Bürger von Weiskirchen ärgern sich über die Entsorgung der Gelben Säcke

Kostenpflichtiger Inhalt: Keine Abholung : Ärger um Gelbe Säcke in Weiskirchen

Tagelang haben die Menschen in der Straße „Zum Boxpfad“ auf die Abholung gewartet – vergeblich. Die Gemeinde kennt das Problem.

Eigentlich könnten die Gelben Säcke auch in Weiskirchen eine farbliche Bereicherung des Straßenbildes darstellen. Könnten sie – tun sie aber nicht! Die Anlieger der Straße „Zum Boxpfad“ in Weiskirchen, die dem gemeindlichen Amtsblatt vertrauend ihre Gelben Säcke ordnungsgemäß vor Donnerstag am Straßenrand abgestellt hatten, nahmen noch am Sonntag danach mit Verdruss zur Kenntnis, dass ihr brav gesammelter Papier- und Kunststoffabfall immer noch das Straßenbild „zierte“. Die SZ konfrontierte jetzt Bürgermeister Wolfgang Hübschen mit dem Zorn der betroffenen Bürger.

Seine verärgerte Miene signalisierte auf Anhieb, dass ihm dieses offenbar nicht ganz neue Problem mit den Gelben Säcken durchaus vertraut ist. „Im Unterschied zu der von einem ortsansässigen Unternehmen ordnungsgemäß durchgeführten Müllabfuhr muss sich unsere Gemeindeverwaltung fast regelmäßig mit diesem Ärgernis beschäftigen, ohne dass sich aus meiner Sicht eine unsere Bürger zufriedenstellende Lösung abzeichnen würde.“ Der Bürgermeister fuhr fort: „Für die Abfuhr der Gelben Säcke ist die Firma Remondis Industrie Service GmbH & Co. KG verantwortlich.“

Der Müllkonzern Remondis will gerade den Energiekonzern Steag übernehmen. Der Entsorger wirbt zwar auf seinen Gelben Säcken mit dem Hinweis „Im Auftrag der Zukunft“, mache aber bei der telefonischen Weitergabe der Bürgerproteste durch die Gemeindeverwaltung immer wieder den Eindruck, dass er diesen Auftrag nicht so richtig ernst nimmt. „Die immer wieder zu hörenden Hinweise auf erkrankte Fahrer oder andere Personalengpässe können von uns schon längst nicht mehr richtig nachvollzogen werden“, versicherte der Bürgermeister im SZ-Gespräch.

Über die oft versäumten Abholtermine hinaus würden sich viele Bürger auch über das viel zu dünne Material der Gelben Säcke beklagen. Selbst wenn die vereinbarten Abholtermine tatsächlich wahrgenommen werden, können oft heftige Winde die leichten Säcke in der Nachbarschaft verwehen. Hübschen: „Und wenn die dann auch noch aufreißen, verteilt sich der zuvor mühsam gesammelte Inhalt auf den Straßen. Das macht weder unsere Bürger noch die Gemeindeverwaltung glücklich.“ Aber konkrete Versprechungen, dieses ärgerliche Problem endlich umweltgerecht zu entsorgen, habe das Rathaus von der Remondis Industrie Service GmbH & Co. KG bislang noch nicht bekommen können.

Also hakte die SZ am gestrigen Montag einmal bei dem Unternehmen nach. Die Telefonnummer hatte man in Rathaus gleich parat: (0 68 31) 97 88 45. Dort – in Dillingen – meldete sich prompt der Ansprechpartner, mit dem es auch die Verwaltung offenbar bei solchen Klagen immer wieder zu tun bekommt. Auf die Frage, warum die Gelben Säcke in der Straße „Zum Boxpfad“ noch nicht abgeholt worden sind, erhielten wir die bereits vom Bürgermeister angekündigte Standard-Antwort: „Da ist ein Fahrer im Urlaub, und der Vertreter kennt sich noch nicht so gut aus.“ Fast vorwurfsvoll fügte der Remondis-Vertreter hinzu: „Außerdem hat sich bei uns noch niemand beschwert!“ Die verärgerten Anwohner fragen sich jetzt, ob es zum Remondis-Geschäftsmodell gehören kann, ihre Versäumnisse beim Einsammeln der Gelben Säcke letztlich den Bürgern anzulasten, etwa nach dem Motto: „Die haben sich ja nicht beschwert!“

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