ferner bereits ganz konkret über zusätzliche gastronomische Angebote im Haus des Gastes nach.“



Fast im gleichen Atemzug kommt der neue Bürgermeister auf das Haus Josten zu sprechen. Während die Landesregierung die weitere Belebung des örtlichen Vereinslebens in diesem Gebäude favorisiert, würde Hübschen eher für einen entsprechenden Anbau an die Hochwaldhalle plädieren. Diese Lösung würde seiner Meinung nach obendrein die Suche nach Investoren erleichtern, die Haus Josten als eine Art Gesundheitshaus (mit einem zweiten Hausarzt für Weiskirchen) eine neue Chance geben könnten.

Ein anderes Thema, das auf den Nägeln brennt: Neubaugebiete für die Hochwaldgemeinde. Hübschen: „Die Nachfrage ist zweifellos vorhanden. Aber das Land bremst uns da immer wieder aus. Wir sollen uns lieber – wie auch immer – verstärkt um die Schließung noch vorhandener Baulücken bemühen.“ Überhaupt bereite das Thema „Daseinsvorsorge“ dem neuen Bürgermeister erhebliches Kopfzerbrechen: „Da müssen wir noch dicke Bretter bohren.“ Weitgehend einig sei man sich in Weiskirchen darüber, dass neben dem Discounter „Netto“ noch ein Vollsortimenter her müsse. Dankbar habe er daher die Bemühungen von Werner Hero verfolgt, beim Kreisverkehr von Thailen einen Vollsortimenter anzusiedeln. Inzwischen stehe dort ein Investor „Gewehr bei Fuß“. Hübschen will sich im neuen Amt intensiv um eine baldige Realisierung bemühen.

Auch darüber hinaus gebe es noch viel zu tun. Neben der dringend erforderlichen digitalen Ausstattung der Schulen zeigt Hübschen viel Verständnis für die Verärgerung der Bürger über Probleme mit der Abfallentsorgung. „Wenn wir mit dem Prädikat Heilklimatischer Kurort wirklich punkten wollen, müssen wir nicht zuletzt für Sauberkeit in unseren Ortsteilen sorgen. Ich will unsere Heimatgemeinde lebenswert erhalten, die Identität bewahren und mit den Bürgern gemeinsam zukunftsfähig gestalten. Aber auch da bleibt noch viel zu tun!“